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Unbeliebte Insekten

Wespensaison 2023: Bleibt die Wespenplage dieses Jahr aus?

Wespensaison 2021

Es gibt so viele Dinge, auf die wir uns im Sommer freuen. Wespen gehören definitiv nicht dazu. Eigentlich hätten die Tiere gerade Hochsaison – doch genau wie Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad, lassen die Wespen dieses Jahr auf sich warten. Bleibt die Wespenplage dieses Jahr wirklich aus?

Aktueller Stand der Wespensaison 2023

Im August nerven die Wespen normalerweise besonders. Allerdings sind die Tiere dieses Jahr gefühlt deutlich weniger unterwegs als noch im Vorjahr. Das kann zum einen daran liegen, dass wir selbst uns bei dem aktuell schlechten Wetter weniger draußen aufhalten, zum anderen ist es aber auch wahrscheinlich, dass die schlechten Wetterbedingungen im Frühjahr tatsächlich für eine geringere Population gesorgt haben. Auch das Unternehmen SchädlingsHero, das Wespennester auf Anfrage entfernt, berichtet von deutlich weniger Anfragen als im Vorjahr. Sie seien um mehr als 50 Prozent gesunken. Die Saison habe zudem verspätet gestartet und sei bereits wieder am Abflachen, heißt es im Wespenreport. Dass es noch plötzlich noch mal zu einem deutlich erhöhten Wespenaufkommen kommt, sei eher unwahrscheinlich, denn sowohl die zunächst starke Hitzewelle als auch die darauf folgenden kalten und regnerischen Wochen im Juli und August waren keine optimalen Bedingungen für Wespen.

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Was beeinflusst, ob es im Sommer viele Wespen gibt?

Schon im Frühjahr gab es einige Hinweise, die dafür sprachen, dass uns eine Wespenplage dieses Jahr erspart bleiben könnte. Denn Wespen bauen ihre Nester meist im April. Die Bedingungen sind für die Wespen optimal, wenn dieser Monat trocken und warm ist. Starker Niederschlag über einen längeren Zeitraum zerstört die frisch gebauten Nester. Denn sie bestehen aus einer Art Pappmasche, das die Tiere selbst herstellen. Dieses ist nicht wasserdicht. Wird es durchnässt, kann es zu Schimmelproblemen und dem Tod der Larven kommen. Der April 2023 galt im Vergleich zu den Vorjahren als zu regenreich. Auch die Temperaturen fielen unverhältnismäßig kühl aus. Das könnte dafür sorgen, dass es dieses Jahr weniger Wespen gibt als im letzten Jahr.

Auch ein kalter Winter ist für Wespenköniginnen nicht optimal. Er kann dazu führen, dass einige Wespenköniginnen nicht überleben. Diese haben zwar eine Art Frostschutz, der sie überwintern lässt, fällt die Temperatur aber über einen längeren Zeitpunkt deutlich unter Null, kann es trotzdem sein, dass die Insekten erfrieren. Wie der diesjährige Winter sich auf die Wespenpopulation ausgewirkt hat, ist schwer zu sagen. Im Mittel war er 1,5 Grad zu warm, allerdings handelte es sich beim Dezember 2022 um den kältesten Dezember seit 10 Jahren und längere Frostperioden zogen sich teilweise bis Ende März.

Deshalb gab es 2022 so viele Wespen

Im letzten Jahr fiel der vor allem der Mai außergewöhnlich trocken und warm aus, aber auch Mitte bis Ende April mussten Wespen, die genau in dieser Zeit ihre Nester bauen, nur wenig Regen fürchten. Auch der vorhergegangene Winter war sehr mild. Insgesamt hatten Wespen damit perfekte Bedingungen, um sich in großer Masse fortzupflanzen.

Wann bauen Wespen ihre Nester?

Die Bedingungen für eine Vielzahl an Wespennestern waren also 2022 optimal, 2023 hingegen sieht es anders aus. Die meisten Wespennester werden im April gebaut, teilweise auch noch bis in den Mai hinein. Wer in dieser Zeit Wespen im Garten oder auf dem Balkon rumfliegen sieht, kann also davon ausgehen, dass es sich um eine Königin auf der Suche nach einem Platz für ihr Nest oder nach Materialien zum Nestbau handelt. Nach Mai werden für gewöhnlich keine neuen Nester mehr gebaut, dafür werden die bestehenden von den Arbeiterwespen immer weiter vergrößert und neue Larven herangezogen. Deshalb steigt die Wespenpopulation bis Ende August rapide an. Vor allem an heißen Tagen können die Wespen ihren Nachwuchs hervorragend heranziehen, wie Prof. Dr. Michael Ohl, wissenschaftlicher Leiter der Bienen-, Wespen- und Ameisensammlung am Museum für Naturkunde Berlin, uns erklärt. Zu heiß darf es jedoch auch nicht sein. Temperaturen um die 40 Grad machen den Tieren zu schaffen. Und auch wenn Wasserquellen fehlen, wird das zum Problem, denn die Tiere brauchen Wasser, um ihre Nester zu erweitern.

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Werden die Wespen im Laufe des Sommers aggressiver?

Häufig haben wir auch den Eindruck, Wespen werden im Laufe des Sommers immer aggressiver. Tatsächlich werden die Wespen mit der Zeit einfach nur mehr. Und wenn sie mit der Aufzucht der Larven fertig sind, dann interessieren sie sich umso mehr für Süßspeisen. Sie teilen unsere Liebe für Eis, Obst und Kuchen und können ziemlich beharrlich im Versuch sein, ein Stück davon abzubekommen. „Dadurch, dass mehr Wespen da sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit gestochen zu werden. Das heißt jedoch nicht, dass die Wespen aggressiver werden. Solche Gefühlswallungen haben sie gar nicht“, räumt Michael Ohl mit dem Mythos auf. Die Angriffslust der Tiere kann sich jedoch steigern, etwa wenn man nach ihnen schlägt, sie einsperrt oder anderweitig dafür sorgt, dass sie sich bedroht fühlen. Die beste Methode, mit Wespen am Tisch umzugehen, ist also nach wie vor, sie möglichst zu ignorieren. Auch ein Abwehrspray aus natürlichen Düften kann gegen die Wespenplage helfen.

Sollte das nicht mehr möglich sein, weil sich ein Wespennest in der Nähe befindet und es einfach zu viele Tiere werden, kann man die Umsetzung dieses Nestes beantragen, wenn es gut zu erreichen ist. Zerstören darf und sollte man Nester auf keinen Fall eigenständig. Das kann nicht nur jede Menge Stiche, sondern auch Bußgelder mit sich ziehen. Nur, wer nachweislich unter einer Wespenstich-Allergie leidet, kann eine Zerstörung der Nester beantragen. Das sollte aber immer der letzte Schritt sein. Denn so nervig Wespen auch sein mögen, für die Natur sind sie sehr wichtig.

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Bildquelle: istock/RelaxFoto.de

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