Faltenfreie Haut

Kollagen: Das Protein für glatte Haut

Kollagen: Das Protein für glatte Haut

Kollagen hat einen festen Platz in der Kosmetikindustrie. Ob als Zusatzstoff in Cremes oder als Füllmaterial bei der Faltenunterspritzung – Kollagen gilt als Wunderwaffe im Kampf gegen das Altern. Doch was genau ist Kollagen eigentlich? Wie wirkt es? Und vor allem: Kann Kollagen den natürlichen Alterungsprozess der Haut tatsächlich aufhalten?

Kollagen ist ein Protein und Hauptbestandteil der menschlichen Haut. Es besteht aus seilähnlichen Strukturen, die sich zu Fasern mit einer hohen Festigkeit vernetzen. Dieses Fasernetz aus Kollagen ist das Stützgerüst des Bindegewebes, das dafür sorgt, dass die Haut straff ist. Somit ist Kollagen eines der wichtigsten Elemente, das für die Spannkraft und Elastizität der Haut verantwortlich ist. Zudem speichert Kollagen Feuchtigkeit und fördert den Wiederaufbau von Hautzellen. Im Zuge der täglichen Regeneration wird Kollagen kontinuierlich neu gebildet. Doch das bleibt leider nicht ein Leben lang so: Mit zunehmendem Alter lässt die Produktion neuer Fasern nach und der Kollegen-Anteil in der Haut nimmt stetig ab. Die Folge: Die Haut verliert an Festigkeit und Elastizität und es bilden sich erste Fältchen. Ein natürlicher Alterungsprozess der Haut, der durch Stress, UV-Strahlen, ungesunde Ernährung, Alkohol und Nikotin zusätzlich vorangetrieben wird. Doch die Schönheitsindustrie bemüht sich um Abhilfe und versucht mit künstlich hergestelltem Kollagen dem Verfall der Haut auf vielfältige Weise entgegenzuwirken.

Eine Frau lässt sich Lippen aufspritzen
Kollagen wird vielfältig in der Kosmetikindustrie eingesetzt

Künstliches Kollagen in der Kosmetikindustrie

Kollagen hat längst einen festen Platz in der Kosmetikwelt eingenommen: Seit es Forschern in den 1990er Jahren erstmals gelang, Kollagen aus tierischen Zellen zu isolieren, und sie damit den Grundstein für den Einsatz von Kollagen in Anti-Aging-Produkten legten, gilt Kollagen bei den Beautyherstellern als Star im Kampf gegen die natürliche Hautalterung. Deshalb ist Kollagen in scheinbar unendlich vielen Cremes, Lotionen und Mittelchen enthalten. Die Kosmetikindustrie hat inzwischen verschiedene Methoden zur Herstellung von künstlichem Kollagen entwickelt. Während es früher noch vorwiegend aus Rinder- und Schweinehaut gewonnen wurde, wird es mittlerweile zumeist aus Fischhaut oder dem Eiweiß von Kaviar und Austern hergestellt. Seit 2003 gibt es zudem eine Methode aus den USA, bei der menschliches Kollagen aus Zellkulturen gezüchtet wird. Doch während Kollagen als natürlicher Bestandteil unseres Körpers vor allem für die Spannkraft der Haut verantwortlich ist, sind die Vorteile von künstlichem Kollagen auf die feuchtigkeitsspendende Wirkung des Proteins begrenzt – das natürliche Hautgerüst, das für straffe Haut verantwortlich ist, können künstliche Kollagene aber nicht rekonstruieren.

Kollagen in Cremes & Co.

Als künstlicher Bestandteil in Kosmetikprodukten hilft Kollagen, Wasser zu binden und die Haut praller zu machen. Ob in Cremes, Lotionen oder Masken – kollagenhaltige Pflegeprodukte hinterlassen auf der Haut einen Feuchtigkeit spendenden Film, der die Hautoberfläche nach dem Auftragen glatter und geschmeidiger erscheinen lässt. Hierbei handelt es sich um einen sichtbaren, aber leider zeitlich begrenzten Effekt. Wenn Du also mit Hilfe einer kollagenhaltigen Creme für ein jüngeres Aussehen sorgen willst, musst Du die Creme schon mehrmals täglich benutzen, da der Effekt bereits nach wenigen Stunden wieder verblasst. Dieser Effekt des Kollagens wird aber nicht nur in Anti-Aging-Produkten genutzt, sondern ist der Grund dafür, weswegen es auch immer häufiger in Mascara und Lippenstiften steckt. Denn der Kollagenfilm lässt auch Wimpern und Lippen optisch fülliger wirken.

Kollagen in der Schönheitschirurgie

Einen länger anhaltenden Anti-Aging-Effekt als kollagenhaltige Cremes versprechen etwa Faltenunterspritzungen mit Kollagen. Bei der Faltenunterspritzung wird Kollagen mit einer feinen Nadel unter die Falte injiziert, wodurch innen Polster entstehen, die die Falte anheben und sie so optisch reduzieren. Um ein sichtbares Ergebnis zu erzielen, sind mehrere Sitzungen im Abstand von ein paar Wochen notwendig. Die Kosten pro Sitzung liegen bei rund 250 Euro. Doch ewig hält auch dieser Verjüngungseffekt leider nicht, denn das Kollagen wird im Laufe der Zeit wieder abgebaut. Nach ungefähr sechs Monaten kehren die Falten wieder zurück und eine erneute Behandlung ist erforderlich. Der auffüllende Effekt von Kollagen wird in der kosmetischen Chirurgie aber nicht nur zur Faltenunterspritzung genutzt. Mit Kollagen können auch Narben, eingesunkene Wangen und Lippen aufgepolstert werden. Die Preise hierfür starten bei etwa 200 Euro und steigen mit der Menge des zu verwendenden Materials. Auch hierbei baut sich das Kollagen nach ungefähr sechs Monaten wieder ab, sodass dann eine erneute Behandlung notwendig wird. Wenn Du eine Aufpolsterung mit Kollagen in Erwägung ziehst, solltest Du bedenken, dass solche ästhetischen Eingriffe auch mit Risiken verbunden sind. Kurz nach der Behandlung kann es zu starken Schwellungen und Gewebeverhärtungen kommen. Um Unverträglichkeiten auszuschließen, ist deshalb zuvor ein Allergietest erforderlich.

Kollagen ist ein beliebter Zusatzstoff in Anti-Aging-Produkten. Die Gründe dafür sind klar: Der feuchtigkeitsspendende Film des Kollagens in Cremes lässt die Haut praller und somit jünger erscheinen, und als Füllmaterial bei der Faltenunterspritzung kann Kollagen Falten optisch reduzieren. Zwar kann auch Kollagen den natürlichen Alterungsprozess der Haut nicht aufhalten – aber das Protein kann zumindest für einige Zeit die Zeichen der Zeit kaschieren.

Bildquelle: Dreamstime

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