Stillprobleme unter der Zunge

Vielen Frauen und Babys, die unter Stillproblemen leiden, kann möglicherweise mit einem unkomplizierten Eingriff geholfen werden. Amerikanische Forscher nehmen an, dass ein verkürztes Zungenbändchen des Säuglings in vielen Fällen der Auslöser für die Stillprobleme ist.

Nicht wenige Mütter, und damit auch ihre neugeborenen Babys, haben Stillprobleme, die sich meistens dadurch äußern, dass das Baby nicht richtig oder nicht genug saugt. Das Stillen ist in diesen Fällen für Mutter und Kind äußerst anstrengend und häufig auch unbefriedigend. In zwei Dritteln der Fälle von Stillproblemen könne mittels eines kleinen chirurgischen Eingriffs Abhilfe geschaffen werden, so die Vermutung der amerikanischen Forscher.

Verkürztes Zungenbändchen verursacht Stillprobleme

Das Baby muss zum problemlosen Saugen die Zunge zur Lippe bewegen. Wenn es dies aufgrund eines verkürzten Zungenbändchens nicht schaffe, komme es zu den bekannten Stillproblemen, so Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Das Baby müsse dann mit Gaumen und Lippen saugen, was zum einen sehr anstrengend für den Säugling und zum anderen äußerst schmerzhaft für die Mutter sei. Eine Korrektur des Zungenbändchens und damit eine Behebung vieler Stillprobleme lasse sich, Niehaus zufolge, mit einem kleinen operativen Eingriff vollziehen, der in aller Regel nicht einmal eine Betäubung benötige.

Ein verkürztes Zungenbändchen kann Auslöser von Stillproblemen sein

Oft haben junge Mütter und ihre Neugeborenen Probleme beim Stillen


Ursache von Stillproblemen erkennen

Da bis zu zehn Prozent der neugeborenen Babys unter der sogenannten Ankyloglossie, also einer Verkürzung des Zungenbändchens, leiden, ist es ratsam, im Fall von anhaltenden Stillproblemen einen Arzt aufzusuchen. Auch die Eltern können im Vorfeld ein paar Tests mit ihrem Kind durchführen, um herauszufinden, ob sich der Verdacht auf ein verkürztes Zungenbändchen erhärten lässt. Dazu gehört das Herausstrecken der Zunge, das bei verkürztem Zungenbändchen, wie auch die gesamte Zungenbeweglichkeit, stark eingeschränkt ist. Stillprobleme, die einen deutlichen Hinweis auf Ankyloglossie darstellen, sind beispielsweise eine extrem lange Dauer des Stillens oder ein Säugling, der Probleme hat, an der Brust zu bleiben.

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