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Online-Petition

Berliner Café verbietet Mutter das Stillen

Berliner Café verbietet Mutter das Stillen

Wirbel um das Stillen in der Öffentlichkeit kennen wir in der Regel nur aus den prüden USA. Immer wieder starten Mütter und Promis dort Aktionen, um auf das unsinnige Tabu aufmerksam zu machen. Doch auch im eigentlich so weltoffenen Berlin musste eine stillende Mutter nun ein Café mit ihrem hungrigen Baby verlassen.

Schon als Johanna Spanke im Café „The Barn Roastery“ an der Schönhauser Allee in Berlin am Tresen etwas bestellte, sei sie laut „Der Tagesspiegel“ darauf hingewiesen worden, dass Stillen hier nicht erlaubt sein. Die Mutter besuchte das Kaffeehaus mit ihrem Mann und ihrem dreimonatigen Baby. Als dieses nach einer Weile hungrig wurde, sprach Johanna Spanke auch den Besitzer an, ob das Stillen hier wirklich verboten sei, was dieser bejahte.

Ist das Stillen im Café in Ordnung?
Ist das Stillen im Café in Ordnung?

In einem späteren Interview stellt Cafébesitzer Ralf Rüller zwar klar, dass er nichts dagegen habe, wenn Mütter im hinteren Teil des Lokals diskret stillen würden, doch sobald sich andere Besucher gestört fühlen würden, müsse er eingreifen. Bereits nach der Eröffnung des „The Barn Roastery“ 2012 hatte Rüller für Schlagzeilen gesorgt, als er einen Betonpoller aufstellte, der Eltern auch mit einem zusätzlichen Schild daran davon abhalten soll, Kinderwagen mit ins Café zu nehmen.

Online-Petition für das Stillen in der Öffentlichkeit

Nachdem Johanna Spanke von diesem Zwischenfall so vor den Kopf gestoßen war, dass sie die Gesetzeslage zu dem Thema in Deutschland untersuchte und feststellte, dass es kein Gesetz zum Schutz stillender Mütter gibt, rief sie eine Online-Petition ins Leben. Darin appelliert sie an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, dass es auch hierzulande ein entsprechendes Gesetz, wie es beispielsweise bereits in Großbritannien besteht, geben sollte. Bisher ist das Stillen in der Öffentlichkeit zwar grundsätzlich erlaubt, doch durch das Hausrecht dürfen Wirte und Cafébesitzer wie Ralf Rüller stillende Mamis ihres Ladens verweisen. „Zu einer familien- und kinderfreundlichen Gesellschaft gehört, dass das Stillen in der Öffentlichkeit nicht zu einem Tabu gemacht wird“, schreibt Spanke zu ihrer Petition. „Es kann nicht sein, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensmonats voll zu stillen, und in Deutschland von Müttern erwartet wird, dies ausschließlich in den eigenen vier Wänden zu tun!“ Bisher haben bereits über 5.300 Menschen die Petition unterschrieben.

Wir finden es toll, dass Johanna Spanke für ihr Recht zu Stillen kämpft! Wenn Du die Petition ebenfalls unterzeichnen möchtest, kannst Du dies hier tun.

Bildquelle: iStock/Halfpoint

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