Scheidung

Eine Scheidung ist schmerzhaft: Schließlich musst Du Dir eingestehen, dass der Partner, zu dem Du einmal mit Deiner ganzen Überzeugung Deines Herzens „Ja“ gesagt hast, nun doch nicht bis an Dein Lebensende an Deiner Seite sein wird. Viele wollen eine Scheidung deshalb schnellstmöglich hinter sich bringen und übereilen einiges. Fehler werden gemacht, die später nicht mehr auszubügeln sind. Das muss und sollte nicht sein! Erfahre hier, wie eine Scheidung im Normalfall abläuft und welche Fehler Du vermeiden solltest.

Scheidung: So läuft sie ab

Scheidung: Das solltest Du beachten

Das Wort Scheidung meint die formelle juristische Auflösung einer Ehe. Der Status „Geschieden“ ist neben ledig, verheiratet und verwitwet einer der weltweit üblichen Familienstände. Wenn Du Dich für eine Scheidung von Deinem Partner entschieden hast, bedarf es zuerst eines Antrags auf Scheidung, der von einem Scheidungsanwalt bei Gericht eingereicht wird. Der weitere Vorgang ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt davon ab, ob Ihr Euch „nur“ scheiden lassen wollt oder auch Formalitäten wie das Sorgerecht für gemeinsame Kinder oder Unterhaltszahlungen geregelt werden müssen.

Eine Scheidung bedeutet Veränderung

Dass eine Scheidung das komplette bisherige Leben verändert, steht außer Frage. Mit Dingen des alltäglichen Lebens, die man vorher zu zweit bewältigt hat, muss man jetzt alleine klar kommen. Hinzu kommen die Umstellungen im sozial-, renten- sowie im erbrechtlichen Bereich. Aus diesem Grund ist in Deutschland jeder, der die Scheidung wünscht, dazu verpflichtet, sich einen Scheidungsanwalt zu suchen, damit sichergestellt ist, dass er nicht aus Unwissenheit auf seine Rechte verzichtet. An den deutschen Amtsgerichten gibt es spezielle Abteilungen, die für Scheidungsverfahren zuständig sind. Mit dem Entschluss zur Scheidung leitet Ihr das Trennungsjahr ein. Dieses eine Jahr soll Euch die Gelegenheit geben, noch einmal über Eure Ehe nachzudenken oder, falls Ihr Euch Eurer Entscheidung sicher seid, alle relevanten Sachverhalte zu regeln.

Wie läuft das Scheidungsverfahren ab?

Bei dem vom Gericht angesetzten Scheidungstermin müssen beide Eheleute zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Scheidungsrichter anwesend sein. Nachdem Eure Personalien vom Richter aufgenommen wurden, werdet Ihr beide zu den Scheidungsgründen angehört. Dabei geht es darum, dass Ihr dem Richter bestätigt, dass Ihr nach wie vor die Scheidung wollt und es keine Chance auf eine Wiederherstellung Eurer Ehe gibt. Falls Ihr Euch so miteinander zerstritten habt, dass Ihr Euch nicht mehr miteinander in einem Raum aufhalten wollt, kann die Anhörung auch getrennt voneinander erfolgen. Im Anschluss berechnet das Gericht anhand Eurer Angaben den Versorgungsausgleich, der bestimmt, was wem nach der Scheidung zusteht. Danach seid Ihr offiziell geschieden.

Was kostet eine Scheidung?

Bei einer Scheidung entstehen Anwaltsgebühren und Gerichtsgebühren. Die Kosten der Scheidung richten sich dabei nach Eurem Nettoeinkommen und sind gesetzlich festgelegt. Für alle anderen so genannten Scheidungsfolgesachen, wie zum Beispiel die Regelung des nachehelichen Unterhalts, fallen Extrakosten an. Solltet Ihr nicht die entsprechenden Mittel für die Kosten einer Scheidung haben, könnt Ihr beim Staat eine Beihilfe, die so genannte Prozesskostenhilfe, beantragen.

Häufige Fehler bei einer Scheidung

1. Sich keinen Anwalt nehmen:
In Deutschland ist gesetzlich festgelegt, dass sich derjenige Ehepartner, der die Scheidung einreicht, einen Anwalt nehmen muss. Verzichtet der andere Ehepartner darauf, ist er klar im Nachteil. Denn der Scheidungsantragssteller kann bei Unklarheiten jederzeit seinen Anwalt um Rat fragen. Außerdem kann der Ehepartner ohne Anwalt den Anträgen, die während des Verfahrens vom Ehepartner mit Anwalt eingereicht werden, nichts entgegensetzen. An dem verbreiteten Glauben, ein Anwalt wäre für beide Eheleute zuständig, ist nichts dran. Der Anwalt vertritt bei der Scheidung ausschließlich die Interessen seines Mandanten.

2. Den Ehepartner schlecht machen:

Es klingt banal, aber wenn Du Dich negativ über Deinen Ehepartner äußerst, zum Beispiel bei seinem Chef schlecht über ihn sprichst, kann das tatsächlich Auswirkungen auf die Unterhaltszahlungen haben, die Du nach der Scheidung von ihm erhältst! Niemand ist verpflichtet, Unterhalt an jemanden zu zahlen, der ihm schadet. Bei Deinen Freundinnen darfst Du aber natürlich so schlecht über ihn reden, wie Du möchtest.

3. Zu viel Unterhalt verlangen:

Sollte Dein Ex Dir zu viel Unterhalt zahlen oder umgekehrt, so kann dieses Geld in der Regel nicht zurückgefordert werden. Klärt also rechtzeitig, wem wie viel Unterhalt zusteht, bevor es zu zusätzlichen Streitpunkten kommt.

4. Ihm auf eigene Faust die Kinder entziehen:
Auch, wenn Du das Gefühl hast, es in einer Wohnung mit Deinem Partner nicht mehr auszuhalten, darfst Du auf keinen Fall in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit Euren gemeinsamen Kindern ausziehen, ohne ihn darüber in Kenntnis zu setzen. Denn das gilt als Kindesentführung und ist strafbar. Sollte Dein Ehepartner allerdings Dir oder Euren Kindern gegenüber gewalttätig werden, ist es natürlich Dein gutes Recht, das Haus zu verlassen und zum Beispiel Zuflucht in einem Frauenhaus zu suchen.

5. Zu schnell mit einem neuen Partner zusammenziehen:
Solltest Du nach der Scheidung sehr schnell bei Deinem neuen Partner einziehen, ist es möglich, dass Dein Anrecht auf Unterhalt von Deinem Ex entfällt, da Deine neue Partnerschaft als eheähnliche Gemeinschaft angesehen werden kann.

Eine Scheidung kostet Geld und vor allem Nerven. Überlegt Euch im Vorfeld gut, ob eine Scheidung wirklich das ist, was Ihr wollt, und kümmert Euch anschließend darum, dass alle nötigen Maßnahmen wie die Suche nach Anwälten und das Einreichen des Scheidungsantrags in die Wege geleitet werden. Vor allem, wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind, ist es wichtig, die Scheidung mit gegenseitigem Respekt über die Bühne zu bringen und sich auch im Anschluss nicht schlecht über den Ex-Ehepartner zu äußern.

Bildquelle: Thinkstock/Digital Vision/Jeffrey Hamilton


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Was denkst du?

  • lollo88 am 25.11.2014 um 11:51 Uhr

    Es ist echt krass, was man im Falle einer Scheidung alles beachten muss! Am besten kommt es nie dazu...

    Antworten