Rewe-Puddingtest
Nina Rölleram 16.01.2018

Wenn du deinen Traumberuf Schokoladenverkoster verfehlt hast, ist jetzt deine Chance gekommen: Da sich Rewe vorgenommen hat, den Zuckergehalt seiner Eigenmarken bis 2020 zu verringern, kann jeder einen Monat lang zum Schokopuddingtester werden. Das hat sich unsere Redaktion natürlich nicht zweimal sagen lassen – und dabei Einiges über die eigenen Geschmacksnerven gelernt.

So unterschiedlich sind die Testpuddings

Eine derartige Produktzusammenstellung gab es wohl noch nie: Bis zum 12. Februar bekommst du einen Viererpack des „Rewe Deine Wahl“-Schokopuddings für einen Euro, der sich lediglich im Zuckergehalt unterscheidet. Ansonsten handelt es sich dabei um gewöhnlichen Schokopudding aus Sahne, Vollmilch, Kakao, Zucker, Stärke und dem Verdickungsmittel Maltodextrin. Den höchsten Zuckergehalt hat dabei die Originalrezeptur, die derzeit auch einzeln bei Rewe erhältlich ist. Die anderen drei Puddingbecher enthalten einmal 20, 30 und 40 Prozent weniger Zucker.

Um zu verdeutlichen, was das konkret bedeutet, habe ich mal nachgerechnet, wie viele Zuckerwürfel in den kleinen Bechern mit jeweils gerade mal 85 g Schokopudding versteckt sind. Das Ergebnis lässt schon erahnen, dass sie geschmacklich sehr unterschiedlich ausfallen. Bei der Originalversion isst du pro Portion knapp vier Zuckerwürfel, während du bei der um 40 Prozent reduzierten Version nur etwas mehr als zwei Zuckerwürfel zu dir nimmst.

Unser Sieger im großen Schokopuddingvergleich

Da ich als Veganerin beim Geschmacksvergleich passen musste, habe ich als neutrale Testbeauftragte meine Redaktionskolleginnen an die Löffel gebeten. Trotz einiger Puddingverschmäherinnen konnte ich vier Testerinnen dazu bewegen, sich sachgemäß durch die Desserts zu probieren. Ja, sachgemäß, denn dem Schokopudding liegt tatsächlich auch eine Verkostungsanleitung bei, an die sich alle auch brav gehalten haben.

So haben wir getestet: Zuerst wurde die Originalrezeptur verkostet, die beim ersten Probieren für alle nach klassischem Schokopudding schmeckte – also ziemlich gut. Danach ließ ich meine Testkaninchen erst einmal in Ruhe kosten. Nachdem alle den am wenigsten süßen Pudding probiert hatten, kam noch der interessanteste Teil: Der Originalrezeptur eine zweite Chance geben.

Unsere Testsieger: Die Geschmäcker in unserer Redaktion fallen sehr unterschiedlich aus. Das wird nicht nur deutlich, wenn wir versuchen, gemeinsam Essen zu bestellen, sondern auch bei diesem Test. Die um 30 Prozent reduzierte Variante konnte zwei Testerinnen am meisten überzeugen, der -20 Prozent-Pudding bekam eine Stimme, ebenso die Originalrezeptur. Keine Liebhaber konnte der Schokopudding mit dem geringsten Zuckeranteil gewinnen – eine Testerin fand ihn sogar eklig.

Das haben wir gelernt: Am interessantesten war zu beobachten, wie sich das Urteil über die Originalrezeptur mit dem höchsten Zuckergehalt im Laufe des Tests veränderte. Während ihn zu Beginn alle lecker fanden, war er drei Testerinnen im Vergleich dann doch viel zu süß. Was lernen wir also daraus? Genau, wir können unseren Geschmack an weniger süße Produkte gewöhnen und unsere Geschmacksnerven scheinbar austricksen. Vielleicht sollte man im Alltag auch mal ausprobieren, weniger Zucker in den Kaffee zu geben oder alternative Süßungsmittel wie den Birkenzucker Xylit zu verwenden.* Wer weiß, vielleicht kommt einem dann die gewohnte Variante schnell viel zu süß vor.

Mit unseren Tipps kannst du beim Backen ohne Geschmackseinbußen Zucker und Fett sparen.

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Dahinter steckt cleveres Marketing

Durch den Test haben wir allerdings nicht nur mehr über unsere Geschmacksgewohnheiten gelernt, sondern auch etwas über gekonntes Marketing. Denn warum initiiert Rewe überhaupt einen solchen Test mit seinen Kunden, wenn Produkte normalerweise hinter den Türen von professionellen Lebensmittellaboren entstehen? Vordergründig gibt Rewe an, dass es sich dabei tatsächlich um eine Umfrage handelt. Den Puddingfavoriten kann man schließlich auf der Homepage eintragen und auch noch Preise gewinnen. Hört sich natürlich alles super an!

Jedoch handelt Rewe dabei ganz gewiss nicht uneigennützig. Der Schokopuddingtest ist Teil einer großen Werbekampagne, in der sich die Supermarktkette nicht nur als kundennah, sondern auch als gesundheitsbewusst präsentiert. Dafür wird mit einem rührseligen TV-Spot geworben, in dem „Rewe, mein Markt für bewusste Ernährung“ mir sagt, dass ich „Zucker bin“. Mit der Frage „Wie viel Zucker brauchst du noch?“ will Rewe mir dann wohl suggerieren, dass ich vielleicht gar nicht so viel Zucker nötig habe, schließlich bin ich ja schon total süß – wie schmeichelhaft. Mir persönlich ist das eine Spur zu viel Honig beziehungsweise Zucker, ums Maul geschmiert. Irgendwie war das Marketing jedoch erfolgreich, schließlich haben wir dem Schokopudding von Rewe hier eine Plattform geboten, ohne dafür bezahlt worden zu sein. Hier kannst du dir selbst ein Urteil über die Kampagne bilden:

Auch in gesunden Snacks versteckt sich Zucker!

Dass Schokopudding ohne Zucker nicht schmecken würde, ist klar. Es handelt sich dabei schließlich auch um ein Dessert, bei dem man sich ruhig etwas gönnen kann. Anders ist das aber bei vermeintlich gesunden Produkten, die vorgaukeln, gut für die Figur zu sein. In den folgenden Lebensmitteln kann sich wirklich viel Zucker verstecken, auch wenn du es nicht herausschmeckst.

Achtung: Diese 9 Lebensmittel sind gar nicht mal so gesund!

Selbst wenn der Rewe-Puddingtest auch aus Marketinggründen ins Leben gerufen wurde, wird er womöglich eine Rezepturveränderung herbeiführen – zumindest, wenn die Mehrheit der Tester eine weniger süße Version bevorzugt, wie unsere Redaktion. Hast du auch schon den Test gemacht? Dann sind wir gespannt darauf zu hören, wie dein Urteil ausgefallen ist. Sag uns deinen Favoriten in den Kommentaren!

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Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/Daniela Romanesi


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