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„Herdprämie“

Betreuungsgeld

Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld ist eine neue Form der Familienförderung und soll Eltern, die ihr Kind in den ersten Lebensjahren bewusst nicht in einer Betreuungseinrichtung wie einer KiTa oder einem Kindergarten oder von einer Tagesmutter betreuen lassen, finanziell unterstützen und einen Ausgleich für den Einkommensverlust schaffen, der durch die berufliche Auszeit des betreuenden Elternteils entsteht. Das Betreuungsgeld steht Eltern zu, die ihr Kind bis zum dritten Lebensjahr in Vollzeit privat betreuen.

Mit dem Betreuungsgeld, im Volksmund meist spöttisch „Herdprämie“ genannt, möchte der Staat Familien, die sich selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern, finanziell entlasten. Es ist eine Ergänzung zum Elterngeld, das in der Regel je nach Elternzeitmodell für 12 bis 14 Monate ausgezahlt wird. Nach diesem Leistungszeitraum bleibt vielen Familien nichts anderes übrig als ihr Kind in einer Betreuungseinrichtung unterzubringen oder von einer Tagesmutter betreuen zu lassen, damit beide Elternteile wieder in Voll- oder zumindest Teilzeit arbeiten gehen können. Häufig reicht das Einkommen eines Elternteiles alleine nicht aus, um die Familie wirtschaftlich abzusichern. Diese Lücke soll das Betreuungsgeld nun füllen und so einem Elternteil die Möglichkeit geben, auch nach dem Leistungszeitraum des Elterngeldes eine berufliche Auszeit zu nehmen, um sich der Kinderbetreuung widmen zu können. Die neue Regelung zum Betreuungsgeld ist zum 1. August 2013 in Kraft getreten.

Wer hat Anspruch auf Betreuungsgeld?

Das Betreuungsgeld ist eine Ergänzung zum Elterngeld. Eltern, die ihr Kind nach dem ersten und bis zum dritten Lebensjahr in Vollzeit privat betreuen und deshalb weder auf eine staatliche geförderte Betreuungseinrichtung noch auf eine vom Staat bezahlte Tagesmutter zurückgreifen, haben Anspruch auf Betreuungsgeld. Damit ist das Betreuungsgeld vom Gesetzgeber als Alternative zum rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren gedacht, der seit dem 1. August 2013 im Gesetz verankert ist. Alle Eltern, deren Kinder ab dem 1. August 2012 geboren sind, können das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für Pflegeeltern oder Adoptiveltern, sofern sie mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt wohnen und es dort privat betreut wird. Die Betreuung muss übrigens nicht direkt durch die Eltern erfolgen. So können beispielsweise auch Großeltern oder ein Au Pair einspringen. Auch die Betreuung in einer privat finanzierten Kinderkrippe oder einer Eltern-Kind-Gruppe beeinträchtig die Leistungen nicht. Es ist also durchaus möglich, dass Eltern das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen und trotzdem beide erwerbstätig sind.

Allerdings gibt es eine Einkommenshöchstgrenze, die bei der Beantragung berücksichtigt wird. So haben Eltern, die im letzten Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes mehr als 500.000 Euro steuerpflichtiges Einkommen erwirtschaftet haben, keinen Anspruch auf Betreuungsgeld. Dies gilt sowohl für gemeinsame veranlagte Ehepaare als auch für unverheiratete Elternpaare. Für alleinerziehende Elternteile liegt die Höchstgrenze des zu versteuernden Jahreseinkommens vor der Geburt des Kindes bei 250.000 Euro. Geht ein Kind nach Bewilligung des Betreuungsgeldes während des Leistungszeitraumes in eine staatlich geförderte Betreuungseinrichtung, erlischt der Anspruch auf Betreuungsgeld und Eltern müssen zu viel gezahlte Bezüge zurückerstatten.

Finanzielle Hilfe vom Staat.
Betreuungsgeld unterstützt Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen.

Wie hoch ist das Betreuungsgeld und wie wird es ausbezahlt?

