Eileiter

Auf dem Weg zum Wunschkind spielen die Eileiter eine entscheidende Rolle: Sie fangen die Eizelle nach dem Eisprung auf und leiten sie in Richtung Gebärmutter. Noch während dieser Wanderung wird die Eizelle befruchtet und beginnt, sich zu teilen. Die Eileiter sind also der Ort, an dem der Embryo entsteht und Deine Schwangerschaft ihren Lauf nimmt – ein guter Grund, sich einmal genauer mit den sogenannten Tubae uterinae zu beschäftigen.

Die Eileiter – der Ort, an dem alles beginnt

Die Eileiter, die im medizinischen Fachjargon auch als Tubae uterinae oder Ovidukte bezeichnet werden, sind ein wichtiger Bestandteil der weiblichen Geschlechtsorgane. Die beiden etwa 10 bis 15 Zentimeter langen, schlauchförmigen Hohlorgane liegen im kleinen Becken und dienen dazu, eine Eizelle vom Eierstock (Ovar) zur Gebärmutter (Uterus) zu transportieren. Die Eierstöcke und Eileiter liegen zwar nah beieinander, sind jedoch nur lose miteinander verbunden. Um beim Eisprung trotzdem eine sichere Aufnahme der Eizelle in einen der Eileiter zu gewährleisten, verfügen die Ovidukte über ein trichterförmiges Ende mit ein bis zwei Zentimeter langen Schleimhautfransen, den Fimbrien. Einige dieser Fransen sind mit dem Eierstock verwachsen und erleichtern es der Eizelle so, den Weg in Richtung Gebärmutter zu finden. Zur Gebärmutter hin verengt sich der Eileiter und hat nur noch einen Durchmesser von etwa vier bis zehn Millimetern. Schließlich mündet er in die Gebärmutter, wo sich eine befruchtete Eizelle im Idealfall einnistet und sich in etwa 40 Wochen zu einem vollkommenen kleinen Menschen entwickelt.

Die Eizelle auf dem Weg durch den Eileiter

Etwa zur Mitte jedes Zyklus reift in einem der Eierstöcke eine Eizelle heran. Dabei gibt es keine Links-Rechts-Koordination, es scheint also willkürlich zu sein, welcher Eierstock die Eizelle jeweils zur Verfügung stellt. Hat die Eizelle ein bestimmtes Stadium erreicht, das als Graafscher Follikel bezeichnet wird, passieren mehrere Dinge gleichzeitig: Zum einen bewegt sich der Eierstock durch Muskelkontraktionen auf und ab, zum anderen weisen die Fimbrien der Eizelle durch rhythmische Bewegungen den Weg in den Eileiter. Ein Graafscher Follikel besteht aus der eigentlichen Eizelle und einer Hülle aus mehreren Gewebeschichten. Beim Eisprung wird die Eizelle aus diesem Follikel ausgestoßen und ist nun für sechs bis zwölf Stunden befruchtungsfähig. Kommt es zu dieser Zeit zum Geschlechtsverkehr oder befinden sich noch Spermien im weiblichen Organismus, dringt sehr wahrscheinlich ein Spermium in die Eizelle ein und es kommt zur Verschmelzung der beiden Keimzellen. Durch weitere Muskelkontraktionen und einen Flüssigkeitsstrom wird die Eizelle im Anschluss in Richtung Gebärmutter durch den Eileiter transportiert. Diese Reise dauert in etwa drei bis fünf Tage, in denen die Eizelle meist bereits ein 12- bis 16-Zellen-Stadium erreicht. Nun kann sie sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten und die Schwangerschaft nimmt ihren Lauf.

Fehlfunktionen der Eileiter als Ursache für Kinderlosigkeit

Befruchtung im Eileiter

Bereits im Eileiter findet die Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium statt.


