RS-Virus

„RS-Virus“ ist eine Abkürzung für „Respiratory Syncytial Virus“. Es handelt sich dabei um ein Virus, das vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern im Winter eine akute Bronchitis auslösen kann. Während ältere Kinder und Erwachsene meist nur leicht erkranken, kann das RS-Virus bei Kindern unter zwei Jahren häufig zu schwereren Krankheitsverläufen führen. In der Regel tragen die Kinder jedoch keine bleibenden Schäden davon.

Was ist das RS-Virus?

Das RS-Virus ist der am häufigsten auftretende Auslöser von Infektionen der unteren Atemwege bei Babys und Kleinkindern. Das RS-Virus ist ein sogenanntes behülltes RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae. Zu diesen Viren gehören auch das Mumps- und das Masernvirus. In Deutschland treten die meisten Infektionen, die durch das RS-Virus ausgelöst werden, im Winter auf. Vereinzelt kann es aber auch im Sommer zu Infektionen kommen. Während Erwachsenen meist nur leicht erkranken, stellt das RS-Virus für Babys und Kleinkinder eine größere Bedrohung dar. Besonders gefährdet sind Frühchen, Kinder mit chronischen Lungenkrankheiten, Chromosomdefekten, Immundefekten und Herzkrankheiten. In einigen Fällen kann die Infektion mit dem Respiratory Syncytial Virus so stark sein, dass die Krankheit lebensbedrohlich wird und die Kinder ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Trotzdem ist eine Infektion mit dem RS-Virus kein Grund zur Panik. Die meisten Kinder tragen keine bleibenden Schäden von der Krankheit davon. Die Erkrankung tritt zudem sehr häufig auf. So erkranken während des ersten Lebensjahres 40 bis 70 Prozent aller Kinder und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres haben fast alle Kinder die Infektion einmal durchgemacht. Zwar ist eine erneute Ansteckung möglich, aber der Krankheitsverlauf ist bei einer zweiten Erkrankung in der Regel nicht so schlimm wie bei der ersten Infektion.

RS-Virus: Kind beim Arzt

Das RS-Virus kann bei Kindern eine starke Bronchitis hervorrufen.


Ursachen des RS-Virus

Übertragen wird das RS-Virus hauptsächlich durch direkten Hautkontakt, vor allem über die Hände, sowie durch Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel beim Niesen oder Sprechen. Aber auch durch Gegenstände wie beispielsweise Spielsachen oder Kleidung, an denen das RS-Virus haftet, ist eine Übertragung möglich. Somit ist die Ansteckungsgefahr bei diesem Virus sehr hoch. Bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen nach der Übertragung in der Regel zwei bis acht Tage. Wenn Dein Kind gerade eine andere Infektion durchgemacht hat, ist es besonders anfällig für eine Ansteckung mit dem RS-Virus, da sein Immunsystem noch geschwächt ist. Das RS-Virus dringt über die Nasenschleimhaut oder über die Bindehaut des Auges in den Körper Deines Kindes ein. Hier vermehrt es sich auf den Atemweg-Schleimhäuten und zerstört dort das sogenannte zilientragende Epithel. So entstehen Zellreste, die zusammen mit einwandernden Abwehrzellen die kleineren Atemwege versperren. In der Folge werden einige Teile der Lunge zu schlecht belüftet, während andere zum Ausgleich zu stark belüftet werden.

Symptome des RS-Virus

Bei Erwachsenen macht sich das RS-Virus meist nur in Form eines gewöhnlichen Schnupfens bemerkbar. Bei Babys und Kleinkindern treten hingegen deutlich stärkere Symptome auf. Es kommt neben der laufenden Nase zu Fieber zwischen 38 und 39,5 Grad Celsius, starkem Husten, Halsschmerzen und Atembeschwerden. Die behinderte Atmung erschwert auch das Trinken. Die engen und kurzen Atemwege führen dazu, dass die Bronchien und Bronchiolen in Mitleidenschaft geraten. Somit kann eine Bronchiolitis auftreten, die die Sauerstoffaufnahme Deines Kindes behindern kann. Ob bei Deinem Kind eine unzureichende Sauerstoffsättigung im Blut vorliegt, kannst Du überprüfen, indem Du seinen Körper genau beobachtest. Wenn Dein Kind blass ist, bläuliche Lippen oder Fingernägel hat, schnell atmet, seine Brust raschelnde Geräusche macht und Einziehungen unterhalb des Rippenbogens und zwischen den Rippen auftreten, spricht das für eine ungenügende Sauerstoffversorgung und damit für einen ernsten Zustand. Dieser schlimme Verlauf der Infektion mit dem RS-Virus tritt jedoch lediglich bei 0,5 bis 2 Prozent aller Infizierten auf. Wenn Du bei Deinem Kind diese Symptome bemerkst, solltest Du dafür sorgen, dass es schnellstmöglich in ein Krankenhaus kommt. Aber auch bei Fieber und Husten solltest Du mit Deinem Kind einen Kinderarzt aufsuchen.

Behandlung des RS-Virus

Wenn sich Dein Kind mit dem RS-Virus infiziert hat, können die Symptome wie Schnupfen, Husten oder Fieber behandelt werden. Sollte die Krankheit bei Deinem Kind schwerer verlaufen, wird ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Im Krankenhaus wird Dein Kind rund um die Uhr überwacht, damit die Ärzte sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen können, wenn sich sein Zustand verschlechtert. Die Mediziner beobachten die Sauerstoffsättigung und die Trinkmenge sowie gegebenenfalls auch die Atemfrequenz Deines Kindes. Sollte eine ungenügende Sauerstoffsättigung vorliegen, wird ihm Sauerstoff gegeben. Wenn Dein Kind nicht genug trinkt, kann es zum Einsatz einer Magensonde kommen, um eine Dehydratation zu verhindern. Um der Krankheit bei Babys, die ein hohes Risiko für eine Infektion mit dem RS-Virus haben, vorzubeugen, besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung mit dem sogenannten monoklonalen Antikörper Palivizumab. Allerdings bewirkt diese Immunisierung lediglich einen Schutz für wenige Wochen, weshalb sie im Winter, wenn eine Ansteckungsgefahr besonders hoch ist, monatlich wiederholt werden muss.

Das RS-Virus ist ein Virus, das besonders bei Babys und Kleinkindern eine starke Bronchitis auslöst. Bis zu ihrem zweiten Lebensjahr haben fast alle Kinder die Krankheit einmal durchgemacht. In den meisten Fällen bleiben keine Folgeschäden zurück. Nur sehr selten ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.


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Was denkst du?

  • Wundertuete123 am 25.06.2014 um 13:56 Uhr

    Das RS-Virus ist bei Kleinkindern wirklich kein Spaß!

    Antworten