Seit dem 1. August 2013 erhalten Eltern, die ihr Kind bis zum dritten Lebensjahr zu Hause betreuen, monatlich 100 Euro Betreuungsgeld pro Kind. Für Zwillinge werden also 200 Euro pro Monat ausbezahlt. Außerdem sieht die neue Gesetzesregelung zum Betreuungsgeld vor, dass die Bezüge pro Kind ab 1. August 2014 auf 150 Euro monatlich erhöht werden. Der mögliche Leistungszeitraum beginnt mit dem 15. Lebensmonat des Kindes und besteht für 22 Monate. Nehmen Eltern das Elterngeld nicht ab der Geburt des Kindes sondern zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch, können beide staatlichen Förderungen auch parallel in Anspruch genommen werden. Gleiches gilt, wenn der Bezugszeitraum des Elterngeldes auf zwei Jahre ausgedehnt und damit die Elterngeldrate pro Monat halbiert wird. Auch in diesem Fall kann das Betreuungsgeld als dem 15. Lebensmonat parallel zum Elterngeld in Anspruch genommen werden. Das Betreuungsgeld kann entweder bar ausbezahlt oder in Form von Gutscheinen gewährt werden, die zum Beispiel für Babynahrung oder Pflegeprodukte und Kleidung eingetauscht werden können. Das Betreuungsgeld ist übrigens, genau wie das Elterngeld, steuerfrei. Außerdem erhöht das Betreuungsgeld den individuellen Steuersatz der Eltern nicht und die Steuerlast der Familie bleibt von der staatlichen Förderung unberührt.

Wie wird das Betreuungsgeld beantragt?

Wo das Betreuungsgeld beantragt wird, entscheiden im Einzelfall die Landesregierungen. In den meisten Fällen sind die Elterngeldkassen der Kommunen für die Bewilligung des Betreuungsgeldes zuständig. Der Antrag auf Betreuungsgeld sollte frühzeitig eingereicht werden, da die Leistungen rückwirkend für maximal drei Monate bewilligt und bei Empfängern von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II mit den empfangenen Sozialleistungen verrechnet werden, sodass bei nachträglicher Beantragung in diesem Fall keine rückwirkenden Zahlungen zu erwarten sind.

Betreuungsgeld und Bildungssparen

Zusätzlich zum Betreuungsgeld sieht der Gesetzgeber eine aufgestockte Förderung im Rahmen des so genannten Bildungssparens vor. Wenn Du also das Betreuungsgeld für Dein Kind nicht ausbezahlen lässt, sondern es in einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge in Form einer Riester- oder Rürup-Rente oder einem Bildungssparplan für Dein Kind anlegst, unterstützt Dich der Staat dabei zusätzlich mit 15 Euro im Monat. So können Eltern, die das Betreuungsgeld in eine Maßnahme zum Bildungssparen investieren, insgesamt 3.600 Euro zusätzlich erhalten. Das so angelegte Betreuungsgeld muss allerdings zu einem späteren Zeitpunkt in die Bildung des Kindes investiert werden. Zu diesem Zweck können Eltern sich das angesparte Kapital entweder in einem Einmalbetrag auszahlen lassen, oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Das Mindestalter des Kindes, in dem die Eltern auf das Kapital aus dem Bildungssparen zugreifen können, wird voraussichtlich auf 14 Jahre festgesetzt werden.

Das Betreuungsgeld soll Eltern, die ihr Kind privat betreuen möchten, die Möglichkeit geben, auch nach dem Elterngeld eine berufliche Auszeit zu nehmen. So können alle Eltern, die für die Betreuung ihres Kindes nicht auf eine staatlich geförderte Einrichtung oder eine staatlich finanzierte Tagesmutter zurückgreifen, Betreuungsgeld in Anspruch nehmen. Die Förderung wird ab dem 15. Lebensmonat des Kindes für maximal 22 Monate gewährt.

Bildquelle: Ammentorp | Dreamstime.com

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