Wie viel soll ich wiegen?
Katja Nauckam 20.06.2018

Viele vor allem junge Frauen fragen sich: Wie viel sollte ich eigentlich wiegen? Jahre lang galt der Body-Mass-Index als ausschlaggebend. Doch mittlerweile weiß die Medizin, dass das längst nicht ausreicht, um zu sagen, ob jemand ein gesundes Gewicht hat. Ich möchte dir zeigen, woran du dich orientieren kannst und was ausschlaggebend für deine Gesundheit und ein gesundes Körpergefühl ist.

So berechnete man bisher das „Idealgewicht”

Noch vor 10 bis 20 Jahren galt der sogenannte Body-Mass-Index (kurz BMI) als Maß aller Dinge und war die Antwort auf die Frage: Wie viel sollte ich wiegen? Er wurde von der Weltgesundheitsorganisation definiert und wird bis heute von Ärzten genutzt. Der BMI gibt mit einer Zahl an, ob ein Gewicht in einem bestimmten Normbereich liegt, und ob es sich um Unter- oder Übergewicht handelt. Berechnet wird er aus der Körpermasse und der Körpergröße zum Quadrat. Wenn der Wert größer als 30 ist, gilt das als übergewichtig, liegt er bei unter 20 hat man Untergewicht. Das hieße bisher, man müsste je nachdem zunehmen oder abnehmen, um ein gesundes Körpergewicht erreichen.

Wie viel soll ich wiegen BMI

Der BMI ist nur eine Richtgröße und wird stark kritisiert.

Nicht beachtet wird dabei jedoch das Alter der Person, das Geschlecht sowie Körperbau und Trainingszustand. Der BMI sagt nur etwas über die Masse aus und gibt nicht an, wie viel Muskeln der Körper beinhaltet, wie viel Wasser er enthält und wie hoch der Anteil an Körperfett ist. Du kannst ihn also als erste Richtlinie nehmen. Er wird dir jedoch nicht sagen, ob du gesund bist, und ist daher eine sehr umstrittene Größe.

Ein generelles Idealgewicht kann es nicht geben. Denn das hängt immer von deinem Alter, deinem Geschlecht, dem Körperbau und deiner sonstigen Konstitution ab. Dieses Gewicht kann sehr variieren und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen. Neuerdings gibt es auch den sogenannten BVI, der das Gesamtkörpervolumen mit berechnet und genauer sein soll. Insgesamt kann dir keiner eine exakte generelle Antwort auf die Frage geben, wie viele Kilo man wiegen sollte. Ein Arzt kann dir jedoch anhand deiner Gesundheitswerte sagen, ab welcher Masse an Körperfett du bei deiner Größe übergewichtig wärst und ab wann du definitiv zu wenig wiegst. Mit Übergewicht oder Untergewicht schädigst du deine Gesundheit langfristig.

Hinweis: Wenn du ein Problem mit deinem Gewicht hast und vermutest, über- oder untergewichtig zu sein, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich durchchecken lassen. Nur er kann aufgrund genauer Untersuchungen feststellen, ob es notwendig ist, dass du zu- oder abnimmst. Fange nicht von selbst an, weniger oder sehr viel mehr zu essen. Radikale Diäten sind genauso schädlich für dich wie unkontrolliertes Schlemmen. Eine Essstörung wäre hier vorprogrammiert. Ein Ernährungsberater kann dir hingegen dabei helfen, deine Essgewohnheiten zu ändern und zu lernen, wie du dich gesund ernährst.

Video: Radikaldiäten sind nicht gut für dich

Nicht nur der Jojo-Effekt ist bei einer radikalen Nulldiät oder einseitigen Ernährungsweise vorprogrammiert. Das Video zeigt, wie du deinem Körper dadurch langfristig Schaden zufügst.

Warum du dich nicht am BMI orientieren solltest

Jeder Mensch hat ein ganz individuelles Körpergefühl. Ich kann mich dennoch zu dünn oder zu dick fühlen, obwohl der BMI okay ist. Eine solche Zahl hilft mir also nicht weiter, wenn ich mit meiner Körperform unzufrieden bin oder meine Problemzonen mich stören. Darüber hinaus gibt es sehr viele Menschen mit hohem BMI, die fitter sind als manche dünnen. Studien haben bisher nachgewiesen, dass Menschen, die laut der BMI-Definition Übergewicht haben, teilweise am längsten lebten.

