Scheidungskinder

Scheidungskinder befinden sich in einer schwierigen Situation: Die Trennung der Eltern ist schmerzhaft und bringt viele Veränderungen mit sich. Wenn die Eltern sich nach der Trennung an einige Verhaltensregeln halten, steht der weiteren normalen Entwicklung der Scheidungskinder jedoch nichts im Wege. Die Vermittlung von Stabilität und Geborgenheit sind hier von großer Bedeutung.

Was Scheidungskinder stark macht

In Deutschland wird inzwischen ungefähr jede dritte Ehe geschieden und nicht selten gehen aus diesen gescheiterten Beziehungen Scheidungskinder hervor. Nach der Trennung der Eltern beginnt für Scheidungskinder eine schwierige Zeit: Sie müssen die Geschehnisse verarbeiten, gegebenenfalls Wohnungs- und Schulwechsel verkraften, sich an Besuchsregelungen gewöhnen und nicht selten auch materielle Einschränkungen hinnehmen. So schwierig es auch erscheint: Besonders bei Eltern von Scheidungskindern ist es von großer Bedeutung, dass beide Elternteile an einem Strang ziehen und den Kindern auch nach der Trennung Stabilität und Geborgenheit vermitteln.

Scheidungskinder richtig vorbereiten

Bevor die Eltern ihre Kinder über ihre Trennung bzw. Scheidung informieren, sollten sie sich zusammensetzen und sich eine gemeinsame Strategie überlegen. Für Scheidungskinder ist der Moment, in dem sie von der Trennung ihrer Eltern erfahren, ein Schock, den sie noch lange in Erinnerung behalten. Schuldzuweisungen und Streitereien vor den Kindern sollten daher durch vorherige Absprachen unbedingt vermieden werden. Idealerweise schaffen die Eltern eine gemütliche Atmosphäre, die den Kindern Geborgenheit vermittelt. Besonders wichtig für Scheidungskinder ist die Information, dass beide Eltern sie lieben und auch in Zukunft für sie da sein werden. Auch sollte man Schuldgefühle vermeiden, indem man den Kindern erklärt, dass sie keine Verantwortung für die Probleme der Eltern tragen. Scheidungskinder brauchen offene und liebevolle Gespräche, in denen Fragen gestellt und Ängste geäußert werden dürfen, damit sie die schwierige Zeit während und nach der Trennung der Eltern besser meistern können.

Scheidungskinder ernst nehmen

Eltern, die sich trennen, sollten nicht auf das Verständnis ihrer Kinder zählen oder dieses gar von ihnen einfordern. Es ist völlig normal und gesund, dass Scheidungskinder auf den Verlust der bisherigen Familienstrukturen mit Wut, Trauer und Enttäuschung reagieren. Nicht selten wird das Elternteil, das die Familie verlässt, mit Vorwürfen konfrontiert. Damit Scheidungskinder die Trennung der Eltern verarbeiten können und keine Spätfolgen auftreten, ist es wichtig, dass sie all diese Gefühle ausleben und auch äußern dürfen. Eltern sollten ihren Kindern Verständnis entgegenbringen und auch ihre eigene Trauer über die Geschehnisse zum Ausdruck bringen. Natürlich benötigen Eltern viel Kraft, um sich in dieser auch für sie schwierigen Zeit intensiv und geduldig mit den Vorwürfen, Ängsten und Wünschen ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Ist eines der Elternteile durch die Situation selbst stark belastet, empfiehlt es sich, professionelle Hilfe zu suchen, um die Trennung schneller zu verarbeiten. Besonders wichtig für Scheidungskinder sind klare Absprachen und Routinen. Sie helfen ihnen dabei, den Alltag zu strukturieren und vorhersehbar zu machen und erleichtern den Umgang mit der neuen Familiensituation.

Die Scheidung der Eltern ist ein einschneidendes Erlebnis.

Scheidungskinder brauchen Unterstützung, Zuspruch, Ehrlichkeit und sehr viel Zeit.


