Lispeln

Von allen Sprachfehlern ist das Lispeln wohl der Prominenteste. Doch das spricht nicht unbedingt für die Lautbildungsstörung. Häufig sind Kinder, die das „S“ nicht richtig aussprechen können, im Laufe ihrer Kindergarten- und Schulzeit zahlreichen Hänseleien ausgesetzt. Was kannst Du also tun, damit Dein Kind gar nicht erst mit dem Lisepeln anfängt und was kannst Du dagegen unternehmen, wenn es bereits darunter leidet?

Was versteht man unter Lispeln?

Das Lispeln ist eine Lautbildungsstörung der Zischlaute „S“, „Sch“ und „Ch“. Es gilt als einer der häufigsten Sprachfehler. Am ehesten ist hiervon der „S“-Laut betroffen. In diesen Fällen spricht man von einem Sigmatismus („Sch“=Schetismus und „Ch“=Chititsmus). Die falsche Aussprache des „S“-Lautes ist in der frühen Kinderheit noch vollkommen normal. Erst wenn der Fehler mit gut vier Jahren nach wie vor auftaucht, spricht man endgültig von einem Lispeln. Dies kann unterschiedliche Formen annehmen. So kann das „S“ wie ein englisches „Th“ ausgesprochen werden, die Luft kann seitlich an der Zunge vorbeiströmen oder es wird zu viel Druck ausgeübt, sodass ein zischender Laut entsteht. Wie und wieso auch immer Dein Kind lispelt, eine Therapie ist in jedem Fall strengstens angeraten.

Lispeln: Mädchen pustet Seifenblasen.

Seifenblasen pusten ist eine gute Methode, um dem Lispeln vorzubeugen.


Wieso muss Lispeln therapiert werden?

Wenn Dein Kind am Lispeln leidet, solltest Du eine Therapie ernsthaft in Betracht ziehen. Dies liegt vor allem an den schwerwiegenden Folgen, die die Sprachstörung haben kann. Je nachdem wie Dein Kleines das „S“ falsch ausspricht, kann sich dies auch auf die Stellung seiner Zunge beim Schlucken auswirken. Drückt diese dann fortwährend zu fest gegen die vorderen Schneidezähne, kann dies zu einem Zahnschiefstand und einer Kieferverformung führen. Darüber hinaus kann das Lispeln Dein Kind auch emotional und sozial beeinträchtigen. Insbesondere in der Schulzeit kann es aufgrund des Sprachfehlers zu einigen Hänseleien seitens der Mitschüler kommen und auch alltägliche schulische Aufgaben wie das laute Vorlesen können zu einer einzigen Qual werden.

Lispeln: die Behandlung

Trotz der relativ schweren Auswirkungen, die ein unbehandeltes Lispeln auf Kinder haben kann, ist der Sprachfehler relativ gut behandelbar. In der Regel erfolgt die Behandlung durch einen Logopäden, mit dem Dein Kind durch verschiedene Übungen die korrekte Lautbildung trainiert. Ist eine Fehlstellung des Kiefers oder der Zähne hingegen die Ursache für das Lispeln, ist die sicherste Behandlung eine umgehende Korrektur. Meist wird auch dies jedoch noch zusätzlich durch eine logopädische Therapie begleitet. Wann die Therapie erfolgt, ist hingegen offen zur Debatte und hängt zu einem Großteil auch von Deiner persönlichen Einschätzung ab. In der Regel empfehlen Logopäden eine Therapie erst nach dem Zahnwechsel anzufangen, da sich das Lispeln bis dahin noch von selbst lösen kann. Sollten zum Beispiel Zahnfehlstellungen die Ursache des Problems sein, ist es möglich, dass diese nach Auftauchen der neuen Zähne komplett verschwunden sind. In einigen Fällen ist es jedoch ratsam, die Therapie um einige Jahre nach vorne zu verschieben. Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn Dein Kind im Kindergarten oder in der Schule gehänselt wird und stark darunter leidet. Einige Logopäden sind jedoch der Ansicht, dass ein früherer Therapiebeginn immer die bessere Variante ist, damit die Möglichkeit besteht, den Sprachfehler zu beheben, bevor die neuen Zähne durch ihn möglicherweise ebenfalls verformt werden. Beide Varianten sind möglich. Am besten besprichst Du sie mit Deinem Kind und Deinem Arzt, um die beste Methode für Euch in Erfahrung zu bringen.

Ursachen für das Lispeln

Das Lispeln kann verschiedene Ursachen haben. Im Grunde genommen lispelt jedes Kind bis zu einem gewissen Alter. Das liegt daran, dass die Zischlaute die schwierigsten in der deutschen Sprache sind und daher erst relativ spät gelernt werden. Die Ursachen dafür, dass der Sprachfehler auch noch über das dritte Jahr hinaus besteht, können vielfältig sein. So kann eine Hörstörung dafür verantwortlich sein oder eine Kiefer- und Zahnfehlstellung. Doch auch Störungen in den Gesichtsmuskeln und eine zu geringe Spannung der Gesichtsmuskeln können die Ursache dafür sein. Darüber hinaus gibt es auch temporäre Ursachen, die das Lispeln begünstigen können. Hierfür können zum Beispiel Zahnspangen oder der Verlust der oberen Schneidezähne durch den Zahnwechsel verantwortlich sein. In der Regel löst sich hier das Problem allerdings von alleine, sobald die Ursache beseitigt ist.

So kannst Du dem Lispeln vorbeugen

Bevor Dein Kind überhaupt mit dem Lispeln beginnt, kannst Du einige Dinge tun, um dem vorzubeugen. So können Hörtests für Säuglinge Aufschluss darüber geben, ob Dein Kleines die Laute überhaupt korrekt differenzieren kann. Auch die vorzeitige Behandlung von Fehlstellungen kann den Sprachfehler von vornherein verhindern. Darüber hinaus solltest Du darauf achten, dass Du Deinem Kind immer ein gutes Vorbild bist und selbst auf eine deutliche Aussprache Wert legen sowie sämtliche Dinge, die zu Fehlstellungen und einer undeutlichen Aussprache führen können, aus dem Weg schaffen. Hierzu zählt zum Beispiel das Nuckeln am Daumen oder an einem Schnuller über das Alter von zwei Jahren hinaus. Neben der Vermeidung von bestimmten Dingen, kann auch eine gezielte Förderung der Gesichts- und Mundmuskulatur förderlich sein. Hierfür sind nicht unbedingt spezielle Übungen notwendig. Es reicht zum Beispiel, wenn Du Dein Kind häufiger durch einen Strohhalm trinken oder es Seifenblasen pusten lässt. So werden die Muskeln automatisch angestrengt und gestärkt, was für eine deutliche Aussprache sehr förderlich ist.

Lispeln ist einer der häufigsten Sprachfehler, die es gibt, allerdings ist es auch relativ leicht zu behandeln. Sollte Dein Kind nach dem Zahnwechsel immer noch lispeln, ist ein Gang zum Logopäden definitiv notwendig, um möglicherweise folgende Fehlstellungen und Hänseleien zu vermeiden.


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