Sexismus im Job: Diese Tweets sind unfassbar!
Jessica Tomalaam 30.11.2017

„Ja, wir zahlen Frauen weniger. Das liegt halt daran, dass ihr eine Woche pro Monat quasi nicht arbeitsfähig seid.“ Diese Aussage, die wohl aus einer Berliner Werbeagentur stammt, ist so was von unangebracht, dass wir gar nicht glauben konnten, dass sie Ashley Winkler tatsächlich zu hören bekam. Die Designerin hat bei Twitter einen Thread mit 56 Tweets veröffentlicht, der zeigt, was sie als Frau in der Werbe-, Gastro- und IT-Branche erleben musste. Einfach unfassbar. Wir haben mit ihr gesprochen.

„Ich überlege seit einigen Jahren, dieses Verhalten publik zu machen, weil es vor allem in der Werbeszene sehr krass sexistisch zugeht“, erzählt uns die Wienerin im Interview. „Nicht überall, aber es gibt viele schwarze Schafe. Vielen ist ihr Fehlverhalten auch gar nicht bewusst.“ Anstoß für die Veröffentlichung war die #metoo-Debatte und die Tatsache, dass sexistische Sprüche wie diese wohl zum Alltag gehören:

„Ich empfinde das einfach als respektlos, wenn du versuchst, in einem professionellem Umfeld zu arbeiten und gute Arbeit abzuliefern, du aber ständig mit dieser Erniedrigung konfrontiert wirst“, sagt Ashley, die ihren Thread mit den passenden Worten: „Sexistischer Bullshit der Arbeitswelt. Ein Thread“ beginnt. Wenn du dir ein eigenes Bild von den Äußerungen machen möchtest, haben wir die Tweets hier für dich in einer Bildergalerie zusammengefasst:

Diese Sätze hören Frauen also im Job

Das Problem sei auch, dass Diskussionen um Verhalten wie dieses immer wieder auftauchen, dann aber klanglos untergehen würden. „Vor einigen Jahren war #Aufschrei ganz groß, das ist aber auch wieder verstummt. Es muss einfach mehr darüber gesprochen werden, weil sich sonst nichts ändert.“ Besonders nerven Ashley die zwei Standards, die vor allem in der Werbe- und IT-Szene vorherrschen:

„Männlichen Kollegen laufen in kurzen T-Shirts und Hosen rum, teilweise total verschwitzt, da wird nichts gesagt. Aber wenn du als Frau ungeschminkt ins Büro kommst, dann gibt’s Theater. Das ist aber nur etwas Farbe im Gesicht! Das hat nichts damit zu tun, wie ich meine Arbeit mache. Zählen meine Ausbildung und mein Wissen überhaupt?“

Ashley Winkler im Interview

Sie wolle schließlich keine besondere Behandlung haben, nur weil sie eine Frau sei und ihr eben ein Penis fehle. „Frauen sollten nach ihrem Können und ihrem Wissen behandelt werden. Denn schließlich wollen wir auch nur gute Arbeit machen und die Firma weiterbringen.“ Was unterschätzt werde, sei die psychische Belastung, die durch Sexismus im Büro entstehe. Viele Frauen hatten nach der Veröffentlichung der Tweets den Kontakt zu ihr gesucht und über ihre Erfahrungen gesprochen:

„Viele äußern, dass sie ständig Angst vor der nächsten Bemerkung haben. Und jeder Kommentar klebt an ihnen.“

Ashley Winkler im Interview

Viele Twitter-Nutzer waren bestürzt über die Äußerungen, die Ashley sich anhören musste. Sie bekam sogar vier Jobangebote von Firmen aus der Werbebranche, die sie für ihren Mut lobten und deutlich machten, dass so ein Verhalten bei ihnen in der Firma nicht geduldet werden würde. So antwortet ihr ein Nutzer zum Beispiel:

Allerdings bekam Ashley auch viele private Nachrichten, die genau diesen sexistischen Bullshit abbilden. Da fallen übrigens nicht nur wüste Beschimpfungen. Viele männliche Nutzer sind anscheinend der Meinung, dass ein Bild von ihrem Penis ein aussagekräftiges Argument sei. Verständlich, dass sich Ashley die privaten Nachrichten nicht mehr anschaut.

Was sagst du zu diesen Äußerungen, die Frauen in der Arbeitswelt immer noch ertragen müssen? Hast du selbst vielleicht schon mal solche sexistischen Bemerkungen gehört? Wir würden gerne wissen, ob du die Beteiligten gleich darauf angesprochen hast und wie sie reagiert haben? Oder verstehst du die Aufregung um dieses Thema nicht? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

Bildquelle:

iStock/nadia_bormotova


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