ökologische Kleidung
Nina Rölleram 19.12.2016

Bio-Lebensmittel findet man mittlerweile in jedem Discounter und so ungefähr hat jeder eine Vorstellung davon, warum es sinnvoll sein kann, bei Essen auf ökologische Landwirtschaft zu setzen. Schließlich wollen wir mit unserer Nahrung keine Pestizid-Rückstände aufnehmen und durch den täglichen Konsum nicht unnötig der Umwelt schaden. Doch auch Kleidung wird immer häufiger in Bio-Qualität angeboten. Ob es sich dabei nur um eine unnötige Mode oder einen unterstützenswerten Trend handelt, erfährst Du hier.

Gemeinhin neigen wir dazu, uns nicht in allen Bereichen des Lebens zu fragen, wo die Rohstoffe für all die Dinge herkommen, die wir im Alltag verwenden. Bei frischen Lebensmitteln, Kaffee und Kakao achten immer mehr Menschen auf nachhaltige Anbaumethoden, doch bei den meisten anderen Gebrauchsgegenständen herrscht weithin Unwissen. Hättest Du zum Beispiel gewusst, dass es auch bei Kondomen große Unterschiede gibt und nicht alle Gummis vegan sind? Die meisten Textilien bestehen aus Baumwolle, die für gewöhnlich nicht biologisch angebaut wird. Macht es jedoch Sinn auf ökologische Kleidung umzusteigen und wie vertrauenswürdig ist günstige Bio-Bekleidung von H&M, C&A und Co.?

Ökologische Kleidung

Viele Textilien bestehen aus Pflanzenfasern, die mit unterschiedlichen Anbaumethoden gewonnen werden.

Warum ökologische Kleidung sinnvoll ist

ökologische Mode

Wie kann denn ein Kleid bio sein?

Der Begriff Bio in Verbindung mit Bekleidung führt oft noch zu Stirnrunzeln, da die meisten sich nicht dessen bewusst sind, dass nicht nur für Lebensmittel Nutzpflanzen angebaut werden. Dabei gehört Baumwolle zu den weltweit am häufigst angebauten Pflanzen und gilt leider auch als das landwirtschaftliche Produkt, das den höchsten Einsatz von Chemikalien erfordert. Dazu kommt der hohe Wasserverbrauch des Baumwollanbaus, wodurch bereits große Gewässer wie der Aralsee durch die umliegenden Baumwollfelder nach und nach austrocknen. Die verwendeten Pestizide und Düngemittel vergiften in den Anbaugebieten das Grundwasser und stellen somit eine nicht zu unterschätzende Umweltbelastung dar. Kritiker bemängeln außerdem, dass bereits fast die Hälfte der weltweit angebauten Baumwolle gentechnisch verändert wird. Ein schonender Anbau von Bio-Baumwolle für die Herstellung von Bekleidung macht also durchaus Sinn. Im Vordergrund steht hier ganz klar der Schutz von weltweiten Lebensräumen, aber auch die Vermeidung von Pestizid-Rückständen in der fertigen Bekleidung, mit der wir schließlich in direkten Hautkontakt kommen.

Daran erkennst Du Bio-Bekleidung

Bio Baumwolle

Achte beim Shoppen auf anerkannte Siegel!

Ähnlich wie bei Lebensmitteln, ist es gar nicht so leicht, echte ökologische Kleidung von Mode zu unterscheiden, die sich lediglich ihr Image grün aufpolieren will. Anstatt Dich von unbedeutenden Bezeichnungen wie „Green Clothing“, „Organic“ oder „Natural“ täuschen zu lassen, solltest Du lieber nach anerkannten Zertifizierungen auf dem Etikett schauen. Hier findest Du im Falle von Bio-Baumwolle meist die Kennzeichnung „kbA“, die für „kontrolliert biologischer Anbau” steht. Genauso wie bei Nahrungsmitteln ist allerdings bio nicht gleich bio. Wenn Dir neben einem naturschonenden Anbau auch faire Arbeitsbedingungen und der Boykott von Kinderarbeit wichtig sind, solltest Du zusätzlich auf das Fairtrade-Siegel oder die Bezeichnung „GOTS“ (Global Organic Textile Standard) achten, bei denen soziale Aspekte im Produktionsprozess zusätzlich eine Rolle spielen.

Wie Bio-Mode die internationalen Laufstege erobert

Organic By John Patrick

Organic by John Patrick ist eines von vielen nachhaltigen Modelabels.

