Die Befruchtung

Die Befruchtung ist der Beginn jeder Schwangerschaft und bezeichnet den Vorgang, bei dem die männliche und die weibliche Keimzelle miteinander verschmelzen. Oft wird auch die vorangegangene Besamung fälschlicherweise als Befruchtung verstanden, was nicht selten zu Verwirrungen führt. Doch wie läuft die natürliche Befruchtung ab und was für Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung haben Paare mit unerfülltem Kinderwunsch?

Das passiert bei der Befruchtung

Die Befruchtung, im medizinischen Fachjargon auch Fertilisation genannt, wird von vielen irrtümlicherweise mit der Besamung, die dieser eigentlich vorausgeht, verwechselt. Wie sich die Verschmelzung von weiblicher und männlicher Keimzelle abspielt, ist heute genau bekannt und ereignet sich nach dem erfolgreichen Eindringen des Spermiums in die Eizelle. Dank der Fortschritte in der Forschung ist es heutzutage auch ungewollt kinderlosen Paaren, die zum Beispiel unter eingeschränkter Fruchtbarkeit leiden, möglich, schwanger zu werden. Dafür werden verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung eingesetzt, die Betroffene dem Wunschkind einen Schritt näher bringen.

Vor der Befruchtung: Erfolgreiche Besamung

Wenn die Spermien erfolgreich im Genitaltrakt der Frau angekommen sind, machen sie sich zunächst auf den Weg zur Eizelle. Von den rund 100 Millionen Samenfäden schaffen es dabei lediglich zehn Prozent dem keimfeindlichen Spermienmilieu zu trotzen und erfolgreich im Gebärmutterhalskanal und letztendlich in der Uterushöhle anzukommen. Dort sind sie auf die Hilfe des Schleims im Muttermund angewiesen, der sie bündelt und anschließend weiterführt. Das Sekret am Gebärmutterhals sortiert dabei gegebenenfalls beschädigte oder verformte Spermien aus. Der Vorgang der erfolgreichen Besamung muss in einem bestimmten Zeitfenster ablaufen, da die Eizelle eine begrenzte Lebensdauer hat und nur etwa acht Stunden befruchtungsfähig ist. Ungeachtet dessen bist Du aber dennoch an mehreren Tagen fruchtbar, da die Spermien bis zu fünf Tage im Eileiter überleben und auf die Befruchtung der Eizelle warten können. Letztendlich schaffen es nur einige der Spermien, erfolgreich bei der Eizelle anzukommen. Die äußerste Hülle der Eizelle schickt dann verschiedene Lockstoffe aus, wodurch die Spermien von ihr angezogen werden. Wenn ein Spermium erfolgreich in die Plasmamembran, die Hülle der Eizelle, eindringt, verschließt sich diese für die anderen Spermien, da für die Befruchtung lediglich ein weiblicher und ein männlicher Zellkern benötigt werden.

Spermium dringt in Eizelle ein

Die eigentliche Befruchtung findet nach der Besamung statt.


Wie verläuft die Befruchtung?

Die eigentliche Befruchtung spielt sich erst nach der Besamung ab und beginnt mit der Verschmelzung der männlichen und der weiblichen Keimzelle. Dabei enthalten beide jeweils einen halben Satz an Erbinformationen, auch Desoxyribonukleinsäure (DNS) genannt, und formen gemeinsam einen einzigen Zellkern. Dieser enthält alle wichtigen Informationen, ähnlich wie eine Bauanleitung, die für die Entstehung des neuen Lebens notwendig sind. Welche Erbanlagen von wem weitergegeben werden ist dabei mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Ob das Neugeborene ein Junge oder ein Mädchen sein wird, wird jedoch nachweislich von den Chromosomen des Mannes bestimmt. Die befruchtete Eizelle, auch Zygote genannt, bleibt nach der Befruchtung erst einmal für etwa 30 Stunden im Eileiter und fängt anschließend an, sich zu teilen. Mit jeder Teilung verdoppelt sich die Zellen im Inneren der Zygote und formen etwa vier Tage nach der erfolgreichen Befruchtung die sogenannte Furchungskugel, die sich zur Gebärmutter vorarbeitet. Dort angekommen werden die Poren ihrer Membran mit Flüssigkeit durchströmt und es bildet sich eine Zellhohlkugel, auch Blastozyste genannt, die sich in der Gebärmutter einnistet. Erst jetzt beginnt die spannende Entwicklung des Babys.

Künstliche Befruchtung

Wenn ein Paar ungewollt kinderlos ist, kann das unterschiedliche Gründe haben. Neben verschiedenen Krankheiten, die die Fruchtbarkeit einschränken, besteht auch die Möglichkeit, dass die Spermienqualität des betroffenen Mannes mangelhaft ist oder die Eierstöcke der Frau zu undurchlässig sind. Eine Untersuchung beim zuständigen Arzt bringt hier oftmals Klarheit. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass auch psychische Ursachen Grund für den unerfüllten Kinderwunsch sein können. In jedem Fall sollten sich betroffene Paare am besten beim Facharzt über mögliche Behandlungen beraten lassen. Eine Option stellt hier die künstliche Befruchtung dar. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass auch hier keine hundertprozentige Erfolgschance besteht. Bei der künstlichen Befruchtung werden die Keimzellen durch einen menschlichen Eingriff zusammengebracht. Hier gibt es zwei unterschiedliche Methoden: Die In-vitro-Fertisilation und die Insemination. Bei der In-vitro-Fertisilation werden die Keimzellen von Mann und Frau im Reagenzglas im Labor zusammengeführt und anschließend in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Nicht selten werden hier direkt mehrere befruchtete Eizellen eingeführt, was die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Bei der Insemination wird das Sperma in den Genitaltrakt der Frau eingeführt, wodurch die Befruchtung auf natürlichere Weise als bei der In-vitro-Fertisilation von statten geht.

Die Befruchtung bezeichnet die Verschmelzung von männlicher und weiblicher Keimzelle. Der Vorgang spielt sich nach der Besamung ab, die fälschlicherweise oft mit der Befruchtung gleichgesetzt wird. Dank der Fortschritte in der Forschung ist es heutzutage auch möglich, künstliche Befruchtungen durchzuführen und so auch Paaren, die nicht auf natürlichem Weg schwanger werden können, den Kinderwunsch zu erfüllen. Wenn Du noch Fragen zur künstlichen Befruchtung hast, hilft Dir Dein zuständiger Arzt sicher gerne weiter und berät dich über mögliche Behandlungsmethoden.

Bildquelle: Thinkstock / iStock / Sashkinw


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Was denkst du?

  • Nessie223 am 09.04.2014 um 17:22 Uhr

    Ich dachte auch immer, dass Befruchtung und Besamung das gleiche ist. Wieder was gelernt! 🙂

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