Laut Forschern

Warum wir Partner wählen, die uns ähnlich sehen

Warum wir Partner wählen, die uns ähnlich sehen

Sind du und dein Partner schon mal zusammen Essen gegangen und der Kellner erklärte, wie schön er es doch fände, wenn Geschwister einen gemeinsamen Abend verbringen? Oder warst du selbst schon einmal der festen Überzeugung, eine Freundin würde dir gerade ihren älteren Bruder vorstellen – und dann war es ihr neuer Freund? Damit bist du nicht alleine. Denn die Wissenschaft sagt: Wir wählen häufig Partner, die uns ähnlich sehen!

Ehepartner sind sich genetisch oft ähnlich

Die Frage, ob Menschen nun wirklich häufig Partner wählen, die ihnen ähnlich sehen, oder ob uns unsere Sinne hier trügen, haben sich schon viele Forscher gestellt. Besonders interessant sind dabei die Ergebnisse einer Studie, die die Gene von 1650 Ehepartnern untersucht hat. Die Stichprobe bestand ausschließlich aus US-Amerikanern mit europäischen Wurzeln, die zwischen 1930 und 1950 geboren wurden. Das Ergebnis: Selbst in dieser doch sehr homogenen Stichprobe, waren sich die verheirateten Paare genetisch ähnlicher als Fremde.

Natürlich spielt auch die Tatsache, dass wir häufig Menschen aus dem gleichen Kulturkreis daten eine Rolle bei der genetischen und optischen Ähnlichkeit. Aber es ist eben nicht nur das. Scheinbar ist unser Gehirn darauf gepolt, Menschen, die uns ähneln, besonders attraktiv zu finden. Das zeigen auch die Ergebnisse einer weiteren Studie. Hier wurden den Teilnehmern Bilder von Menschen des anderen Geschlechts vorgelegt. Per Bildbearbeitung glichen die Forschenden die Bilder schrittweise an die Gesichtszüge der Probanden an. Diese mussten dann die Attraktivität bewerten. Und tatsächlich: Das Gesicht, das den Probanden am stärksten ähnelte, wurde in der Regel als das attraktivste wahrgenommen.

Evolution oder Sympathie?

Prof. Madeleine A. Fugère, die Sozialpsychologin hinter der Studie hat hierfür auch eine Erklärung, die sie gegenüber der Huffington Post äußerte: „Die Gene, die unseren eigenen etwas ähneln, sind evolutionär gesehen für den Fortpflanzungsversuch entscheidend.“ Schließlich wollen wir, dass unsere Kinder die besten Gene mitbekommen. Und unsere eigenen bewerten wir naturgemäß besonders gut.

Frau küsst Spiegel
Würden wir am liebsten uns selbst heiraten?

Vielleicht wählen wir ähnliche Partner aber auch einfach nur, weil uns ähnliche Gesichter grundsätzlich erst einmal sympathischer erscheinen. Forscher sprechen hier vom „mere exposure effect“.  Je vertrauter uns ein Gesicht ist, desto harmloser und damit sympathischer erscheint es uns. Gleicht ein Gesicht also dem, das wir tagtäglich im Spiegel sehen, sind erste Sympathiepunkte sicher. Sobald wir einen Menschen jedoch besser kennen und sein Gesicht öfter gesehen haben, greift dieser Effekt ebenfalls. Somit sind uns auch Menschen sympathischer, die zum Beispiel unseren Eltern ähneln, was zu einer weiteren verrückten Theorie zur Partnerwahl führt…

Wollen wir in Wirklichkeit, dass unsere Partner unseren Eltern ähneln?

Einige Forscher gehen nämlich gar nicht davon aus, dass wir unsere Partner nach der Ähnlichkeit zu uns selbst wählen, sondern vielmehr nach der Ähnlichkeit zu unserem gegengeschlechtlichen Elternteil. Die Autoren einer Studie aus dem Jahr 2002 gehen zum Beispiel davon aus, dass das Alter, in dem unsere Eltern uns bekommen haben, ausschlaggebend dafür ist, ob wir Jugendlichkeit im Gesicht eines Partners attraktiv finden oder nicht. Frauen, deren Eltern bei der Geburt älter als 30 waren, würden demnach eher Zeichen von Reife im Gesicht eines Mannes attraktiv finden. Allerdings handelt es sich bei dabei lediglich um eine alternative Interpretation von Studienergebnissen, die ähnlich ausfielen wie die in der Studie von Prof. Fugére. Ob die Attraktivität demnach von der Ähnlichkeit zu den Eltern oder zum eigenen Gesicht bestimmt wird, lässt sich also gar nicht mit Sicherheit sagen.

Wir werden uns immer ähnlicher

Ob wir unserem Partner nun von Anfang an ähnlich sehen oder nicht: Höchstwahrscheinlich werden wir uns mit der Zeit immer mehr angleichen. Das äußert sich nicht nur darin, dass Paare ab 50 häufig das Bedürfnis entwickeln, Funktionsjacken im Partnerlook zu kaufen und den gleichen praktischen Kurzhaarschnitt zu tragen, sondern vor allem darin, dass wir Gestiken, Mimiken und Sprechweisen voneinander übernehmen.

Eine Studie der Universität Michigan stellte dabei Unglaubliches fest: Durch ähnliche Mimiken und eine ähnliche Ernährung gleichen sich scheinbar auch unsere Gesichtszüge mit der Zeit immer weiter aneinander an. So erklären die Autoren der Studie zumindest, dass Probanden Ehepartner auf Fotos die 25 Jahre nach der Hochzeit entstanden sind, wesentlich besser matchen konnten als auf Bildern, die zu Beginn der Beziehung aufgenommen wurden.

Das Schöne daran: Die Ehepartner, deren Gesichtszüge sich nach einer langen Ehe besonders aneinander angeglichen hatten, waren tatsächlich die glücklichsten. Wenn du also einen Partner hast, der dir so gar nicht ähnlich sieht, kannst du spätestens an dieser Stelle aufatmen. Entscheidend für euer Glück ist demnach nämlich nicht, wie ähnlich ihr euch am Anfang der Beziehung seht, sondern wie sehr ihr aufeinander eingeht und wie viel ihr miteinander lacht. Schließlich spiegeln wir Mimiken und Gesten des anderen vor allem dann, wenn er uns besonders sympathisch ist.

Was noch wichtiger ist…

Letztendlich entscheiden bei der Partnerwahl jedoch viele verschiedene Faktoren darüber, ob wir zusammenkommen – und vor allem ob wir zusammenbleiben. So wählen wir meist Partner mit ähnlichen Interessen und einem ähnlichen Bildungsgrad. Laut den Forschern der Studie zur genetischen Ähnlichkeit von Ehepartnern ist die Anziehungskraft durch Bildung gleich dreimal so hoch wie die durch ein ähnliches Aussehen.

Auch bei den Stars gilt häufig „Gleich und gleich gesellt sich gern“: 

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Bildquelle:

istock/Igor-Kardasov, annwaterru

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