Eklampsie

Eine Eklampsie ist eine schwerwiegende Schwangerschafts- komplikation, die durch Krampfanfälle mit oder ohne Bewusstseinsverlust gekennzeichnet ist. Obwohl die eigentliche Eklampsie sehr plötzlich auftritt, gibt es zum Glück einige Anzeichen, die auf diese Erkrankung hindeuten und es den Ärzten und Geburtshelfern ermöglichen, frühzeitig entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Doch was genau passiert eigentlich bei einer Eklampsie? Wie viele Schwangere sind betroffen? Und wie kannst Du der Erkrankung vorbeugen?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Du an einer Eklampsie erkrankst?

Eine Eklampsie ist eine schwerwiegende Komplikation, die ab der 30. Schwangerschaftswoche, während der Geburt oder im Wochenbett auftreten kann. Betroffene Frauen leiden unter starken tonisch-klonischen Krampfanfällen – bei tonischen Anfällen kommt es zu einer Versteifung der Muskulatur, klonische Anfälle sind durch Muskelzuckungen gekennzeichnet. Die Bezeichnung Eklampsie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „hervorstrahlen“ oder „hervorleuchten“. Der Name bezieht sich damit auf das sehr plötzliche Auftreten der Symptome. Zum Glück ist das Auftreten einer Eklampsie sehr selten: Im Durchschnitt ist etwa eine von 2.000 bis 3.500 schwangeren Frauen von der Krankheit betroffen. 80 Prozent dieser Frauen sind Erstgebärende. Ebenso begünstigen Schwangerschaftsdiabetes und Übergewicht das Auftreten der Krampfanfälle.

Was passiert bei einer Eklampsie?

Die Ursachen der Eklampsie sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch, dass eine Engstellung der Gefäße (Vasokonstriktion) auftritt. Die Eklampsie tritt oft als Folge einer zu spät erkannten Präeklampsie bzw. Gestose auf. Unter einer Präeklampsie versteht man eine Schwangerschaftserkrankung, die durch Bluthochdruck und vermehrte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) gekennzeichnet ist. Zusätzlich treten bei einer Präeklampsie häufig Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) im Gesicht sowie an Armen und Beinen auf. Bei einer schweren Präeklampsie klagen betroffene Frauen zudem häufig über Seh- und Hörstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem Verdacht auf Präeklampsie wird eine schwangere Frau unverzüglich ins Krankenhaus eingewiesen. Dort wird der Blutdruck medikamentös gesenkt und das Kind kann regelmäßig per CTG überwacht werden. Zusätzlich wird der Eiweißverlust durch eine eiweißreiche Ernährung ausgeglichen. Wenn eine Präeklampsie nicht erkannt und behandelt wird, kann es allerdings zu einer Eklampsie kommen. Dabei gehen den Krampfanfällen oft Symptome wie starke Kopfschmerzen, Augenflimmern, verschwommenes Sehen und neurologische Beschwerden wie motorische Defizite, Verwirrtheit oder sogar vorübergehende Blindheit voraus. Auch Übelkeit und Erbrechen können Vorboten einer Eklampsie sein. In etwa 30 Prozent der Fälle gibt es jedoch leider keinerlei Warnsignale vor dem Auftreten der eklamptischen Anfälle. In solchen Situationen ist die schnelle Reaktion des medizinischen Personals entscheidend.

Mögliche Komplikationen einer Eklampsie

Neben den typischen Krampfanfällen kann eine Eklampsie weitere Komplikationen mit sich bringen, die Gesundheit und Leben von Mutter und Kind gefährden. Hierzu gehören Nierenversagen, Hirnödeme, Thrombosen, Netzhautschäden und Blutungen. Außerdem kann es zu einer sogenannten Plazentainsuffizienz kommen, bei der das Kind nicht mehr ausreichend durch die Plazenta (den Mutterkuchen) versorgt wird. Je früher eine Eklampsie festgestellt und behandelt wird, desto größer ist die Chance, solche Komplikationen gering zu halten.

Wie wird eine Eklampsie behandelt?

Im Falle einer Eklampsie ist es zunächst wichtig, den Krampfanfall zu behandeln. Dazu werden der werdenden Mutter Antikonvulsiva (entkrampfende Medikamente) wie Diazepam und Clonazepam verabreicht. Ebenfalls krampflösend und noch dazu blutdrucksenkend wirkt Magnesium, das bei Auftreten einer Eklampsie intravenös gegeben werden kann. Parallel zur Behandlung der Mutter wird der Zustand des ungeborenen Babys durchgängig überwacht. Sollte sich der Zustand von Mutter und Kind nicht oder nur geringfügig bessern, muss die Geburt eingeleitet oder in schweren Fällen ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, um das Leben von Mutter und Kind zu retten.

Vorsorgeuntersuchungen sind das A und O, wenn es um eine Eklampsie geht.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verringern das Risiko einer Eklampsie.


So kannst Du einer Eklampsie vorbeugen

Eine Eklampsie tritt besonders häufig bei Frauen auf, die sich während der Schwangerschaft nicht regelmäßig untersuchen lassen. Wenn Du alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmst, kannst Du das Risiko einer Eklampsie deutlich senken, denn regelmäßige Urin-, Gewichts- und Blutdruckkontrollen sind wichtige Voraussetzungen für die Früherkennung einer Eklampsie. Vorstufen wie die Präeklampsie können oft durch Medikamente behandelt werden, wodurch es gar nicht erst zu den gefährlichen Krampfanfällen kommen muss. So kann Dein Frauenarzt Dir beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) verschreiben, wenn Du zur Risikogruppe für Präeklampsie und Eklampsie gehörst. Ein Allheilmittel, um eine Eklampsie auf jeden Fall zu verhindern, gibt es leider nicht. Doch je früher das Risiko erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für Mutter und Kind, die Schwangerschaftskomplikation gesund zu überstehen.

Die Eklampsie ist eine schwerwiegende Schwangerschaftskomplikation, die im letzten Drittel der Schwangerschaft, während der Geburt oder im Wochenbett auftreten kann und durch schwere Krampfanfälle der werdenden Mutter gekennzeichnet ist. Wenn Du eine Eklampsie vermeiden möchtest, ist es am wichtigsten, dass Du alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmst. Denn je früher ein Risiko für das Eintreten einer Eklampsie festgestellt wird, desto höher ist die Chance, dass Dir und Deinem Baby bestmöglich geholfen werden kann.

Bildquell: monkeybusinessimages/thinkstock

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