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Polio Krankheit: Was ist Kinderlähmung und wie kann man sich schützen?

Vorsorge bei Kinderlähmung

Polio Krankheit: Was ist Kinderlähmung und wie kann man sich schützen?

Polio ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die Lähmungen verursachen kann und in der Vergangenheit immer wieder zu Massenerkrankungen geführt hat. Obwohl die Krankheit hierzulande mittlerweile fast ausgerottet wurde, empfehlen Experten die Impfung gegen Polio, um einen weiteren Ausbruch zu vermeiden. Wie verläuft die Erkrankung und was kannst du tun, um dein Kind zu schützen?

Was ist Polio?

Polio, auch Poliomyelitis oder Kinderlähmung genannt, ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch einen Virus hervorgerufen wird und bei Betroffenen im schlimmsten Fall schwere Lähmungen verursachen kann. Obwohl die Krankheit heutzutage in Deutschland dank konsequenter Impfung fast komplett von der Bildfläche verschwunden ist, gibt es in anderen Teilen der Welt wie Afrika, wo Menschen ohne Impfschutz auskommen müssen, immer wieder neue Ausbrüche der Krankheit. Trotz der geringen Gefahr, sich hierzulande mit Polio anzustecken, wird die Impfung deswegen auch weiterhin von Experten empfohlen, damit die Krankheit auch durch eingeschleppte Erreger keine Chance mehr hat auszubrechen.

Ansteckungsgefahr und Vorsorge bei Polio

Polio ist eine hoch ansteckende Krankheit, die in den meisten Fällen fäkal-oral übertragen wird. Das bedeutet, dass Infizierte den Polio-Erreger mit dem Stuhlgang ausscheiden, der anschließend über mangelnde Hygiene durch den Mund oder die Nase von anderen Menschen aufgenommen wird und sich dann im Körper ausbreitet. Es ist aber auch möglich, sich über kleinste Speicheltröpfchen, die schon beim Sprechen oder Atmen in die Luft gelangen, mit der Krankheit zu infizieren. Dabei führt aber nicht jede Infektion mit dem Erreger wirklich zur Kinderlähmung. So verläuft die Polio-Infektion bei rund 95 Prozent aller Infizierten völlig unbemerkt und ohne Symptome. Dennoch wird von Experten empfohlen, sein Kind früh genug vor einer Infektion mit Polio-Erregern, die auch aus anderen Teilen der Welt nach Deutschland gelangen können, zu schützen. Das Robert-Koch-Institut rät deshalb, bereits Säuglinge im ersten und zweiten Lebensjahr impfen zu lassen. Die Polio-Impfung bedeutet für dein Baby einen kleinen Pikser mit der Nadel, birgt aber auch die üblichen Impfrisiken. Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung bleibt daher letztendlich dir und deinem Partner überlassen.

Durch welche Symptome äußert sich die Polio-Erkrankung?

Bei einer Polio-Infektion gibt es zwei mögliche Krankheitsverläufe: Entweder – und das ist glücklicherweise bei rund 95 Prozent aller Infektionen der Fall – entwickeln sich gar keine Symptome oder es kommt zu Beschwerden wie Schmerzen an Kopf und Muskeln, Fieber, Magendarmentzündungen und Übelkeit, die nach einigen Tagen wieder abklingen. Falls die Polio-Erreger anschließend das Gehirn oder Nervenzellen im Rückenmark befallen, können erst Muskelschmerzen und letztendlich auch bleibende Lähmungen auftreten. Diese können entweder schleichend oder auch plötzlich auftauchen und betreffen dabei meistens erst eines der Beine, einen Arm oder den Rumpf. In seltenen Fällen kommt es sogar zur Lähmung des Zwerchfells oder der Schluckmuskulatur, wodurch Betroffene nicht mehr alleine atmen, essen und trinken können. Die Lähmungen können dabei vorübergehend sowie dauerhaft sein.

Kind bekommt Impfung
Mit einer Impfung kannst du dein Kind vor einer Polio-Infektion schützen.

Polio: Die Diagnose beim Arzt

Ob dein Kind an Polio erkrankt ist, kann dein Arzt mit einer Untersuchung feststellen. Er nimmt dafür entweder eine Stuhlprobe oder macht einen Abstrich aus dem Rachen und überprüft anhand dessen, ob Polio-Erreger vorliegen. Um zu überprüfen, ob sich das Polio-Virus bereits auf das Nervensystem ausgeweitet hat, kann er außerdem auch eine Lumbalpunktion vornehmen, bei der er „Nervenwasser“ aus der Lendenwirbel entnimmt.

Wie wird Polio behandelt?

Es gibt bisher leider noch keine spezifische Behandlungsmethode, mit welcher der Polio-Erreger direkt bekämpft werden kann. Die Therapie der Krankheit ist lediglich darauf ausgerichtet, Symptome wie Lähmungen, die in seltenen Fällen mit einer Polio-Infektion einhergehen können, zu lindern und erträglicher zu machen. Wenn Polio bei einem Patienten festgestellt wird, wird dieser im Krankenhaus erst einmal isoliert, damit sich die Krankheit nicht noch weiter ausbreitet. Anschließend wird der Patient mit Schmerzmitteln und gezielter Wärmezufuhr behandelt, um auftretende Beschwerden zu lindern. Wenn lebenswichtige Organe ausfallen, werden die Patienten auf der Intensivstation wenn nötig auch künstlich ernährt oder beatmet. Je nachdem, ob die Lähmungen bleibende Schäden hinterlassen oder nicht, kann nach einer akuten Polio eine Physiotherapie oder ein operativer Eingriff helfen, um die Lähmungen etwas zu lindern.

Polio: Wie entstehen die Lähmungen?

In sehr seltenen Fällen löst die Polio-Infektion im Körper Lähmungen aus, die auch unter dem Namen Kinderlähmung bekannt und gefürchtet sind. Auslöser für diese sind starke, durch das Polio-Virus ausgelöste Entzündungen an den Nervenzellen, vornehmlich an denen, die zu den Skelettmuskeln führen. Wenn die Entzündung hier zu stark ist, können diese Zellen vorübergehend oder sogar für immer ausfallen, wodurch sie die Verbindung zum Gehirn verlieren. Dies hat zur Folge, dass zum Beispiel Gliedmaße erschlaffen und sich auch langfristig nicht mehr bewegen lassen.

Ein Baby bringt eine große Verantwortung mit sich – auch in medizinischer Sicht. Doch das ist nicht das Einzige, was sich im Leben ändert:

Polio ist eine unheilbare Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen fäkal-oral übertragen wird und in seltenen Fällen zu Lähmungen führen kann. Obwohl die Krankheit hierzulande als so gut wie ausgerottet gilt, raten Experten dennoch zur frühen Impfung gegen den Polio-Erreger, um einen weiteren Ausbruch der Krankheit zu vermeiden. Ob du dein Kind impfen lassen möchtest oder nicht, bleibt dabei aber dir überlassen. Um alle Für- und Gegenargumente einer Impfung richtig einschätzen zu können, solltest du dich im Vorfeld von deinem zuständigen Arzt beraten lassen.

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