Stottern

Als Stottern bezeichnet man eine Störung des Redeflusses, bei dem der Sprecher bestimmte Wörter, Silben oder Laute mehrfach ungewollt wiederholt. Dies ist situationsabhängig und kann sich im Gespräch mit bestimmten Personen oder in gewissen Gefühlslagen verschlimmern oder verbessern. Stottern gilt als relativ gut therapierbar, eine komplette Befreiung von sämtlichen Symptomen ist jedoch ab einem gewissen Alter fast unmöglich.

Ab wann gilt eine Störung im Sprachfluss als Stottern?

Für viele Eltern ist es ein Schock: Gerade noch hat ihr Kind alle Wöter gut-artikuliert und flüßig gesprochen und plötzlich stockt es immer häufiger und wiederholt einzelne Silben oder Wörter. Als Eltern gerät man in so einer Situation verständlicherweise schnell in Sorge. Doch nur weil ein Kind plötzlich Symptome für das Stottern zeigt, heißt das noch lange nicht, dass die Sprachstörung nun ein Leben lang bleibt. Die Diagnose Stottern wird grundsätzlich nur gestellt, wenn die Auffälligkeiten mindestens drei Monate anhalten und dies aus gutem Grund, denn insbesondere in der Kindergartenzeit entwickeln viele Kinder eine kurzzeitige Sprachstörung, die jedoch bei den meisten genauso schnell wieder verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Sollte das Stottern Deines Kindes jedoch längere Zeit anhalten, gibt es einige Dinge, die Du zu dem Thema wissen solltest.

Stottern: Welche Symptome deuten auf die Sprachstörung hin?

Jeder Mensch hat eine grobe Vorstellung davon, was Stottern bedeutet. Die meisten stellen sich hierunter nervöse Menschen vor, die den Anfangsbuchstaben bestimmter Wörter mehrmals wiederholen, bevor sie das Wort aussprechen können. Dies ist jedoch nur zum Teil richtig. Tatsächlich bezieht sich ein Teil der Symptome auf das Wiederholen von Lauten und Silben, ganze Wörter können jedoch genauso betroffen sein. Darüber hinaus gilt es ebenfalls als Stottern, wenn bestimmte Laute unwillkürlich verlängert werden oder zwischen den Wörtern bestimmte Laute eingeschoben werden, die mehrere Sekunden anhalten. Auch die Vorstellung, Stottern würde durch Nervosität verursacht, ist heutzutage weitestgehend widerlegt, vielmehr gilt ein nervöses Verhalten als eine Folge des Stotterns. Außerdem ist es keinesfalls so, dass Menschen, die Stottern, dies immer tun: Bestimmte Situationen, Gesprächspartner oder Emotionen können Einflussfaktoren sein, die das Stottern verschlimmern oder verbessern. So kann eine Diagnose der Sprachstörung teilweise problematisch sein, da im Alltag das Stottern möglicherweise stark ausgeprägt ist, die Symptome in der ärztlichen Sprechstunde jedoch komplett verschwinden können. Neben den offensichtlichen Symptomen gelten auch ein Vermeidungs- und Fluchtverhalten als kennzeichnend für das Sprachproblem. So versuchen Betroffene oftmals bestimmte Situationen und Laute zu vermeiden oder zeigen eine besonders große Anstrengung, um die Symptome gar nicht erst auftreten zu lassen.