Bei hochwertiger Designermode könnte man eigentlich vermuten, dass Bio-Textilien zum Standard gehören. Viele High Fashion-Labels schenken diesem Thema leider noch relativ wenig Beachtung. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: Immer mehr junge Designer setzen ausschließlich auf nachhaltig hergestellte Materialien und beweisen, dass Öko-Bekleidung nicht gleichbedeutend mit Hippie-Strickpullovern ist. Viele Modeschöpfer setzen vielmehr auf zeitlose minimalistische Looks, die für mehr als nur eine Saison getragen werden können, denn auch das ist schließlich nachhaltig! Seit 2004 beweist zum Beispiel das Label Organic by John Patrick, dass sich aktuelle Mode, faire Herstellung und der Bezug von ökologischen Rohstoffen nicht ausschließen.

Wenn Du möglichst nachhaltig konsumieren willst, lohnt natürlich auch der Blick auf die hiesige Modeszene. MYULI ist noch ein recht junges Modelabel aus Berlin, das sowohl extravagante Looks für den Laufsteg als auch tragbare Designerstücke entwirft und nachhaltig produziert.

Hier bekommst Du preiswerte ökologische Kleidung

ökologische Kleidung preiswert

Online findest Du eine große Auswahl ökologischer Kleidung.

Mittlerweile bieten aber nicht nur Designer Bekleidung in Bio-Qualität an. Alle großen Bekleidungsketten wie H&M, C&A, Zara und Primark bieten ihren Kunden Produkte aus Bio-Baumwolle an, deren Preise sich kaum von der regulären Ware unterscheidet. Kann man dieser Discounter-Ökoware wirklich trauen? Ein Großteil der verwendeten Bio-Baumwolle der großen Modeketten entstammt tatsächlich aus nachhaltigerem Anbau und H&M ist sogar der weltweit größte Vebraucher von Bio-Baumwolle weltweit. Jedoch unterliegt diese Bio-Ware lascherer Kriterien als die vieler kleiner Öko-Modelabels und sind vermutlich gar nicht so bio, wie Du denkst! In günstiger Bio-Bekleidung wurden in den letzten Jahren immer wieder Bestandteile von gentechnisch veränderter Bio-Baumwolle gefunden. Zudem werden bei diesen Produkten soziale Arbeitsbedingungen außer Acht gelassen. Wenn Du also auf Nummer sicher gehen willst, solltest Du Deine Bekleidung lieber von bewährten Öko-Modelabels beziehen, die garantiert gentechnikfrei sind und bei denen auch auf faire Arbeitsbedingungen geachtet wird. Für diese nachhaltige Mode musst Du natürlich etwas tiefer in die Tasche greifen, als bei den gängigen Mode-Discountern. Nachhaltig zu konsumieren bedeutet jedoch auch, lieber einige wenige hochwertige Kleidungsstücke zu kaufen. Eine gute Idee ist daher eine Kombination aus Vintage-Mode und modischer Bekleidung dieser Labels:

  • Lillika Eden

Lillika Eden wurde vom Online-Nachhaltigkeitsportal utopia.de zum besten Onlineshop für ökologische Kleidung gewählt, da das Label seine schicken Teile in Berlin und Sachsen produziert, das Angebot überwiegend „GOTS“-zertifiziert ist und zudem komplett vegan ist. Coole bedruckte Shirts bekommst Du hier schon ab 29 Euro.

  • Bleed Clothing

Wenn Du eher auf lässige Street Styles stehst, solltest Du Dich bei Bleed Clothing umschauen. Dort finden auch die Herren der Schöpfung nachhaltige Mode, die neben Bio-Baumwolle auch aus Kork, Hanf, Tencel, Leinen oder recyceltem Polyester hergestellt wird. Auch Ex-GNTM-Kandidatin Marie Nasemann ist bereits ein Fan von Bleed Clothing und schreibt seit Neuestem auf ihrem Organic Beauty Blog fairknallt.de über ihre schönsten Fundstücke in Sachen ökologischer Kleidung.

  • People Tree

Eine besonders große Auswahl an nachhaltiger Mode bietet auch das britische Label People Tree an. Hier findest Du neben süßen Kleidern und Röcken auch gleich den passenden Schmuck.

  • JAN ‘N JUNE

Wenn Dir nicht nur nachhaltige, sondern auch möglichst regionale Produktion wichtig ist, solltest Du Dir die Kollektion des jungen Hamburger Labels JAN ‘N JUNE anschauen. Hier bekommst Du Tops bereits ab 22 Euro und Kleider ab 45 Euro.

Wärst Du bereit für faire und nachhaltige Mode etwas mehr auszugeben oder findest Du den Bio-Hype übertrieben? Wenn Du von billiger Massenware wegkommen willst, kannst Du Dich natürlich auch einfach mal im Konsumverzicht üben oder vermehrt auf Secondhand-Ware setzen. Hier zeigen wir Dir außerdem, wie Du in 5 Schritten nachhaltig einkaufen kannst.

Bildquelle: iStock/LuminaStock, iStock/g215, Getty Images/LUIS ROBAYO, iStock/BCFC, Getty Images/ Mireya Acierto

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