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Süßes oder Saures: Wer haftet für Schäden an Halloween?

Halloween mit Kindern

Süßes oder Saures: Wer haftet für Schäden an Halloween?

Die amerikanischen Traditionen rund um den Halloween-Abend erfreuen sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Doch was passiert eigentlich, wenn Kinder unter dem Motto „Süßes oder Saures“ am Halloween-Abend Schäden anrichten?

„Süßes oder Saures?“ – so lautet die Frage, die Kinder an Halloween an den Haustüren ihrer Nachbarn stellen. Bekommen sie Süßigkeiten, ziehen sie friedlich weiter. Gehen sie leer aus, verteilen sie „Saures“, so will es die Tradition. Doch manchmal können kleine Halloween-Scherze große Folgen haben. Experten raten Eltern daher, ihre Aufsichtspflicht auch an Halloween ernst zu nehmen.

Süßes oder Saures? - Eltern sollten jüngere Kinder begleiten

Wenn Kinder an Halloween „Saures“ verteilen – sei es mit Toilettenpapierrollen, Zahnpasta oder rohen Eiern – haften Eltern nur im Falle einer groben Verletzung der Aufsichtspflicht für ihre Kinder. Diese ist jedoch schon dann gegeben, wenn Eltern ihre Kinder beim Süßigkeiten-Sammeln nicht begleiten. Daher raten Experten Eltern dazu, ihre Kinder auf dem „Süßes oder Saures“-Beutezug zu begleiten, bis diese mindestens sieben Jahre alt sind. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, haften Kinder bis zu ihrem siebten Lebensjahr generell nicht für Schäden, die sie anrichten.

Süßes oder Saures: Ältere Kinder haften für Halloween-Scherze

Kinder im Alter von sieben bis achtzehn Jahren können „je nach ihrem Verstand“ für Schäden, die sie an Halloween anrichten, haftbar gemacht werden, erklärt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber dem „Tagesspiegel“. Die private Haftpflichtversicherung greife jedoch nur für Schäden, die nicht vorsätzlich verursacht wurden. Schon das Verkleben einer Türklinke kann hier rechtliche Konsequenzen haben. Dann heißt es auch vor Gericht: „Süßes oder Saures?“. Im Schadensfall prüften die Gerichte sehr genau, ob Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, warnt Eva Becker, Mitglied im Deutschen Anwaltsverein (DAV). Neben dem Alter der Kinder spielt vor Gericht immer auch eine Rolle, wie intensiv Eltern ihre Kinder darüber aufgeklärt haben, was diese unter dem Motto „Süßes oder Saures“ tun dürfen und was nicht. Becker rät daher allen Eltern, vor der Süßigkeiten-Jagd mit ihren Kindern genau abzusprechen, wo die Grenzen von Halloween-Scherzen liegen.

Kleines Mädchen hat sich zu Halloween als Hexe verkleidet.
Halloween macht Spaß! Doch wer haftet eigentlich für Schäden, die durch Halloween-Streiche passieren?

Süßes oder Saures – wo hört der Spaß auf?

„Klingelstreiche sind nicht das Problem, die Grenze liegt bei Sachbeschädigung oder Körperverletzung“, erklärt Eva Becker. Während Zahnpasta auf der Türklinke als harmlos gilt, kann das Einwickeln von Autos in Toilettenpapier unter dem Motto „Süßes oder Saures“ durchaus Konsequenzen haben, sofern die Kinder bei ihrem Streich Kratzer im Lack des Fahrzeuges hinterlassen. Werden rohe Eier an Hauswände geworfen, müssen Eltern und Kinder für die Kosten der Reinigung aufkommen oder diese selbst vornehmen. Besonders kritisch wird es immer dann, wenn die Halloween-Streiche eine Verletzungsgefahr mit sich bringen, so beispielsweise, wenn glibberige Substanzen auf dem Boden verteilt werden, auf denen anderen Menschen ausrutschen und stürzen können.

Auch dieses Jahr an Halloween zogen viele Kinder mit der Frage „Süßes oder Saures?“ von Haus zu Haus. So lustig und spannend der gruseligste Abend des Jahres auch sein kann – Halloween-Streiche können Konsequenzen haben. Experten raten Eltern daher, ihre Aufsichtspflicht ernst zu nehmen und mit ihren Kindern genau zu besprechen, was erlaubt ist und was nicht.

Bildquelle: Natalia Kirichenko | Dreamstime.com

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