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Alice Herbst beugt sich nicht dem Schönheitsdruck

Interview

Alice Herbst beugt sich nicht dem Schönheitsdruck

Als damals 19-jährige gewann Alice Herbst 2012 die schwedische Version der Topmodel-Show. Nach negativen Erfahrungen in der Branche und gesundheitlichen Problemen beendete sie ihre Karriere als Model noch im selben Jahr und widmete sich fortan ihrer Leidenschaft: der Kunst. Im Interview haben wir mit ihr über Body Posititity und den Beauty-Druck in unserer Gesellschaft gesprochen. 

Noch vor ihren Durchbruch als Model hatte Alice mit Dysmorphophobie, einer Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers, zu kämpfen. Mittlerweile arbeitet sie jedoch als erfolgreiche Künstlerin und hat die Krankheit überwunden. Als neues Gesicht der #thewomancollective-Kampagne von Object macht sie sich auch für andere Frauen stark. Wie? Das hat sie uns im Interview verraten.

desired: Woher nimmst du deine Inspiration für deine Arbeit?

Alice Herbst: Meine Inspiration kommt von verschiedenen Quellen. Ehrlich gesagt, versuche ich, immer aufgeschlossen zu sein, um die besten Ideen zu sammeln. Ich arbeite mit Inspirationen von täglichen Beobachtungen, Erfahrungen und meiner Fantasie. Am Ende kombiniere ich all diese drei sehr verschiedenen Quellen und das Ergebnis ist etwas, das sich am einfachsten als eine Verschmelzung zwischen Realität und Vorstellung beschreiben lässt. Die Hauptinspiration für meine Arbeiten sind meine Gedanken über Identität, Selbstakzeptanz und wie uns die Umwelt beeinflusst.

Wie würdest du deinen persönlichen Style beschreiben und wo findet man ihn in der Object-Kampagne wieder?

Ich liebe Kleidung, die ich im Herbst tragen kann, weil ich total auf gemütliche Strickteile, Jeans und Mäntel stehe. Ich denke, dass viele Teile der Kampagne diesen Stil zeigen. Ich liebe es bequem, aber trotzdem elegant und mag Akzente in hellen Farben oder schönen Accessoires.

Wie kann Mode Frauen helfen, sich besser in ihrer Haut zu fühlen, obwohl der Großteil der Branche sich immer noch auf sehr dünne Frauen konzentriert?

Wenn wir Mode als etwas sehen, durch das wir uns selbst ausdrücken können, bekommt sie etwas Kreatives und Spielerisches. Und genau diese zwei Wörter beschreiben für mich den Ansatz, den Object in seiner Kampagne zeigt. Die Art, auf die wir zusammengearbeitet haben, hat sich stark von der Erfahrung unterschieden, die ich als Model gemacht habe. Ich war die ganze Zeit Teil des Teams und das Ergebnis ist etwas, dass mich und meine Persönlichkeit widerspiegelt.

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Wie stehst du zu den Begrifflichkeiten „Body Positivity“ und „Selbstliebe“?

Auch wenn die Begriffe in den letzten Jahren eine Kontroverse hervorgerufen haben, glaube ich, dass der Sinn dahinter sehr schön und wichtiger denn je ist – in Zeiten der vielen Fotoplattformen. Natürlich gibt es die Notwendigkeit für eine Bewegung, die den immer wieder aufkommenden Vorschriften, die uns sagen wollen, was in Bezug auf Schönheit richtig oder falsch ist, standhalten. Ich denke, jeder sollte dafür kämpfen, sich schön und gesund fühlen zu können.

Wie groß ist der Druck, sich in Zeiten von all den perfekten Fotos auf Instagram, mit anderen bzw. einem bestimmten Schönheitsideal zu vergleichen?

Ich habe Freunde, die mir erzählt haben, dass sie sich unsicher fühlen, wenn sie Instagram benutzen. Wenn Instagram während meines Kampfs gegen Dysmorphophobie existiert hätte, wäre es definitiv härter für mich gewesen, das Selbstbewusstsein und die Selbstakzeptanz zurückzugewinnen. Ich glaube aber, dass es ziemlich unrealistisch ist, uns vom Social-Media-Leben abzuschotten und dass es die beste Lösung ist, zu lernen, es weniger und mit deutlich mehr Abstand zu nutzen. Ich habe glücklicherweise gelernt, Social Media nur als Business-Tool anzusehen und deswegen sehne ich mich nicht danach, mich zu vergleichen oder Selfies mit dem Hoffen auf Likes und Kommentare zu posten.

Glaubst du, dass, seinen Körper zu akzeptieren, und Schönheitsoperationen einander ausschließen?

Ich bin nicht gegen Schönheitsoperationen, aber ich glaube, dass es kein Fehlen von Selbstwertgefühl ausbessern kann. Während ich unter Dysmorphophobie gelitten habe, hätte ich genau das Gegenteil gesagt. Und deswegen weiß ich auch, dass viele Menschen genau dieses Gefühl haben, wenn sie sich unters Messer legen. Ich denke, dass der gesündeste Weg, Schönheit und Aussehen zu betrachten, der ist, diese Dinge als Spaß anzusehen und nicht zu ernst zu nehmen. Wenn dich der Gedanke an eine Schönheitsoperation verfolgt, solltest du definitiv erst einen Therapeuten aufsuchen.

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Vielen Dank für das tolle Interview, liebe Alice!

Bildquelle:

Object; Instagram/aliceherbst

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