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Interview

Wie Katrin Bauerfeind mit einem Podcast die Welt retten will

© Seven.One Audio/Jens Koch
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Katrin Bauerfeind hat ein ehrgeiziges neues Podcast-Projekt gestartet: „Frau Bauerfeind rettet die Welt“. Wie sie das machen will und ob nachhaltige Start-ups wirklich die Lösung für Klimawandel und Co. sind, darüber haben wir mit ihr im Podcast gesprochen.

„Frau Bauerfeind rettet die Welt“ ist ein Podcast der etwas anderen Art. In mehreren Runden treten Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsideen gegeneinander an und müssen Katrin Bauerfeind und Johannes Strate und in der finalen Runde auch Ralph Caspers von sich überzeugen, um am Ende 100.000 Euro für die Umsetzung ihrer Idee zu bekommen. Ein Casting-Podcast a la „Die Höhle der Löwen“ – nur das hier nicht Profitinteressen, sondern ein nachhaltiger Impact im Vordergrund stehen.

Dies ist eine gekürzte Version des Interviews. Das vollständige Interview kannst du dir in der aktuellen Podcast-Folge anhören.

desired: Dein neuer Podcast heißt „Frau Bauerfeind rettet die Welt“ – ein ehrgeiziges Vorhaben. Wie soll das funktionieren?

Katrin Bauerfeind: Ich habe zehn Jahre lang den Deutschen Umweltpreis moderiert und habe dort viele Leute kennengelernt, die super spannende Ideen und Projekte hatten. Danach habe ich mir immer gedacht: Es ist so gut, dass es solche Menschen gibt, die sich dafür einsetzen, dass die Welt besser wird. Nur kriegen wir oft gar nichts davon mit. Das finde ich schade und will mit dem Podcast diese Hoffnung und Inspiration, die ich dabei jedes Mal hatte, weitergeben. Die Klimakrise trägt zurecht den Namen Krise, sie hat sehr wenig Erfreuliches. Aber ich finde es auch wichtig, ab und an das Positive in den Vordergrund zu stellen. Man versucht, weniger Fleisch zu essen oder weniger zu fliegen, aber fühlt sich in seinen Bemühungen oft allein und hat das Gefühl, dass das doch eh nicht reicht. Der Podcast soll einem dieses schwere Gefühl ein bisschen nehmen. Wir haben gute Leute mit tollen Ideen und wenn man sie hört, hat man für einen Moment vielleicht das Gefühl: Yes, ab jetzt wird alles gut!

In der Show treten die Start-ups gegeneinander an. Ist es nicht schwer sich zu entscheiden, wenn alle so gute Ideen haben, die aber gleichzeitig auch super unterschiedlich sind?

Absolut, wir haben ja so viele unterschiedliche Ideen, weil es auch so viele unterschiedliche Probleme gibt. Viele davon hat man noch gar nicht bedacht. Wir haben ein Unternehmen dabei, das die Baumkontrolle in der Forstwirtschaft digitalisieren will. Uns war vorher gar nicht bewusst, dass Förster*innen bis jetzt jeden Baum einzeln begutachten müssen, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen. Dann haben wir auch Unternehmen, die sich mit dem Thema Ernährung beschäftigen und damit, wie wir auch 2050, wenn auf der Erde Prognosen zufolge zehn Milliarden Menschen leben, noch alle gut ernähren können. Das sind alles gute Ideen, hinter denen auch tolle Geschichten stecken – aber das ist eben schwer miteinander zu vergleichen. Da mussten wir uns dann fragen: Was bewirken unsere 100.000 Euro? Wollen wir eher ein akutes Problem wie Waldbrände angehen oder gucken wir in die Zukunft und fördern jemanden, der sich jetzt schon mit den Problemen, die 2050 auf uns warten, auseinandersetzt?

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Hattest du da eine Liste an Kriterien, die dir besonders wichtig sind?

Wir haben uns natürlich vorher Kriterien überlegt. Da gibt es ja vieles, was man beachten kann. Wie war die Präsentation? Wie sieht es mit der Umsetzbarkeit aus? Wie groß ist der Nachhaltigkeitsfaktor? Doch die Themen, die Menschen und die Start-ups sind einfach zu komplex. Mit einer schnöden Liste an Kriterien würde man ihnen gar nicht gerecht werden. Die Unternehmen stehen teilweise an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrer Entwicklung. Darunter sind auch Studierende, die von ihren Professor*innen gefördert werden und gerade erst dabei sind, ihre Idee umzusetzen. Wenn aber jemand seit zehn Jahren im Berufsleben steht und seit fünf Jahren an seiner Idee bastelt, ist das natürlich etwas anderes. Letztendlich hat für uns immer gezählt, dass die Idee uns umhaut, dass wir wirklich das Gefühl haben, dieses Projekt ist Teil der Lösung. Und lustigerweise waren wir uns am Ende fast immer einig.

Um das rauszufinden, habt ihr die Unternehmen natürlich auch mit ganz vielen Fragen zur Umsetzung gelöchert. Ist es da schon mal vorgekommen, dass ihr auf ein Problem gestoßen seid, das von den Gründer*innen noch gar nicht bedacht wurde?

Wir haben bei niemandem etwas gefunden, was noch gar nicht durchdacht wurde – und haben wirklich auch kritische Fragen gestellt. Es ist zum Beispiel eine Firma dabei, die Rauchmelder für den Wald entwickelt hat. Die Sensoren erkennen schon das Glimmen einer Zigarette und geben Alarm. Sie haben wir zum Beispiel gefragt, wie sie denn dafür sorgen, dass die Sensoren im Wald nicht verschmutzen, immerhin ist es da ziemlich dreckig und regnet auch mal. Und auch das hatten sie schon bedacht und die Sensoren mit einer Goretex-Membran geschützt. Auf eine solche Idee wären wir ja selbst nie gekommen.

Dies ist eine gekürzte Version des Podcasts, den vollständigen Podcast kannst du dir zum Beispiel bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt hier anhören:

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