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Wochenbettdepression nach der Geburt

Wochenbettdepression

Wochenbettdepression nach der Geburt

Endlich ist das lang erwartete Kind da, doch die Freude will sich einfach nicht einstellen. Statt großer Glücksmomente fließen Tränen. Dir ist einfach alles zu viel und Du weißt selbst nicht warum? Dieses Stimmungstief nach einer Geburt ist ganz natürlich und durch die hormonelle Umstellung zu erklären. Doch wenn die Freude auch nach einigen Tagen nicht zurückkehrt, kann sich der Baby Blues zu einer schwerwiegenden Wochenbettdepression entwickeln.

Wenn Erschöpfung zur Wochenbettdepression wird

Die anstrengende Geburt ist geschafft und durch den Anblick ihres Kindes vergisst die frisch gebackene Mami das hektische Geschehen im Krankenhaus und die Anstrengungen der Geburt und konzentriert sich nur noch auf das kleine Glück in ihren Armen. So stellen sich viele Frauen den Moment nach der Geburt vor. Doch nicht immer entspricht diese Wunschvorstellung der Realität. Eine Wochenbettdepression kann diese Glücksgefühle entscheidend trüben. Hierbei solltest Du beachten, dass eine Wochenbettdepression keinesfalls mit dem sogenannten Baby Blues zu verwechseln ist. Sie ist eine schwere psychische Erkrankung, die die Bindung zwischen Mami und Baby stören oder sogar komplett verhindern kann.

Wochenbettdepression: Traurige Mutter vor Babybett
Eine Wochenbettdepression ist eine schwerwiegende Krankheit und nicht mit dem Baby Blues zu verwechseln.

Wochenbettdepression aus Angst vor dem Neuen

Die neue Lebenssituation macht vielen Müttern große Angst und sie realisieren, dass nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Schlafmangel, die vielen neuen Aufgaben und die hormonelle Umstellung lassen viele Frauen verzweifeln. Wenn in dieser schweren Zeit nicht genügend Unterstützung vorhanden ist, kann aus dem sogenannten Baby Blues eine schwerwiegende Wochenbettdepression entstehen. Dies ist vor allem der Fall, wenn scheinbar nichts so läuft, wie es in der Vorstellung der Mami eigentlich laufen soll. Wenn das Baby sich zum Beispiel nicht beruhigen lässt, wenn es auf den Arm genommen wird oder die Brust verweigert. Doch auch körperliche Ursachen wie beispielsweise Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel oder Geburtskomplikationen können für eine Wochenbettdepression verantwortlich sein.

Chronische Wochenbettdepression

Wenn die Unterstützung fehlt, kann ein harmloser Baby Blues zu einer chronischen Wochenbettdepression führen. Während eine vorübergehende Wochenbettdepression, die viele auch synonym als Baby Blue bezeichnen, nach circa zehn Tagen langsam wieder abklingt, entsteht eine chronische Depression schleichend innerhalb der ersten Wochen und kann zu einer postnatalen Psychose führen. Diese kann Verhaltensänderungen, unbegründete Ängste und Denkstörungen verursachen und teilweise können sogar Wahnvorstellungen oder Halluzinationen auftreten. Wie viele Frauen an einer Wochenbettdepression leiden, ist schwer zu sagen, da Mamis sich häufig für ihre Gefühle schämen und keine Hilfe in Anspruch nehmen. Je nach Umfrage variiert die Anzahl der betroffenen Frauen zwischen fünf und zwanzig Prozent. Um eine ernsthafte Wochenbettdepression festzustellen, gibt es einen speziellen Fragebogen mit der „Edinburgh Postpartum Depression Scale“. Sie kann Dir dabei helfen, einzuschätzen, wie schlimm Deine Depressionen sind.

Anzeichen für eine Wochenbettdepression

Anzeichen für eine Wochenbettdepression sind beispielsweise starke, anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen und Angstgefühle. Doch auch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit und Appetitlosigkeit können kombiniert mit anderen Symptomen auf eine Depression hinweisen. Viele Frauen lehnen in dieser Phase zusätzlich ihren Partner ab, obwohl sie eigentlich genau diese Unterstützung bräuchten. Diese Ablehnung beschränkt sich nicht nur auf das Körperliche, auch seelisch lassen betroffene Frauen buchstäblich niemanden mehr an sich ran. Darüber hinaus schwanken betroffene Mamis oft zwischen einer extremen Lethargie und Lebensunlust und Panikattacken sowie zwischen einer Ablehnung bis hin zu Hass gegenüber ihrem Baby und übermäßiger, panischer Sorge um das Wohlergehen ihres Babys.

Mamis mit Wochenbettdepression unterstützen

Der Partner kann die junge Mutter in dieser schwierigen Zeit entlasten, indem er Besuch auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt und seiner Frau viel Ruhe und Schlaf gönnt. Freunde und Familie sollten vor allem in der ersten Zeit den Einkauf und möglichst viele Haushaltspflichten übernehmen. Wichtig sind auch Beratungen durch die Hebamme oder den Frauen- oder Hausarzt. Das durch die Öffentlichkeit propagierte Bild der strahlend glücklichen Mutter und die damit verbundenen hohen Erwartungen führen bei vielen Müttern zu Versagensängsten und einem Minderwertigkeitsgefühl. Darüber hinaus können auch zahlreiche Erziehungsmodelle ein vorgefertigtes Bild, wie Baby und Mami sein sollten, vermitteln und somit zu einer Wochenbettdepression führen, wenn dieses Ideal nicht erreicht wird. Meist entsteht diese Frustration, wenn die Mami zu hohe Ansprüche entweder an das Baby oder An sich selbst stellt. Dies kann der Fall sein, wenn das Kleine zum Beispiel nicht wie erwartet und wie von anderen Mamis berichtet von Anfang an durchschläft (ein vollkommen normales Verhalten für ein Baby!) oder wenn es beispielsweise nicht auf Anhieb mit dem Stillen klappt (ebenfalls völlig normal!). Hilfe durch eine gute Hebamme, die den Druck von der Mami nimmt und ihr hilft, diese Situation zu meistern, ist in dieser Zeit besonders von Vorteil.

Eine Wochenbettdepression ist eine schwerwiegende Krankheit und nicht mit dem Baby Blues zu verwechseln, der nach wenigen Tagen von alleine vergeht. Wenn Du Dich überfordert fühlst, ist es besonders wichtig, dass Du Unterstützung von Deinem Partner bekommst und akzeptierst, dass Du nicht von Anfang an die perfekte Mutter sein kannst. Wenn das alles nichts hilft, solltest Du jedoch auch nicht den Gang zum Arzt scheuen und Dir professionelle Hilfe suchen, bevor die Bindung zu Deinem Baby schweren Schaden nimmt.

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