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Alopecia areata

Kreisrunder Haarausfall: Was dahintersteckt & was du dagegen tun kannst

Hier ein Haar, da ein Haar: Der Mensch verliert pro Tag etwa siebzig bis einhundert Haare. Aber was ist, wenn dir an bestimmten Stellen auf einmal die Haare komplett ausgehen? Diese Erscheinung bezeichnet man als kreisrunden Haarausfall. Viele Menschen fragen sich natürlich, warum gerade sie betroffen sind und wo die Ursachen liegen könnten. Wir verraten dir, welche Faktoren kreisrunden Haarausfall fördern können und wie man ihm effektiv entgegenwirken und ihn vorbeugen kann.

Was ist ein kreisrunder Haarausfall?

Kreisrunder Haarausfall wird auch Alopecia areata genannt und bezeichnet kreisrunde oder ovale, entzündliche, kahle und scharf begrenzte Stellen am Kopf, die sich je nach Verlauf vergrößern oder vermehren können. Erstmals wurde diese Form des Haarverlustes in der Antike von Hippokrates beschrieben und erhielt den Namen „Fuchskrankheit“. Der Grund: Zu dieser Zeit wurde häufig beobachtet, dass Füchsen fleckenförmig das Fell ausging. Mittlerweile betrifft der kreisrunde Haarausfall alleine in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen jeden Alters und Geschlechts. Es handelt sich dabei um eine Haarerkrankung, die zwar zum Verlust der Haare führt, aber die Haarwurzeln an sich nicht betrifft, weshalb der kreisrunde Haarausfall die Schulmedizin noch immer vor ein Rätsel stellt.

Wie äußert sich kreisrunder Haarausfall?

Wie stark der kreisrunde Haarausfall bei den Betroffenen ausgeprägt ist, kann sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen beschränkt sich der Haarverlust auf ein bis zwei haarlose Stellen auf der Kopfhaut, die einen Durchmesser von wenigen Zentimetern umfassen können. Als ein weiteres Symptom kommt oft Juckreiz dazu. Etwa drei Viertel der Betroffenen leiden unter dieser Form des kreisrunden Haarausfalls, doch einige haben mit mehr kahlen Stellen zu kämpfen, die sogar ineinander übergehen können. Je nach Schwere der Erkrankung kann der kreisrunde Haarausfall auch in diffusen Haarausfall übergehen. Dieser nennt sich Alopecia diffusa und betrifft nicht mehr nur einzelne Stellen auf der Kopfhaut. Im schlimmsten Fall können den Betroffenen sogar die Augenbrauen und die Wimpern ausgehen. Bei der Alopecia totalis kommt es zum Verlust der gesamten Kopfbehaarung und bei der Alopecia universalis fällt sogar die komplette Körperbehaarung aus.

Haarausfall? Eisenmangel könnte der Grund sein Abonniere uns
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Was ist die Ursache für kreisrunden Haarausfall?

Der Ursprung des kreisrunden Haarausfalls ist bis jetzt noch nicht vollständig geklärt. Laut aktuellem Forschungsstand scheint es sich dabei um eine Autoimmunkrankheit zu handeln. Durch diese Störung des Immunsystems greifen T-Lymphozyten, die normalerweise Eindringlinge im Körper bekämpfen, die Haarfollikel an, da sie diese fälschlicherweise als Fremdkörper identifizieren. Dadurch kommt es zu Entzündungen, die zuerst das Haarwachstum stören und dann zum kreisrunden Haarausfall führen können.

Die meisten Betroffenen sind Allergiker, weshalb mit der Alopecia Areata auch oft Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma und Nahrungsmittelallergien einhergehen können. Nicht nur eine Schwäche des Immunsystems kann das Auftreten des kreisrunden Haarausfalls verursachen, sondern auch die Psyche. Denn besonders Depressionen, persönliche Verlustsituationen und ein hohes Stresslevel stehen im Verdacht, diese entzündliche Erkrankung zu fördern – doch genauere Studien zu dieser Annahme fehlen bis dato. Auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion und rheumatische Erkrankungen werden als Ursache des kreisrunden Haarausfalls in Betracht gezogen.

Wann wächst kreisrunder Haarausfall wieder zu?

