Schwitzen in der Nacht
Katja Nauckam 14.05.2018

Wenn du nachts schweißgebadet aufwachst, ist das sehr unangenehm. Die Gründe für ein starkes Schwitzen in der Nacht können sehr unterschiedlich sein. Du solltest dir jedoch nicht sofort große Sorgen machen, dass eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt. Wir erklären, was dahinter stecken kann und wie du damit umgehen solltest.

7 Gründe für starkes Schwitzen in der Nacht

Schwitzen in der Nacht Gründe

Plötzliches Schwitzen in der Nacht kann Zeichen von zu viel Stress oder einer Infektionskrankheit sein.

Schwitzen ist im Prinzip eine ganz normale Reaktion deines Körpers. Vor allem im Sommer heizt unser Körper bei nächtlichen Temperaturen um die 20 Grad Celsius schnell hoch. Doch auch in der kühleren Jahreszeit kann es vorkommen, dass man plötzlich von einem nächtlichen Schweißausbruch geweckt wird. Damit du verstehst, was die Gründe sein könnten, solltest du dich genau beobachten. Zunächst heißt es jedoch: Keine übertriebene Panik!

#1 Gestörter Biorhythmus und Stress

Bei einem gesunden Menschen ist oft ein schlechter Schlaf-Wach-Rhythmus oder enormer Stress Schuld für spontanes Schwitzen in der Nacht. Bist du aktuell beruflich stark eingespannt, machst Überstunden und dein Schlaf kommt zu kurz? Oder plagen dich private Probleme, die dich nur sehr schlecht ein- und durchschlafen lassen? Dann kann Nachtschweiß ein Zeichen deines Körpers für Übermüdung und Überforderung sein. Dein unregelmäßiger Schlafrhythmus setzt dir zu und äußert sich unter Umständen durch nächtliches Schwitzen.

Was kann ich tun?

Werde dir bewusst, dass das alles gerade etwas zu viel ist und schalte einen Gang herunter. Dein Körper zeigt dir durch das Schwitzen, dass er Ruhe braucht. Wenn du ihm diese nicht gibst, überforderst du ihn immer weiter und es kommen weitere Symptome dazu. Beginne, dich abends zu entspannen und ziehe einen Schlussstrich unter den Tag. Im Schlaf sollte sich dein Körper regenerieren und sich vom Tag erholen.

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#2 Infektionskrankheit

Ein häufiger Grund für plötzliches nächtliches Schwitzen, das meist über mehrere Nächte anhält, ist der Beginn einer Infektionskrankheit. Diese kann dich sowohl im Sommer als auch im Winter überraschen. Eine Erkältung oder Grippe geht oft mit erhöhter Temperatur und Fieber einher. Wenn du dann morgens noch mit starken Kopfschmerzen, Halsweh und Schnupfen und Gliederschmerzen aufwachst, weißt du meist, dass es dich erwischt hat.

Was kann ich tun?

Du solltest zunächst unbedingt Fieber messen, um herauszufinden, ob deine Temperatur wirklich stark erhöht ist. Bei einer Körpertemperatur von über 38 Grad Celsius sprechen Mediziner von Fieber. Wenn du dies feststellst und dich insgesamt sehr schlecht fühlst, solltest du zum Arzt gehen, dich unbedingt ausruhen und definitiv nicht auf Arbeit gehen. Mit den richtigen Medikamenten kannst du deine Temperatur wieder senken und das Schwitzen hört auf.

#3 Hyperhidrosis

Wenn du nicht nur nachts, sondern auch tagsüber am ganzen Körper stark schwitzt und dein Fieberthermometer keine erhöhte Temperatur anzeigt, könnte es sich auch um ein krankhaftes Schwitzen handeln. Bei der sogenannten Hyperhidrosis produziert der Körper unabhängig von der Außentemperatur oder körperlichen Anstrengung übermäßig viel Schweiß. Betroffene leiden oft schon im Kindes- und Jugendalter an sehr starker Schweißbildung an Händen, Achseln und im Gesicht.

Was kann ich tun?

Hyperhidrosis kann auch ein Symptom einer anderen Erkrankung sein. Ob du wirklich daran leidest, kann allerdings nur ein Arzt zweifelsfrei feststellen. Es kommt eher selten vor, dass ein Schwitzen in der Nacht damit einhergeht. Beobachte genau, in welchen Situationen du schwitzt und schildere dem Arzt, wie es sich äußert.

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#4 Hormonelle Störungen

Auch ein Ungleichgewicht in deinem Hormonhaushalt kann für ein vermehrtes Schwitzen in der Nacht sorgen. Durcheinander kommen deine Hormone zum Beispiel in einer Schwangerschaft, durch den Wechsel eines hormonellen Verhütungsmittels, während der Wechseljahre oder auch durch eine Erkrankung der Schilddrüse (Schilddrüsenüberfunktion).

Was kann ich tun?

