Trendwende bei Geburten

Geburtenstatistiken geben Aufschluss über verschiedene Aspekte der Familienplanung. Jetzt haben Forscher eine Trendwende bei Geburten festgestellt.

Unter dem Stichwort „Kohortenfertilität“ untersuchen Statistiker die Entwicklung der Geburtenrate. Dabei sind verschiedene demografische Gesichtspunkte wie zum Beispiel das Alter der Frau und ihr soziales Umfeld zu berücksichtigen. Unter Kohortenfertilität verstehen Demografen die Anzahl an Kindern, die Frauen eines bestimmten Jahrgangs zur Welt bringen. Dieser Wert kann erst erhoben werden, wenn die fruchtbaren Jahre einer Frau vorbei sind, sie also erwartungsgemäß keine weiteren Kinder mehr gebären wird. Demografen des Max-Planck-Instituts haben jetzt aktuelle Prognosen erstellt und dabei eine interessante Trendwende entdeckt.

Prognosen zu Geburtenzahlen sind schwer anzustellen

Jede Frau ist anders, das macht sich auch im Bereich der demografischen Forschung bemerkbar. Zwar lassen sich häufig gewisse Gemeinsamkeiten innerhalb einer Altersgruppe erkennen, doch können diese nicht grundsätzlich auf das Verhalten im Hinblick auf die Familienplanung schließen lassen. Gerade in diesen Bereich fließen viele äußere Faktoren aus dem sozialen, medizinischen und kulturellen Umfeld ein, die sich schwer in Statistiken erfassen lassen. Ein Trend, der in vielen Ländern stark zunimmt, ist das fortgeschrittene Alter der Frauen bei der Familienplanung. So verschiebt sich das fruchtbare Leben in den Industrieländern deutlich nach hinten. Grundsätzlich gehen Demografen davon aus, dass eine Frau im Alter zwischen 15 und 49 Jahren in der Lage ist, Kinder zu gebären. Mit dem Vollenden des 50. Lebensjahres gilt ihr furchtbares Leben als abgeschlossen. Für Deutschland erhebt das Statistische Bundesamt jeweils eine so genannte „zusammengefasste Geburtenziffer“. Sie berücksichtigt die zu erwartende Anzahl an Kindern für einen Jahrgang und addiert dafür die durchschnittlichen Geburtenraten jeder Frau zwischen 15 und 49 des betrachteten Jahrgangs. Das Ergebnis dieser Berechnung ist die so genannte „Periodenfertilität“. Die große Schwäche dieser Methodik ist die Annahme, dass das Verhalten eines Jahrgangs von Frau zu Frau übertragbar ist. Die tatsächliche Lebensrealität zeigt allerdings, dass dies nicht der Fall ist. Besonders deutlich wird dies bei der Betrachtung des Lebensalters für Erstgebärende, das sich nach aktuellen Erhebungen immer weiter nach hinten verschiebt. Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, haben Forscher am Max-Planck-Institut in Rostock jetzt aktuelle Prognosen für die Geburtenrate angestellt und damit den Trend eingefangen, der sich bereits bei Frauen während ihres fruchtbaren Lebens abzeichnet.

Trendwende in der Geburtenstatistik

Frauen in Deutschland bekommen später Kinder, aber nicht weniger.


Trendwende in vielen Ländern

Die Forscher haben sich dabei auf 37 entwickelte Länder konzentriert, die bisher eine rückläufige Geburtenrate aufwiesen. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend: In 26 der 37 berücksichtigten Länder zeigt sich ein Anstieg der Geburtenrate oder zumindest ein Stillstand. Die Zahl der Länder mit rückläufiger Geburtenrate hat deutlich abgenommen. Die Trendwende lässt sich nach Angaben der Forscher recht spezifisch eingrenzen: „mit den Frauen, die in den 1970er Jahren geboren wurden, kommt die Trendwende“, erklärt Joshua Goldstein von der demografischen Arbeitsgruppe des Max-Planck-Instituts. In den darauf folgenden Jahren sei eine stetig ansteigende Tendenz zu beobachten, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent als recht gesichert angenommen werden kann. So sehen die Experten die Gesamtkinderzahl in den untersuchten Ländern als unterschätzt an. Der Trend gehe weg von der Ein-Kind-Familie und tendiere hin zu knapp zwei Kindern pro Frau. Besonders deutlich zeigt sich diese Trendwende in den USA. Hier ist die Kinderzahl pro Frau besonders stark angestiegen. Portugal und Taiwan gehören zu den wenigen untersuchten Ländern, in denen die Geburtenrate noch immer leicht rückläufig ist. Für Deutschland haben die Prognosen im Bereich der Geburtenstatistik ergeben, dass deutsche Frauen zwar aufgrund des gesellschaftlichen Wandels häufig später Kinder bekommen, dies aber nicht mit einer geringeren Kinderanzahl gleichzusetzen ist.

Die Geburtenzahlen in vielen entwickelten Ländern sind nicht länger rückläufig. Zu diesem Ergebnis sind Forscher am Max-Planck-Institut im Rahmen einer aktuellen Erhebung gekommen. Mithilfe neuester Prognosemethoden haben die Demografen feststellen können, dass in vielen Ländern die Geburtenrate eher ansteigt. Gleichzeitig beobachten die Forscher aber auch eine deutliche Altersverschiebung für Erstgebärende. So bekommen beispielsweise in Deutschland Frauen in den letzten Jahren immer später Kinder, was aber nicht mit einem generellen Rückgang der Geburtenrate gleichzusetzen ist.

Bildquelle: Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • Kartoffelfee am 28.03.2013 um 10:01 Uhr

    Das ist doch mal eine gute Nachricht. Ich finde es sehr traurig, dass viele Familien sich dafür entscheiden, keine Kinder zu kriegen oder nur eins.

    Antworten
  • Kaubonbon80 am 28.03.2013 um 09:54 Uhr

    Ist doch schön, dass es mit den Geburten wieder aufwärts geht. Ich finde es schlimm, wie sehr Familiengründung in den Hintergrund gerät, weil es einfach immer nötiger wird, zu arbeiten arbeiten arbeiten. Auf das eigentlich Wesentliche im Leben kann sich doch kaum einer mehr konzentrieren.

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