Lotusgeburt

Wenn die Nabelschnur nach der Geburt nicht durchtrennt wird, sondern mit der Plazenta verbunden bleibt, bis sie von selbst abfällt, spricht man von einer Lotusgeburt. Einige Hebammen sehen darin gesundheitliche Vorteile für das Baby, da es angeblich weiter über den Mutterkuchen mit Mineralien, Nährstoffen und Vitaminen versorgt wird. Bislang gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Studien, die diesen Nutzen belegen.

Was ist eine Lotusgeburt?

Normalerweise wird die Nabelschnur hierzulande nach der Geburt durchtrennt. Es ist jedoch auch möglich, die Schnur nach der Geburt unabgeklemmt mit der Plazenta am Säugling zu belassen, bis diese nach etwa drei bis zehn Tagen von selbst abfällt. In diesem Fall spricht man von einer Lotusgeburt. Die Bezeichnung geht auf die US-amerikanische Hellseherin Claire Lotus Day zurück, die aufgrund von Beobachtungen bei Schimpansen das Durchtrennen der Nabelschnur in Frage stellte. Die Praxis wird von vielen Naturvölkern durchgeführt, ist aber in westlichen Ländern eher selten anzutreffen. Da in Kliniken eine hohe Keimbelastung herrscht, wird die Lotusgeburt in der Regel nicht dort, sondern im Rahmen einer Hausgeburt praktiziert. Befürworter dieses postpartalen Vorgangs sehen in dem Belassen der Nabelschnur viele Vorteile. So sollen die Neugeborenen beispielsweise ausgeglichener und weniger anfällig für Krankheiten sein. Die angeblichen Vorzüge sind bislang jedoch nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Wenn Du erwägst, eine Lotusgeburt durchzuführen, solltest Du dies daher mit Deiner Gynäkologin und Deiner Hebamme absprechen.

Lotusgeburt: Schlafender Säugling

Bei einer Lotusgeburt wird die Nabelschnur nach der Geburt nicht durchtrennt.

Wie funktioniert die Lotusgeburt?

Eine Lotusgeburt findet in der Regel im Rahmen einer Hausgeburt statt. Wenn Du Dich dafür entscheidest, wird die Nabelschnur nach der Geburt Deines Babys nicht durchtrennt, sondern bleibt mit Deiner Plazenta – auch nachdem diese sich abgelöst hat – verbunden. Damit eine volle Transfusion des Blutes, der Hormone und der Nährstoffe stattfinden kann, muss sich die abgelöste Plazenta stets auf der Höhe Deines Babys befinden. Nach der Ablösung wird Deine Hebamme den Mutterkuchen zunächst in einem Sieb abtropfen lassen. Anschließend wird sie ihn mit warmem Wasser abspülen, behutsam trocken tupfen, in ein weiches Tuch wickeln und ihn neben Dich und Dein Baby legen.

Das solltest Du bei der Lotusgeburt beachten

Bei einer Lotusgeburt ist es wichtig, dass die Plazenta nach mindestens einem Tag großzügig mit Meersalz eingerieben wird. Zusätzlich kannst Du sie auch mit Kräutern oder Aromaölen einreiben. Nach einer Stunde solltest Du das Salz vollständig entfernen und den Mutterkuchen wieder in Tücher wickeln. Vermeide es, ihn in Plastiktüten zu legen, da dies in der Regel einen unangenehmen Geruch nach sich zieht. Um die Plazenta möglichst leicht transportieren zu können, empfiehlt sich eine extra angefertigte Plazentatasche. Im Zuge der Lotusgeburt ist es wichtig, dass Du die Tücher, die sich direkt am Mutterkuchen befinden, täglich auswechselst. Innerhalb von drei bis zehn Tagen trocknet die Nabelschnur immer weiter aus, bis sie sich schließlich von selbst vom Bauchnabel Deines Babys löst.

Hat die Lotusgeburt einen gesundheitlichen Nutzen?

Befürworter der Lotusgeburt sind von deren gesundheitlichem Nutzen überzeugt. Da die Babys mit intakter Nabelschnur – im Gegensatz zu Babys mit durchtrennter Nabelschnur – keinen offenen Nabelstumpf haben, versprechen sich die Anhänger ein verringertes Infektionsrisiko. Dem ist jedoch entgegenzusetzen, dass Lotusgeburten gerade deshalb nicht in Kliniken durchgeführt werden, weil dort eine hohe Keimbelastung herrscht, für die sogenannte Lotusbabys angeblich anfälliger sind. Hebammen, die Lotusgeburten durchführen, sehen in dieser Praxis dennoch viele gesundheitliche Vorteile, die aber alle nicht wissenschaftlich belegt sind, da bislang keine medizinischen Studien zur Lotusgeburt durchgeführt wurden. Angeblich soll diese Form der Geburt die Gefahr einer Anämie (Blutarmut) verringern, weil der Säugling durch die längere Verbindung mit der Plazenta einen höheren Eisenspeicher erhalte. Die Babys sollen zudem besser atmen können, einen stabileren Blutdruck sowie eine verbesserte Blasen- und Nierenfunktion haben und mehr Nährstoffe, Mineralien und Vitamine erhalten. Kritiker halten den Anhängern der Lotusgeburt entgegen, dass die Nabelschnur kurz nach der Geburt nicht mehr pulsiere, sondern vertrockne, und daher kein Blut mehr zwischen der Plazenta und dem Baby transportieren könne.

Die Vorteile einer Lotusgeburt

Einige Hebammen und Mütter, die mit der Lotusgeburt Erfahrungen gemacht haben, berichten, dass diese Babys wesentlich ausgeglichener und entspannter seien als die Babys, deren Nabelschnur nach der Geburt durchtrennt worden sei. Zudem sollen die Säuglinge, deren Nabelschnur belassen wurde, weniger an Gewicht verloren haben. Vertreter dieser Praxis argumentieren, dass sie die Mutter-Kind-Bindung stärke, da durch das Beibehalten der Nabelschnur die hektische Nachversorgung hinausgezögert werde. Neugeborene, bei denen die Nabelschnur durchtrennt werde, würden darauf oft mit Geschrei reagieren. Dieser Stress falle bei der Lotusgeburt vollständig weg.

Von einer Lotusgeburt ist die Rede, wenn die Nabelschnur nach der Geburt nicht durchtrennt, sondern intakt gelassen wird, damit sie so lange mit der Plazenta verbunden ist, bis sie sich von selbst löst. Ob Du diese Praxis durchführst, ist ganz allein Deine Entscheidung. Du solltest Dir jedoch vor Augen halten, dass die Lotusgeburt umstritten ist, da die angeblichen gesundheitlichen Vorzüge, die sie laut Befürwortern mit sich bringt, nicht wissenschaftlich belegt sind. Zudem wird sie in der Regel nicht in Kliniken, sondern meist nur im Rahmen einer Hausgeburt durchgeführt.

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