Für die Gesundheit sind sehr viel mehr Werte ausschlaggebend, als nur das Körpergewicht. Dazu gehören auch Fett- und Blutwerte, der Blutdruck, ein EKG und viele andere Werte. Wenn es dir darum geht, herauszufinden, ob dein aktuelles Gewicht okay ist, weil du insgesamt etwas unsicher bist, dann hilft so eine generalisierte Standardzahl nicht weiter. Sie wird dich eventuell nur noch unglücklicher machen. Hier hilft nur eine veränderte Einstellung zu deinem Körper und eine Untersuchung bei einem Arzt.

6 Gründe, warum du nicht auf deinen BMI achten solltest

Body Positivity: Wie viel soll ich wiegen?

Du bist nicht die Einzige, die sich die Frage „Wie viel soll ich wiegen?” stellt. In zahlreichen Medien sehen wir täglich Idealbilder von Frauen mit Modelmaßen, mit denen wir uns automatisch vergleichen. Daher kann ich das gut verstehen. Das Körperbild ist in Zeiten von Instagram & Facebook unsagbar wichtig geworden, da man permanent von anderen beurteilt wird und sich beurteilen lässt. Das ständige Zweifeln an dir wird dich jedoch nicht weiterbringen, daher möchte ich dich motivieren, anders über dich und deinen Körper zu denken.

#1 Warum stellst du dir diese Frage?

Überlege dir einmal, warum du dich eigentlich fragst, wie viel du wiegen solltest. Ist es vielleicht, weil andere dir nur das Gefühl geben, du seist zu dünn oder zu dick? Dabei fühlst du dich eigentlich wohl mit deinen Rundungen? Lass dich nicht von anderen verunsichern. Wichtig ist, wie du dich fühlst.

Oder liegt es daran, dass du dich selbst körperlich eingeschränkt fühlst und merkst, dass du nicht wirklich fit bist? Wenn bei dir eindeutige gesundheitliche Probleme aufgrund deines Gewichts bestehen, dann ist es Zeit, sich Sorgen zu machen. In diesem Fall solltest du dich medizinisch untersuchen lassen und keine Selbstdiagnosen stellen.

#2 Akzeptiere, dass jeder Körper anders ist

Das ewige Vergleichen wird dich nicht weiterbringen. Es gibt einfach keine Körpernorm, die dem Ideal entspricht, auch wenn dir das die Bilder in Filmen und Werbeformaten vielleicht suggerieren. Jede Frau hat so ihre Problemzonen und findet immer etwas, das ihr nicht gefällt. Bodyshaming ist anstrengend und einfach sinnlos. Woher willst du denn überhaupt wissen, dass deine Freundin, die 10 Kilo weniger wiegt, so viel glücklicher ist als du? Vertrau dich ihr doch mal an und frage sie, wie sie sich fühlt. Du wirst vielleicht staunen, dass es ihr vermutlich ähnlich geht wie dir. Vielleicht hast du auch nur noch nicht das Outfit gefunden, was so richtig zu dir passt und dich rundum wohlfühlen lässt. Trau dich ruhig, du zu sein und zeige das auch.

#3 Definiere dich nicht nur über dein Gewicht

Zwei Ziffern machen noch lange keinen Menschen aus. Höre also auf, dich nur auf dein Gewicht zu reduzieren und dich völlig darauf zu fixieren. Das wird dich auf lange Sicht nicht glücklicher machen. Du bist eine Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen und besitzt einige gute und negative Eigenschaften – so wie jeder Mensch. Beschäftige dich lieber mit den Dingen, die du liebst, und teile sie mit den Menschen, die du magst. Du solltest natürlich auf deine Gesundheit achten, dich bewegen und ausgewogen ernähren. Du musst jedoch kein Leistungssportler werden oder nur noch Rohkost essen. Es darf der Spaß und die Leidenschaft am Leben nicht fehlen.

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Achtung: Du kennst jemanden mit einem besorgniserregenden Essverhalten oder leidest vielleicht selbst unter einer Essstörung? Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kannst du dich anonym beraten lassen.

Bildquelle:

iStock/gpointstudio/ereidveto

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