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Laktoseintoleranz zeigt sich erst spät

Diagnose erst im Schulalter

Laktoseintoleranz zeigt sich erst spät

Bereits im frühen Kindesalter kann sich eine Laktoseintoleranz entwickeln. Meist lässt sich die Unverträglichkeit aber erst im Vorschulalter feststellen.

Eine Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker. Sie zeigt sich häufig anhand von Symptomen wie Bauchschmerzen bis hin zu starken Krämpfen, Blähungen oder Durchfall, die nach dem Verzehr von Produkten, die Milchzucker enthalten, auftreten. Milchzucker ist ein Zweifachzucker, der im Körper durch das Enzym Laktase aufgespalten wird. Nur so kann der Dünndarm den Milchzucker verdauen. Ist ein Mensch von Laktoseintoleranz betroffen, ist die Laktase weniger oder gar nicht mehr aktiv. Grund für die Einschränkung des Enzyms ist eine allergische Reaktion auf Kuhmilcheiweiß, die zu einer Schädigung der Darmschleimhaut führt. Wird die Laktose durch das Enzym Laktase nicht ordnungsgemäß gespalten, gelangt sie unverdaut in den Dickdarm, wo die Darmbakterien sie vergären und damit zu Bauchkrämpfen, Blähungen oder Durchfall führen. Die Symptome treten in der Regel innerhalb von einer halben bis zwei Stunden nach dem Verzehr des Milchzuckers auf. Auch Kinder können bereits in einem sehr frühen Alter eine Laktoseintoleranz entwickeln. Tatsächlich feststellen lässt sich die Unverträglichkeit aber meist erst im Vorschulalter. Betroffene leiden meist ein ganzes Leben lang unter der Laktoseintoleranz und müssen den Verzehr von Milchprodukten einschränken oder sogar ganz darauf verzichten.

Erst im Schulalter lässt sich die Laktoseintoleranz sicher feststellen.
Eine Laktoseintoleranz kann schon im Kindesalter auftreten.

Laktoseintoleranz lässt sich oft erst im Vorschulalter feststellen

Eine Laktoseintoleranz können Kinder bereits in sehr jungen Jahren entwickeln, wie Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BFKJ) in Köln erklärt. Werden Babys nicht gestillt, kann sich eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker bereits im Säuglingsalter einstellen. Häufiger sind aber Beschwerden im Kindergartenalter. Bei Schulkindern kann die Laktoseintoleranz anhand eines Atemtests festgestellt werden. Treten bereits früher Symptome auf, ist unter anderem ein Bluttest möglich, der aber weniger aussagekräftig ist. Konnte eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker eindeutig festgestellt werden, ist der nächste Schritt eine Umstellung auf laktosefreie Ernährung für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Anschließend kann der behandelnde Arzt in Zusammenarbeit mit den Eltern, häufig in Form eines Ernährungstagebuches, feststellen, wie viel Milchzucker das Kind problemlos verdauen kann. Eine entsprechende Ernährungsumstellung wird anschließend erarbeitet. Da Laktose in vielen Lebensmitteln versteckt enthalten ist, muss in den meisten Fällen eine bestimmte Diät eingehalten werden. Milchzucker befindet sich unter anderem auch in Fertiggerichten, Back- und Gewürzmischungen aber auch in Medikamenten, Zahnpasta und sogar in manchen homöopathischen Mitteln wie Globuli enthalten. Müssen Kinder aufgrund einer starken Laktoseintoleranz weitgehend auf Milchprodukte verzichten, sollten die Eltern darauf achten, dass der Kalziumbedarf auf andere Weise gedeckt wird. Viel Kalzium ist zum Beispiel in grünem Gemüse, Lachs, Trockenfrüchten und Mandeln enthalten. Reicht die Kalziumzufuhr dennoch nicht aus, ist es nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt auch möglich, mit Nahrungsergänzungsmitteln zu arbeiten, wie Hans-Jürgen Nentwich erläutert.

Bereits in jungen Jahren können Kinder eine Laktoseintoleranz entwickeln. Meist zeigt sich die Unverträglichkeit aber erst deutlich im Schulalter. Sollten sich erste Symptome zeigen, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Mithilfe einer speziellen Diät können Kinder trotz Laktoseintoleranz meist ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.

Bildquelle: Serhiy Kobyakov | Dreamstime.com

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