Panda Syndrom
Katja Gajekam 23.03.2018

Viele Menschen, die schon mal eine längere Beziehung hatten, kennen das: Am Anfang kann man vom Partner kaum die Finger lassen. Mit der Zeit lässt die Leidenschaft jedoch nach – bis Sex irgendwann nur noch gelegentlich oder kaum noch ein Thema ist. Sieht es in deiner Beziehung ähnlich aus? Dann leidet ihr vermutlich unter dem Panda-Syndrom. Doch kein Grund zur Panik, ihr könnt etwas dagegen tun.

Panda-Syndrom: Zu faul für Sex

Pandabären sind kuschelig und plüschig. Aber sie sind auch ein wenig träge und zu faul für anstrengende Aktivitäten – wie Sex. Ähnlich geht es auch einigen Menschen, die keine Energie mehr fürs Liebesspiel mit dem Partner aufbringen können. Dieses Phänomen wird als Panda-Syndrom bezeichnet.

Vielleicht kommt dir ja diese Situation bekannt vor: Du chillst abends mit deinem Freund auf der Couch, ihr habt euch bis zur totalen Befriedigung mit Essen vom Vietnamesen vollgestopft und schaut kuschelnd die gemeinsame Lieblingsserie. Irgendwie wäre jetzt eine ganz gute Gelegenheit für Sex – aber dafür müsstest du dich ja aus deiner bequemen Position rausbewegen. Also eher: Nö. Wenn diese und ähnliche Situationen öfter vorkommen, wird es Zeit, ein wenig Ursachenforschung zu betreiben.

Pärchen vor dem Fernseher

Sorry, aber es ist gerade einfach zu bequem.

Nur kuscheln, nicht anfassen – aber warum?

Das Panda-Syndrom taucht häufig irgendwann in langjährigen Beziehungen auf, kann aber auch Paare betreffen, die noch gar nicht mal so lange zusammen sind. Eine Parship-Studie von 2017 offenbarte, dass immerhin 22 Prozent der Männer häufig oder sogar sehr häufig keinen Elan verspüren, die Initiative für Sex zu ergreifen; bei den Frauen waren es sogar 35 Prozent. Das heißt, jede dritte Frau zieht Bequemlichkeit dem Bettsport vor. Aber auch bei Männern können viele Gründe zum Nachlassen der Lust führen.

Woran liegt die fehlende sexuelle Lust? Die Zufriedenheit mit der Beziehung kann, muss aber nicht unbedingt eine Rolle für das Panda-Syndrom spielen. Denn oft fühlen sich die Partner immer noch sehr wohl beieinander, tauschen regelmäßig Küsse und Streicheleinheiten aus, verspüren aber nicht mehr die große Leidenschaft füreinander, wie am Anfang. Das ist auch völlig normal. Alles ist so vertraut und routiniert, der Reiz des Neuen verflogen. Es gibt nicht mehr viel Abwechslung in der Beziehung, weshalb auch das Gehirn bzw. das Lustzentrum weniger gereizt wird. Hinzu kommen oft Stress bei der Arbeit oder in anderen Lebensbereichen, wenig Schlaf und allgemein mangelnde Energie. Man fühlt sich einfach unzufrieden und kaputt. Wie soll man da noch Lust auf Sex haben?

Es ist ganz normal, dass die Leidenschaft mit der Zeit nachlässt. In jeder Partnerschaft gibt es verschiedene Etappen. Sieh hier, was euch noch erwarten kann:

Diese 11 Phasen macht jede Beziehung durch!

Wann das Panda-Syndrom die Beziehung gefährdet

Sind beide Partner ohnehin nicht so auf Sex fixiert und haben kein Problem mit einem mangelnden Liebesleben, da sie trotzdem glücklich miteinander sind, ist das okay. Schwierig wird es jedoch, wenn einer der beiden mehr Wert auf regelmäßigen Sex legt, als der andere: Dann kann das Panda-Syndrom schnell zum Trennungsgrund werden. Manchmal war es demjenigen auch gar nicht so bewusst, bis er eine Person trifft, welche die längst verschwundene Leidenschaft in ihm wieder entfacht. Das Infragestellen der Beziehung oder im schlimmsten Fall sogar ein Seitensprung und die Trennung können die Folge sein.