So sollten sich Eltern beim Stottern ihrer Kinder verhalten

Wenn Du bei Deinem Kind ein Stottern feststellst, das vor kurzem noch nicht so ausgeprägt war, wirst Du vermutlich erst einmal geschockt sein. Wichtig ist nun, dass Du Ruhe bewahrst und vor allem Dein Kind nicht immer verbesserst oder versuchst, es zu beruhigen, wenn es sich beim Reden regelrecht überschlägt. Ein Großteil der Kinder hat irgendwann einmal mit Sprachproblemen zu kämpfen. Dies liegt unter anderem daran, dass die Kleinen ab einem gewissen Alter bereits schneller denken als sprechen können. Zu einem sehr großen Teil wird ein Stottern oder ein sehr langsames Sprechen in diesem Alter durch das eigene Sprachwissen des Kindes ausgelöst. Kindergartenkinder besitzen bereits große Kenntnisse darüber, wie wir Sprechen, manchmal fällt es jedoch noch schwer die richtige Sprechweise auch in Worte zu fassen. Stottern und langsames Reden kann somit eine Folge davon sein, dass Kinder sich währnd des Sprechens selbst verbessern oder vermehrt über ihre eigene Sprache nachdenken. Ein zusätzliches Verbessern der Eltern würde in diesem Fall nur dazu führen, dass die Kinder sich noch mehr auf das Gesagte konzentrieren und die Probleme sich somit weiter ausprägen. Hinweise der Eltern, das Kind müsse sich einfach mehr bemühen, sind demnach vergebens, da es dies entweder bereits tut oder tatsächlich an einer Sprachstörung leidet, die jedoch mit bloßem Bemühen alleine ebenfalls nicht verbessert werden kann. Wenn Dein Kind also anfängt zu stottern, ist es wesentlich ratsamer, die schlechte Aussprache für den Moment einfach zu ignorieren und das Positive hervorzuheben. Auf keinen Fall sollte Druck ausgeübt werden oder die Kinder häufig in Situationen gebracht werden, in denen man weiß, dass hier das Stottern vermehrt auftritt. In vielen Fällen hilft es bereits, wenn die Eltern einfach als gutes Vorbild vorangehen und ruhig und korrekt sprechen. Bei den meisten Kindern verschwindet das Stottern auf diese Weise von ganz alleine. Sollte es jedoch mindestens drei Monate anhalten, ist es ratsam einen Logopäden aufzusuchen.

Stottern: Ein kleines Mädchen bei einer Logopädin.

Stottern tritt häufig im Kindesalter auf, bleibt jedoch selten ein Leben lang.


Stottern tritt häufig auf, bleibt aber selten ein Leben lang

Ein Großteil der Kinder in Deutschland haben einmal in ihrem Leben mit Sprachproblemen zu kämpfen, doch nur bei fünf Prozent von ihnen kann von einem richtigen Stottern gesprochen werden. Die Sprachstörung tritt hierbei in jedem Fall vor dem 12. Lebensjahr auf, bei 90 Prozent der Kinder sogar noch bevor sie eingeschult werden. Betroffen sind fast zwei Mal so viele Jungen wie Mädchen, wobei Mädchen häufiger früher mit dem Stottern anfangen, es bei ihnen jedoch auch wahrscheinlicher ist, dass die Symptome im Laufe der Zeit komplett nachlassen. Vier Fünftel aller Kinder verlieren das Stottern wieder komplett, bevor sie die Pubertät erreichen, sodass letztlich nur gut ein Prozent aller Erwachsenen von der Sprachstörung betroffen sind. Für diese ist die Diagnose in der Regel jedoch endgültig. Obwohl eine Besserung der Symptome jederzeit möglich ist, ist ein komplettes Nachlassen nach der Pubertät so gut wie ausgeschlossen.

Stottern: Welche Therapien gibt es?

Da Stottern eine Sprachstörung ist, die das Leben entscheidend beeinträchtigen kann, eine Besserung der Symptome jedoch immer im Bereich des Möglichen liegt, bietet sich eine Therapie in jedem Fall an. Da die Ursachen des Stotterns allerdings noch nicht endgültig geklärt sind, gibt es verschiedene Ansätze, die Symptome zu bekämpfen. Diese können jedoch bei jeder Person einen unterschiedlichen Erfolg erzielen, da das Stottern bei jedem Menschen ganz individuelle Ursachen haben kann. Grundsätzlich gehen Experten jedoch davon aus, dass Stottern zu einem Großteil genetisch veranlagt ist. So haben Menschen die Stottern gut drei Mal mehr Verwandte, die dies ebenfalls tun. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass eineiige Zwillinge beide stottern höher, als die dass zweieiige Zwillinge dies tun. Neben der Genetik ist es jedoch auch möglich, dass bestimmte Umweltfaktoren eine große Rollte spielen. Die Therapie sollte demnach immer individuell mit einem Experten abgesprochen werden.

Wenn Kinder ein Stottern entwickeln, ist dies für viele Eltern erstmal ein Schock, doch gilt es in erster Linie Ruhe zu bewahren. Um Deinen Kind in dieser Situation am besten zu helfen, solltest Du es nicht unter Druck setzen und stattdessen einfach mit gutem sprachlichen Beispiel voran gehen. Sollte das Stottern jedoch länger als drei Monate bleiben, ist es sinnvoll mit Deinem Kind einen Logopäden aufzusuchen, um die Sprachstörung weiter untersuchen zu lassen.

Bildquelle: alexsokolov/iStock/Thinkstock


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Was denkst du?

  • stosh123 am 13.06.2014 um 16:36 Uhr

    Ich glaube, den Betroffenen ist das Stottern echt unangenehm. Ich finde das aber gar nicht schlimm!

    Antworten