In vielen Fällen verschwindet der kreisrunde Haarausfall nach einigen Monaten so schnell, wie er aufgetaucht ist. Bei einigen Betroffenen kann sich die entzündliche Erkrankung jedoch über Jahre weiterentwickeln. Sollten die Haare nach und nach wieder wachsen, sind diese zu Beginn oft noch farblos und dünn. Erst mit der Zeit werden sie ihre alte Struktur wiederbekommen. Aber Vorsicht: Auch wenn die kahlen Stellen wieder zugewachsen sind, kann es jederzeit durch einen plötzlichen Schub wieder zum Ausfall der Haare kommen. Obwohl die Erkrankung der Haarfollikel an sich nicht weiter schädlich für den Körper ist, gehen mit ihm oft eine psychische Störung und Depressionen einher, die wiederum den kreisrunden Haarausfall begünstigen können. Denn viele Frauen fühlen sich dann weniger schön und verstecken sich. Doch es gibt verschiedene Auswege aus diesem Teufelskreis!

Was kann man gegen kreisrunden Haarausfall tun?

In der Schulmedizin werden vorrangig die Symptome des kreisrunden Haarausfalls bekämpft. Dabei soll der Entzündung durch sogenannte topische Steroide zu Leibe gerückt werden, die jedoch beträchtliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Die oft cortisonhaltigen Präparate gehen nämlich gegen die Entzündungen vor, indem sie praktisch das eigene Immunsystem schwächen, weshalb die T-Lymphozyten die Haarfollikel nicht mehr angreifen. Dabei können jedoch auch die Haut und das Bindegewebe beeinträchtigt und dünner werden. Während sich die Haut nach der Behandlung des kreisrunden Haarausfalls wieder regenerieren kann, bleibt die Schädigung des Bindegewebes dauerhaft erhalten. Zudem können noch weitere Nebenwirkungen der Präparate auftreten, wie beispielsweise verschiedene Hauterkrankungen.

Kreisrunder Haarausfall und Naturheilkunde

Die Herangehensweise an den kreisrunden Haarausfall ist in der Homöopathie eine andere, denn hier wird der Körper als Ganzes gesehen. Damit erfolgt also nicht nur die Bekämpfung der Symptome, sondern es wird nach den konkreten Ursachen des Haarverlustes gesucht. Als ein Ursprung des kreisrunden Haarausfalls kann deshalb auch ein Ungleichgewicht im Säure-Base-Haushalt des Menschen in Betracht gezogen werden. Hier wird vor allem eine basenreiche Ernährung empfohlen, bei der weitgehend auf tierische Eiweiße, wie Fleisch und Milchprodukte, verzichtet wird.

Auch eine geschädigte Darmflora kann durchaus zu kreisrundem Haarausfall führen. Was viele nicht wissen: Über 70 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen werden im Darm gebildet. Besteht hier ein Ungleichgewicht, wird das gesamte Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen – kreisrunder Haarausfall kann ein Anzeichen dafür sein. Hier empfiehlt sich der Wiederaufbau der Darmflora durch eine spezielle Kur. Wenn Stress die Ursache oder vielleicht auch schon ein Symptom des kreisrunden Haarausfalls ist, muss der*die Betroffene dagegen vorgehen. An dieser Stelle wird versucht, mit dem*der Erkrankten ein passendes Stressmanagement zu entwickeln, dass durch pflanzliche Präparate unterstützt werden kann. Dabei kommen etwa Bachblüten, Hopfen, Passionsblumen, Johanniskraut, Melisse und Baldrian zum Einsatz. Aber auch andere Nahrungsergänzungsmittel wirken dabei unterstützend, wie beispielsweise Eisen, Zink und Vitamin-B-Komplexe.

Da sich kreisrunder Haarausfall sehr unterschiedlich äußern kann und jeder Mensch individuell ist, solltest du dir auf jeden Fall ärztlichen Rat holen. Experten können dir am besten sagen, welche Art von Behandlung für dich die Richtige ist oder ob es sinnvoll ist, zunächst abzuwarten – denn manchmal verschwindet die Krankheit von allein wieder. Wusstest du, dass auch bekannte Persönlichkeiten an kreisrundem Haarausfall leiden? Zum Beispiel Jada Pinkett Smith, die Ehefrau von Will Smith, die öffentlich zu ihrer Glatze steht. Oder die neue Bachelorette Sharon Battiste, die ebenfalls aufgrund ihres Haarausfalls entschieden hat, ihre Haare ganz abzurasieren und Perücken trägt.

Neben der Autoimmunkrankheit können auch bestimmte Gewohnheiten zu Haarausfall führen oder ihn verstärken. Welche das sind, erfährst du hier:

8 Angewohnheiten, die Haarausfall verursachen

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Bildquelle: Getty Images / stefanamer

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