Berufswunsch Pilot: Wie Kleinkinder ihre Zukunft planen

Wenn der Nachwuchs seinen Berufswunsch präsentiert, sind Eltern oft überrascht. Da kündigt die Tochter an, einmal Braut oder Hexe werden zu wollen, und der Sohn setzt auf eine Karriere als Astronaut oder Superheld. Mit zunehmendem Alter werden die Zukunftspläne schließlich realistischer. Hier erfährst Du, wie Du Dein Kind bei seinem Berufswunsch unterstützen kannst.

Berufswunsch: Wie Kinder ihre Zukunft planen

Schon in jungen Jahren wissen viele Kinder, was sie später einmal werden möchten, doch vor allem bei Kleinkindern und Kindergartenkindern handelt es sich dabei oft nicht um realistische Berufe – stattdessen haben sie meist einen eher außergewöhnlichen Berufswunsch. Von der Prinzessin und dem Cowboy über die Primaballerina und den Piraten bis hin zur Hexe und dem Zauberer ist alles dabei. Wenn Dein Kind einen ungewöhnlichen Berufswunsch äußert, ist das völlig normal und es besteht kein Grund zur Beunruhigung, denn die Traumjobs von kleinen Kindern sind in der Regel keine wirklichen Berufswünsche. Vielmehr suchen sie sich ihre Vorbilder zunächst im alltäglichen Umfeld. Das kann das Idol aus dem Lieblingsbuch sein, der Held aus der Lieblingsserie oder der freundliche Postbote auf seinem gelben Fahrrad. Einige Kinder nehmen sich auch ihre Eltern als Vorbild, sodass es gut möglich ist, dass Dein Kind den gleichen Beruf ausüben möchte wie Du. Von einem Tag auf den anderen kann der bisherige Berufswunsch Deines Kindes aber auch schon wieder vergessen sein und einem neuen Zukunftsplan weichen. Dieses Umorientieren hat seinen Sinn: Kinder müssen sich ausprobieren, ihre Vorlieben und Stärken selbst herausfinden. Besonders beliebt bei Kleinkindern sind daher Rollenspiele, bei denen sie in die Rolle einer anderen Person schlüpfen und schon einmal verschiedene Berufe „erproben“ können.

Berufswunsch: Kind als Superheld

Kinder haben oft einen ungewöhnlichen Berufswunsch.


Viele Kinder haben einen ganz konkreten Berufswunsch

Das Marktforschungsinstitut „iconKIDS & Youth“ hat im Auftrag von „LEGO City“ rund 500 Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren sowie deren Eltern zu ihrem Berufswunsch befragt. Die Umfrage hat ergeben, dass 73 Prozent der befragten Kinder bereits genau wissen, was sie später einmal werden möchten. Auf Platz eins der Berufswünsche ist der Beruf des Tierarztes. Der Fußballspieler und der Polizist teilen sich Platz zwei, auf Platz drei landet der Pilot. Auffallend ist bei der Studie, dass sich die Berufswünsche von Mädchen und Jungen erheblich unterscheiden. Während junge Mädchen hauptsächlich von sozialen Berufen wie zum Beispiel Tierärztin, Tierpflegerin oder Krankenschwester träumen, möchten die gleichaltrigen Jungs überwiegend actionreiche Berufe ergreifen: Viele von ihnen wollen Rennfahrer, Pilot, Fußballspieler oder Polizist werden. Ökonomische Gesichtspunkte spielen für die befragten Kinder bei der Wahl ihres Traumberufes kaum eine Rolle. Stattdessen steht für die meisten Kinder dieser Altersgruppe der Spaß im Vordergrund, weshalb viele von ihnen davon träumen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Erst im Teenageralter machen sich die Kinder schließlich Gedanken über die finanziellen Aspekte eines Tätigkeitsfeldes, wie etwa Verdienstmöglichkeiten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Berufswunsch bleibt von Generation zu Generation ähnlich

Zudem haben die Forscher von „iconKIDS & Youth“ in ihrer Umfrage festgestellt, dass die Berufswünsche über die Generationen hinweg ähnlich bleiben. So haben viele Kinder den gleichen Berufswunsch wie ihre Eltern. Vor allem medizinische Berufe wie Krankenschwester, Arzt oder Tierarzt erfreuen sich einer konstanten Beliebtheit. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass die Kinder sich bei ihrem Berufswunsch vor allem an den Helden der Erlebniswelten ihrer Spiele orientieren. Diese üben zumeist einen Beruf aus, bei dem es darum geht, anderen zu helfen: etwa Arzt, Tierarzt, Polizist oder Krankenschwester. Hinzu kommt, dass einige Kinder sich bei der Zukunftsplanung ihre Eltern zum Vorbild nehmen und deshalb deren Beruf als Wunschberuf angeben.
So unterstützt Du den Berufswunsch Deines Kindes
Ganz egal, wie konkret oder realistisch der Berufswunsch Deines Kindes ist – Du solltest es bei der Planung seiner Zukunft unterstützen. Dabei solltest Du Dir allerdings stets vor Augen halten, dass beim Auseinanderklaffen von Wunsch und Wirklichkeit oftmals eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt ist. Je mehr Dein Kind über seinen Traumberuf weiß, desto besser kann es seinen Berufswunsch einschätzen. Mit ein paar konkreten Informationen zu dem jeweiligen Beruf kannst Du Deinen kleinen Schatz somit bereits enorm unterstützen.

Berufswunsch: Stereotype Rollenklischees vermeiden

Mit zunehmendem Alter orientieren sich Kinder bei ihrem Berufswunsch dann automatisch an der Wirklichkeit – doch hier wird ihnen oft noch immer die vermeintliche geschlechtstypische Rollenverteilung vorgelebt. Geschlechterspezifische Stereotype wie „Männer machen was mit Technik“ und „Frauen machen was Kreatives“ sind in vielen Köpfen nach wie vor fest verankert. Ermutige Dein Kind, auch außerhalb der Rollenklischees zu denken. Dafür kannst Du Deiner Tochter zum Beispiel Autos, einen Experimentier- oder Baukasten und Deinem Sohn eine Puppe, eine Spielküche, eine Puppenschule oder einen Tierarztkoffer schenken.

Vor allem junge Kinder äußern oft einen außergewöhnlichen Berufswunsch, der mit der Realität meist nicht viel zu tun hat. So wollen sie beispielsweise Prinzessin, Pirat, Superheld oder Astronaut werden. Solche Berufswünsche sind für Klein- und Kindergartenkinder völlig normal und stellen keinen Grund zur Beunruhigung dar. Je älter Dein Kind wird, desto realistischer wird auch sein Berufswunsch. Du kannst es bei seinen Zukunftsplänen unterstützen, indem Du ihm konkrete Informationen zu dem jeweiligen Beruf lieferst.

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