Wenn du schwanger bist oder gerade deine Pille gewechselt hast, solltest du deinen Gynäkologen um Rat fragen. Die Umstellung auf ein anderes Hormonpräparat kann oft schon das lästige Schwitzen stoppen. In der Schwangerschaft sollte es allerdings im Laufe der Zeit wieder nachlassen. Manche Schwangerschaftsbegleiterscheinungen kommen so plötzlich wie sie auch wieder gehen. Ähnlich verhält es sich auch mit Wechseljahresbeschwerden, zu denen dich auch der Gynäkologe berät. Eine Schilddrüsenüberfunktion muss allerdings von einem Facharzt diagnostiziert und kann ebenfalls medikamentös werden.

Hier erfährst du, mit welchen einfachen Mitteln du dem Schweiß den Kampf ansagen kannst, wenn die Ursache keine Erkrankung ist.

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#5 Diabetes

Dies trifft nur für jene zu, die neben dem starken Schwitzen in der Nacht auch weitere Veränderungen bei sich feststellen: Wenn du innerhalb kurzer Zeit übermäßig viel trinkst, deine Augen vielleicht schlechter werden und du dich insgesamt sehr schlapp fühlst und Gewicht verlierst, kann es auch ein Anzeichen für einen Diabetes Typ 1 sein. Die Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper zu wenig oder kein Insulin mehr produziert, kann in jedem Lebensalter entstehen und heutzutage sehr gut behandelt werden. Es ist eine der am besten erforschten Krankheiten mit der man dank Insulintherapie sehr gut Leben kann, wenn man einige grundlegende Regeln befolgt. Du musst als Diabetiker auf nichts verzichten.

Was kann ich tun?

Schwitzen in der Nacht Diabetes

Schwitzen in der Nacht und plötzlicher übermäßiger Durst können auf Diabetes deuten.

Zunächst solltest du bei gehäuft auftretenden Symptomen mit deinem Hausarzt sprechen, der deinen Blutzuckerwert messen wird. Die meisten Diabetiker entdecken ihre Krankheit sehr überraschend, weil nicht bei allen auch gleichzeitig die genannten Symptome auftreten. Manche werden mit einem sehr hohen Blutzuckerspiegel ins Krankenhaus eingeliefert, der dafür sorgen kann, dass man zusammen klappt und das Bewusstsein verliert. Damit es gar nicht erst dazu kommt, solltest du bei gehäuften Anzeichen rechtzeitig hellhörig werden und einen Arzt aufsuchen. Fachpersonal wird dich betreuen und dir genau lernen, wie du deinen Insulinbedarf selbst regulierst und im Alltag damit zurechtkommst.

#6 Medikamente, Alkohol oder Drogen

Medikamente haben oft eine große Liste an Nebenwirkungen. Unter anderem kann darunter auch Nachtschweiß fallen. Das können Antidepressiva, Betablocker, Hormonpräparate, fiebersenkende Mittel oder andere Medikamente sein, die dazu führen, dass man nachts vermehrt schwitzt. Auch der regelmäßige Konsum von Alkohol oder Drogen bringt den Körper auf Touren und verursacht verstärkte Schweißbildung.

Was kann ich tun?

Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst und sehr unter dem Nachtschweiß leidest, solltest du mit deinem behandelnden Arzt sprechen, ob es eine Möglichkeit gibt, auf eine Alternative umzusteigen. Setze jedoch nicht von allein deine Medikamente einfach ab, sondern besprich das mit dem Arzt. Dass Drogen deiner Gesundheit schaden, muss ich dir nicht sagen. Vor allem, wenn dein Konsum so bedenklich ist, dass er deinen Körper derart schwächt, solltest du etwas daran ändern.

#7 Psychische Gründe

Neben dem Arbeitsstress, der sich auf deine Seele und deinen Körper auswirkt, können auch psychische Erkrankungen solche körperlichen Folgen haben. Leidest du vielleicht seit einiger Zeit an Angststörungen, Depressionen oder Panikattacken und wachst nachts vermehrt schweiß gebadet auf? Dann solltest du auf deinen Körper hören und etwas dagegen unternehmen. Auch eine dauerhafte seelische Belastung wie ein Burnout-Syndrom kann zu einem solchen psychosomatischen Krankheitsbild führen.

Was kann ich tun?

Rede auf jeden Fall mit jemandem über deine Probleme und Ängste. Wenn du das Gefühl hast, nicht mehr weiter zu wissen, müde und antriebslos bist, kann sich dahinter auch eine ernsthaftere psychische Erkrankung verbergen. Ein Psychotherapeut kann dir hier weiterhelfen. Wende dich an deine Krankenkasse, die dir eine Liste mit Therapeuten geben kann. Als versicherter Patient stehen dir einige Probestunden mit einem Therapeuten deiner Wahl zu, bei denen du herausfinden kannst, wer der richtige Gesprächspartner für dich ist.

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Ich möchte dir in jedem Fall raten, ruhig zu bleiben und nicht gleich das Schlimmste anzunehmen. Egal welcher der genannten Gründe auch die Ursache für dein Schwitzen in der Nacht ist. Sprich bei einem konkreten Verdacht am besten sofort mit deinem Arzt, dann räumst du alle Zweifel aus dem Weg und kannst beruhigt sein.

Bildquelle:

iStock/Tibanna79/Tom Merton/iprogressman


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