Werden Scheidungskinder zu Scheidungseltern?

Oft wird in der Forschung von einer Vererbung des Scheidungsrisikos gesprochen. Wiederholen Scheidungskinder tatsächlich die Fehler ihrer Eltern? Hier ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Tatsächlich lassen sich Scheidungskinder prozentual häufiger scheiden als Kinder, die in geschlossenen Familien aufwachsen. Die Gründe hierfür sind noch nicht abschließend geklärt. Dennoch reagieren Scheidungskinder sehr unterschiedlich auf die Trennung ihrer Eltern: Während einige Scheidungskinder Bindungsängste entwickeln, gelingt es anderen Kindern später gut, sich auf Partnerschaften einzulassen und die Fehler ihrer Eltern zu vermeiden. Sie legen besonders viel Wert darauf, ihre Beziehung trotz Kindern nicht zu vernachlässigen und sollte es trotz allem zur Trennung kommen, achten sie aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen besonders darauf, ihren Kindern in dieser schwierigen Zeit Stabilität und Geborgenheit zu geben.

Scheidungskinder: Spätfolgen müssen nicht sein!

Viele Scheidungskinder leiden nach einer Trennung zunächst unter vielfältigen Beschwerden. Während der emotionalen Bewältigung kann es etwa zu psychosomatischen Symptomen, Schlafstörungen und Kontaktschwierigkeiten kommen. Wenn Eltern auch nach der Trennung kooperativ und fair miteinander umgehen und die Erziehung der Scheidungskinder weiterhin gemeinsam übernehmen, können sie den Kindern aber wieder Sicherheit vermitteln und solche Beschwerden auf Dauer gut auffangen. Studien haben gezeigt, dass die Qualität der familiären Beziehungen wichtiger für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern ist als die Familienstruktur, in der sie aufwachsen. Wenn Scheidungskinder ein stabiles Umfeld mit vielen zuverlässigen und wertvollen Beziehungen – auch in der Großfamilie und im Freundeskreis – erleben, können sie trotz der Trennung ihrer Eltern zu stabilen Persönlichkeiten heranwachsen und haben keine Nachteile gegenüber anderen Kindern, was die Beziehungsfähigkeit und den persönlichen Erfolg betrifft.

Die Trennung der Eltern ist für alle Scheidungskinder ein schwerwiegender Einschnitt. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihren Kindern offen und verständnisvoll begegnen und vor allem trotz ihrer persönlichen Differenzen auch weiterhin an einem Strang ziehen. Wenn Scheidungskinder in einem gut strukturierten und liebevollen Umfeld aufwachsen, das ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, können sie sich trotz allem zu stabilen Persönlichkeiten entwickeln, die keinerlei Nachteile gegenüber Kindern aus geschlossenen Familienstrukturen haben.

Bildquelle: Marcel De Grijs | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • Sahneperle am 20.11.2014 um 17:28 Uhr

    Scheidungskinder kriegen später immerhin zweimal Taschengeld, wenn sie Glück haben. Das hat mir immer drüber hinweg geholfen.

    Antworten
  • howimetmymother am 08.10.2014 um 17:20 Uhr

    Scheidungskinder haben es echt nicht leicht, aber das ist immer noch besser, als in einem zerstrittenen Elternhaus aufzuwachsen.

    Antworten
  • Boop_Boop am 02.10.2014 um 16:41 Uhr

    Scheidungskinder tun mir einfach immer leid. Die Eltern können ja auch nichts dazu, aber die Kinder ja noch viel weniger. Das ist ja immer das Tragische 🙁

    Antworten
  • RihannaLisa am 19.11.2013 um 10:01 Uhr

    In meinem Freundeskreis sind auch viele Scheidungskinder - natürlich jetzt Erwachsene - und sie gehen ganz unterschiedlich damit um. Ich hoffe natürlich, wie jede Mama, dass ich das meinen Kindern ersparen kann.

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