Da die Eileiter so eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Schwangerschaft spielen, ist es besonders wichtig, dass sie einwandfrei funktionieren. Es gibt allerdings einige körperliche Ursachen, die der Eizelle den Weg durch die Eileiter erschweren oder sogar unmöglich machen – die häufigsten sind Myome, Verwachsungen oder entzündungsbedingte Verklebungen. Um herauszufinden, ob die Ovidukte für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sind, gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen kann der zuständige Gynäkologe eine sogenannte Hysterokontrastsalpingographie (HKSG) durchführen. Dabei gibt er mittels eines Katheters etwas Flüssigkeit in die Gebärmutter und überprüft anschließend mit Hilfe eines Ultraschallgeräts, ob die Flüssigkeit problemlos über die Eileiter abläuft. Zeigen sich dabei Schwierigkeiten, kann es sein, dass die Eileiter verklebt sind oder es Verwachsungen gibt, die es Eizellen unmöglich machen, die Gebärmutter zu erreichen. Eine weitere Methode, um die Funktionalität der Eileiter zu untersuchen, ist die sogenannte Laparoskopie. Bei dieser Bauchspiegelung führt der Arzt ein Endoskop durch einen kleinen Schnitt in die Bauchhöhle ein und kann so die Eileiter am Bildschirm untersuchen. Gleichzeitig kann er dabei auch überprüfen, ob die Gebärmutter und die Eierstöcke Veränderungen aufweisen und gegebenenfalls sogar bestehende Verklebungen, Verwachsungen oder Myome direkt entfernen. Im besten Fall sind die Eileiter nach diesem Eingriff wieder voll funktionsfähig. Doch auch, wenn sie nicht operativ oder medikamentös behandelt werden können, bedeutet das keinesfalls das Aus für den Kinderwunsch.

Wenn die Eileiter versagen: Alternative Wege zum Kinderwunsch

Wenn die Eileiter dafür verantwortlich sind, dass eine Frau nicht schwanger werden kann, ist die künstliche Befruchtung, insbesondere die In-vitro-Fertilisation, eine vielversprechende Option. Für diese Befruchtung im Glas nimmt die Frau, die sich ein Kind wünscht, zunächst das Follikelstimulierende Hormon FSH ein, um mehrere Eizellen zur Reifung zu stimulieren. Anschließend wird ein stabförmiger Ultraschallkopf durch die Scheide eingeführt. Dieser ist mit einer Punktionsnadel versehen, mit der die gereiften Eizellen entnommen werden können. Außerdem gibt der Partner der Frau sein Ejakulat ab. Um zu sehen, ob mit den Spermien alles in Ordnung ist, wird meist ein sogenanntes Spermiogramm durchgeführt, bei dem diese unter dem Mikroskop auf Anzahl, Form, Beweglichkeit und mögliche Infektionen untersucht werden. Sind die Ergebnisse zufriedenstellend, bringen die Reproduktionsmediziner Spermien und Eizellen in einem Reagenzglas zusammen. Die befruchteten Eizellen werden dann für einige Tage in einen Brutschrank gegeben und untersucht. Entweder am zweiten oder am fünften Tag nach der Befruchtung findet dann der Transfer in die Gebärmutter statt. Durch diesen Eingriff ist es also auch Frauen, die veränderte oder verklebte Eileiter haben, möglich, schwanger zu werden.

Die Eileiter spielen bei der Entstehung einer Schwangerschaft eine zentrale Rolle. Sie nehmen die Eizelle auf, nachdem sie aus dem Eierstock ausgestoßen wurde, transportieren sie in Richtung Gebärmutter und unterstützen gleichzeitig die Befruchtung durch die männlichen Spermien. Sollten die Eileiter einmal nicht so funktionieren wie vorgesehen, lässt sich das oft durch einen kleinen Eingriff beheben. Aber auch, wenn diese Möglichkeit nicht besteht, kann die künstliche Befruchtung Dir trotzdem zu Deinem Wunschkind verhelfen.

Bildquelle: 3dalia/iStock/Thinkstock

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