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Das Paula-Prinzip: Warum Frauen immer noch schlechtere Karrierechancen haben

Paula vs. Peter

Das Paula-Prinzip: Warum Frauen immer noch schlechtere Karrierechancen haben

Es ist immer noch wahrscheinlicher, einen inkompetenten Chef, als eine kompetente Chefin zu haben. Eine provokante These, die Autor Tom Schuller in seinem Buch „Das Paula-Prinzip“ vertritt. Und doch: Mit einem hat er recht. Viel zu häufig wird es Frauen noch schwer gemacht, die Karriereleiter zu erklimmen. Und viel zu oft hindern sie sich auch selbst daran. Laut Schuller ist das Paula-Prinzip schuld daran. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und was sich ändern müsste, um dem zu entkommen.

Schon in den 1960er Jahren entwickelte der amerikanische Autor und Psychologe Laurence J. Peter das sogenannte Peter-Prinzip. Zusammengefasst besagt es, dass Arbeitnehmer so lange befördert werden, bis sie eine Stufe über ihrem Kompetenzlevel sind. Für viele Männer mag das zutreffen, doch Frauen werden Aufstiegschancen häufig trotz ausreichender Kompetenzen verwehrt. Es trifft genau das Gegenteil zu: Sie pendeln sich nicht eine Stufe über ihre Kompetenz, sondern eine – oder gleich mehrere – darunter ein. Doch woran liegt das?

Die Gründe sind vielfältig und teils tief in unseren Gesellschaftsstrukturen verankert. Sie betreffen sowohl Diskriminierung durch andere, als auch die Art und Weise, wie Frauen selbst denken. Insgesamt basiert das Paula-Prinzip auf fünf Säulen.

Das Paula-Prinzip gibt es bisher nur auf Englisch. Du bekommst es für ca. 12,70 Euro bei Amazon:

The Paula Principle: why women lose out at work - and what needs to be done about it

The Paula Principle: why women lose out at work - and what needs to be done about it

#1 Frauen werden in der Arbeitswelt noch immer diskriminiert

Frauenrechtlerinnen haben in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Von einer Gleichberechtigung am Arbeitsplatz kann aber noch immer nicht die Rede sein. Es gibt noch immer einen Gender Pay Gap, sexuelle Belästigung bei der Arbeit kommt noch immer vor und Frauen werden Stellen noch immer verwehrt, aus Angst, sie könnten schwanger werden und sich dann auf die Familie konzentrieren. Was uns direkt zum zweiten Punkt bringt …

#2 Care-Arbeit ist noch immer Frauensache

Erfolgreiche Frauen werden stetig danach gefragt, wie sie Karriere und Familie miteinander vereinen. Denn Care-Arbeit ist in den Augen vieler noch immer Sache der Frau. Konzentriert sie sich auf ihre Karriere, vernachlässigt sie womöglich ihre Kinder. Wenn ein erfolgreicher Mann hingegen wenig Zeit für die Familie hat, ist das völlig legitim. So ist es nicht verwunderlich, dass Frauen noch immer häufiger in Elternzeit gehen und danach nur noch in Teilzeit arbeiten, um die Kinder zu betreuen. Damit werden Einkommensunterschiede immer größer und Frauen bekommen auch im Alter weniger Rente. Und die Frauen, die sich für eine Vollzeit-Karriere entscheiden, leiden oft unter einer Doppelbelastung. Denn Studien zufolge erledigen selbst erfolgreiche Managerinnen mehr im Haushalt als ihre Männer.

#3 Frauen trauen sich weniger zu

Ein weiterer Grund, warum Frauen nicht so häufig befördert werden? Sie bewerben sich erst gar nicht auf höhere Stellen. Studien zeigen, dass Männer sich häufig auch auf Stellen bewerben, deren Anforderungen sie nur zum geringen Teil erfüllen. Frauen hingegen versuchen Stellen zu finden, deren Ausschreibungen sie möglichst in allen Punkten entsprechen. Dadurch bewerben sie sich häufiger auf Stellen, die eigentlich unter ihrem Niveau liegen.

Im Video verraten dir Stars ihre Tipps für mehr Selbstbewusstsein:

#4 Frauen sind schlechter vernetzt

Häufig wird im Scherz gesagt, Frauen würden nicht in die Vorstände gewählt, weil man sie ja nicht mit in den Stripclub nehmen könnte. Tatsächlich neigen Männer jedoch dazu, eher andere Männer in ihre Netzwerke aufzunehmen. Als große deutsche Unternehmen sich eine eigene Frauenquote für Führungspositionen setzen sollten, die sie in naher Zukunft erreichen wollten, gaben ganze 53 Prozent der betroffenen Unternehmen dafür 0% an. Je männlicher eine Führungsetage besetzt ist, desto schwieriger ist es für Frauen ihren Weg hinein zu finden.

#5 Frauen setzen andere Prioritäten

Zu guter Letzt darf nicht vergessen werden, dass Frauen selbst entscheiden können, wie sehr sie ihre Karriere priorisieren. Oftmals verzichten sie bewusst auf eine Beförderung oder ein gutes Job-Angebot, weil sie eher als Männer hinterfragen, ob sie diesen Karriereschritt wirklich brauchen und wollen. Ist es ihnen das Wert, weniger Zeit für die Familie zu haben oder in eine neue Stadt zu ziehen? Die Karriere nicht als Priorität zu sehen, ist an sich nicht problematisch. Das wird es nur dann, wenn Frauen ihre Prioritäten davon abhängig machen, was gesellschaftlich von ihnen verlangt wird. Und oftmals ist es schwierig, hier den Unterschied zwischen dem eigenen freien Willen und den gesellschaftlichen Normen zu sehen.

Wie überwinden wir das Paula-Prinzip?

Natürlich gibt es immer Menschen, die es anders machen, bei denen der Mann in Elternzeit geht und die Frau Vollzeit arbeitet. Doch trifft man ein Paar, dass gerade ein Kind erwartet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutter anschließend zuhause bleiben und sich darum kümmern wird deutlich größer. Höchstwahrscheinlich geht sie danach in Teilzeit arbeiten. Und das ist vollkommen okay. Denn laut Schuller ist vor allem eins entscheidend, um unser aktuelles System zu ändern:

Wir müssen aufhören zu glauben, dass wer nur in Teilzeit arbeitet, keine Karriere machen möchte. Frauen sollten sich nicht zwischen einer Familie und ihrer Karriere entscheiden müssen – und Männer genauso wenig. Schuller glaubt, dass Mosaik-Modelle, in denen Paare sich Care-Arbeit und Karriere gleichmäßig aufteilen, in Zukunft eine immer häufigere Alternative zur Vollzeit-Karriere werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen. Jemand, der in Teilzeit arbeitet, sollte bei Beförderungen nicht automatisch übergangen werden. Stattdessen sollten Arbeitgeber ebenso wie Familien versuchen, ein Modell zu finden, in dem die Arbeitszeit gerecht aufgeteilt werden kann.

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