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Neues Gerichtsurteil zur Samenspende

Kein Mindestalter

Neues Gerichtsurteil zur Samenspende

Wenn es auf natürlichem Weg nicht mit dem Schwanger werden klappt, gibt es inzwischen eine Fülle von Möglichkeiten, um doch noch zum Wunschkind zu kommen. Eine dieser Möglichkeiten ist die Samenspende. Während den Männern, die ihr Sperma auf diese Weise zur Verfügung stellen, lange Anonymität zugesichert wurde, entschied ein Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs nun, dass Spenderkinder ein Recht haben, den Namen ihres Vaters zu erfahren.

Laut Gerichtsurteil dürfen Kinder wissen, wer ihr biologischer Vater ist

Die meisten Menschen wissen, wer ihr leiblicher Vater ist. Wenn jedoch Adoption, künstliche Befruchtung und Samenspende ins Spiel kommen und ein Kind nicht mit dem biologischen Papa an seiner Seite aufwächst, wird die Lage etwas komplizierter. Während Kliniken und Ärzte die Unterlagen bei einer Samenspende zwar lange aufbewahren, zeigten aktuell zwei Fälle, dass es dennoch nicht so leicht ist, zu erfahren, wer sein Erzeuger ist. Ein 12-jähriges und ein 17-jähriges Mädchen aus dem Raum Hannover klagten ihr Recht darauf ein, den Namen des Mannes zu erfahren, aus dessen Samenspende sie entstanden sind – und bekamen nun per Gerichtsurteil vom Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe Recht. Wie man dort in dem Gerichtsurteil entschied, benötige es keines Mindestalters, um die Daten über den biologischen Vater zu erfahren.

Gerichtsurteil zur Samenspende
Laut einem aktuellen Gerichtsurteil dürfen auch Minderjährige wissen, wer ihr biologischer Vater ist.

Gerichtsurteil sieht Recht auf Kenntnis der Abstammung als wichtiger an

Schon vor dem aktuellen Gerichtsurteil aus Karlsruhe waren Ärzte und Reproduktionskliniken dazu verpflichtet, die Unterlagen einer Samenspende bis zu 30 Jahre lang aufzubewahren und die Spender darüber aufzuklären, dass Kinder, die aus dem Sperma entstehen, eventuell Kontakt aufnehmen könnten. Diese Regelungen räumen bereits seit 2007 den Spenderkindern das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung ein. Dennoch gehen viele Samenspender von einer gewissen Anonymität ihrer Daten aus. Vor dem jetzigen Gerichtsurteil zögerten Samenbanken daher, die Unterlagen herauszugeben – vor allem Kinder unter 16 Jahren können die Folgen einer Kontaktaufnahme noch nicht richtig einschätzen, hieß es bei der damals noch 15-jährigen Klägerin, die nun jedoch vom BGH doch Recht bekam.

Gerichtsurteil entscheidet aufgrund von Persönlichkeitsrechten

In seinem Gerichtsurteil beruft sich der BGH auf ein ähnliches Urteil aus dem Jahr 1989. Nach diesem hätten Kinder grundsätzlich Anspruch darauf, zu wissen, wer ihr leiblicher Vater ist. Dies sei – so das Gerichtsurteil – „unabdingbarer Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts“. Mit der Entscheidung steht es nun auch Kindern unter 16 Jahren zu, die Unterlagen ihrer Samenspende anzufordern. Allerdings laufe dies nur über den gesetzlichen Vertreter. Wenn die Erziehungsberechtigten demnach also nicht möchten, dass ein Kind die Daten erhält, können sie diese auf Wunsch selbst unter Verschluss halten, bis das Kind die Volljährigkeit erreicht hat.

In zwei Fällen wollten minderjährige Spenderkinder wissen, wer ihr biologischer Vater ist. Der Bundesgerichtshof sprach ihnen nun in einem Gerichtsurteil das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung zu.

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