Abgesehen davon kann zu wenig Sex irgendwann auch die emotionale Nähe beeinträchtigen: Denn das dabei ausgestoßene Hormon Oxytocin ist nicht gerade unwichtig für die Bindung zweier Menschen. Herrscht hier ein Mangel, können sich die Partner schneller voneinander entfernen, als die neue Staffel ihrer Lieblingsserie anfängt.

Leidenschaftlicher Sex

Sex bindet uns auch emotional aneinander.

Ihr seid beide Pandas – und nun?

Sexuelle Durststrecken erleben die meisten Beziehungen irgendwann mal. Und nur, weil mal Flaute im Bett herrscht, muss das nicht gleich bedeuten, dass es für immer so ist. Es gibt ein paar Dinge, die ihr tun könnt, um den inneren Sexmuffel in euch zu überwinden und wieder in die Gänge zu kommen. Die Stichworte dabei sind Offenheit und Abwechslung.

  • Redet über eure Probleme
    Das neue Projekt auf Arbeit kostet all deine Nerven? Du weißt nicht, was du mit deinem Leben als nächstes anfangen willst? Wenn du Probleme hast oder unzufrieden bist, dann sag das deinem Partner auch. So kann er verstehen, warum du gerade nicht so in Sex-Stimmung bist.
  • Reduziert Stress
    Ja klar, als ob man sich aussucht, ob man Stress hat, oder nicht. Toller Tipp! Das stimmt schon, allerdings gibt es viele kleine Dinge, die du tun kannst, um ein wenig ausgeglichener zu werden. So kannst du unter der Woche nur kleinere Dinge erledigen und dir die größeren fürs Wochenende aufsparen, feste ins-Bett-geh-Zeiten einführen (vielleicht sogar mit Luft für etwas mehr Liebe?) und den Feierabend auch wirklich zum Feierabend machen.
Pärchen auf ner Decke

Raus aus der Routine!

  • Bringt Abwechslung in eure Beziehung
    Ihr macht immer dieselben Dinge zusammen? Zeit, aus der Routine auszubrechen! Überlegt euch mindestens alle ein bis zwei Wochen eine andere tolle Unternehmung, die ihr zusammen machen könnt. So erweitert ihr gemeinsam euren Horizont und lernt euch vielleicht noch mal von einer ganz anderen Seite kennen, wodurch die Leidenschaft wiedererweckt wird.
  • Kommt in Schwung
    Trägheit kann man mit Adrenalin entgegenwirken. Das Hormon wird auch ausgeschüttet, wenn man positiv im Stress ist. Zum Beispiel beim Sport, auf einem spannenden Event oder in einem unterhaltsamen Urlaub. Dabei bekommt man gleich viel mehr Lust aufeinander.
  • Wechselt öfter mal den Ort
    Du wirst nicht glauben, was andere Orte für einen Einfluss auf das Lustempfinden haben können. Wenn ihr immer in denselben vier Wänden seid, nehmt ihr eure Umgebung kaum noch wahr. Anders sieht es aus, wenn ihr in einem Hotelzimmer, in einem kuschligen Zelt oder im Sommer auf einer einsamen Waldwiese seid. Die neue Umgebung regt das Gehirn an und lässt euch womöglich auf ganz andere Gedanken kommen, als wenn ihr immer wieder nur eure Schrankwand anstarrt.

Warum brauchen wir Sex? Deshalb!

Sex ist nicht nur ein netter Zeitvertreib, sondern auch gut für den Körper und die Seele. Du wirst überrascht sein!

Falls du das nächste Mal abends im Bett liegst, die Stunden zählst, die dir noch zum Schlafen bleiben und denkst „Wenn wir jetzt noch Sex haben, bekomme ich noch weniger Schlaf“: Dann solltest du dir lieber ins Bewusstsein rufen, dass Sex eigentlich immer gut ist: Er sorgt für Entspannung in stressigen Zeiten und wirkt belebend, wenn man mal down ist. Und mit den oben genannten Tipps könnt ihr euer Panda-Dasein hoffentlich bald aufgeben!

Bildquelle:

iStock/VanWyckExpress, iStock/PeopleImages, iStock/Jacob Ammentorp Lund, iStock/taikrixel

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