Die fantastische Welt von Oz

In seinem Film „Die fantastische Welt von Oz“ erzählt Regisseur Sam Raimi die Vorgeschichte des Kinderbuchs „Der Zauberer von Oz“, das 1939 mit einer brillianten Judy Garland in der Rolle der Dorothy zum Kinoklassiker wurde. Unter großem technischen Aufwand kreiert Raimi einen illusorischen Farb- und Bilderrausch, der den Zuschauer – ohne komplexe Geschichte – vollkommen in seinen Bann zieht und dabei niemals behauptet, realistisch zu sein. Ob es sich lohnt, sich mit „Die fantastische Welt von Oz“ einer 130-minütigen optischen Täuschung hinzugeben?

„Die fantastische Welt von Oz“ erzählt die Vorgeschichte des 1900 von Lyman Frank Baum verfassten Kinderbuchs „Der Zauberer von Oz“, in dem die kleine Dorothy mit Hilfe des Zauberers von Oz versucht, dem magischen Land Oz zu entkommen. Sam Raimi widmet sich in seinem Film dem, was Lyman Frank Baum nie getan hat: Er beleuchtet den biografischen Hintergrund des Zauberers von Oz. Der zwielichtige, unmoralische Jahrmarktsgaukler und Freizeitmagier Oscar Diggs (James Franco), auch Oz genannt, wird bei einer Ballonfahrt von einem Wirbelsturm aus Kansas ins Märchenland Oz katapultiert. Aufgrund seines ungewöhnlichen Transportmittels halten ihn die Bewohner des kunterbunten Landes in „Die fabelhafte Welt von Oz“ für den Retter, der sie von der bösen Hexe Glinda (Michelle Williams) erlösen soll. Die ist allerdings, wie sich bald herausstellen wird, gar nicht die böse der drei Hexenschwestern: Vor Evanora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis) muss sich Oz viel mehr in Acht nehmen. Doch das wird der sehr von sich selbst überzeugte Hochstapler noch lernen müssen – ebenso wie er die vielen weiteren Besonderheiten des verzauberten Landes erlernen muss.

Die fantastische Welt von Oz im Kino

Die fantastische Welt von Oz: Jetzt im Kino

Die fantastische Welt von Oz: Eine ganz eigene Welt

Sam Raimi kreiert in seinem Prequel „Die fantastische Welt von Oz“ eine ganz eigene, schillernde, quietschbunte Fantasiewelt, die er mit dem geschickten Einsatz cineastischer Mittel klar von der Realität abgrenzt und stets betont, dass sie reine Fiktion ist und auch bleiben möchte. Der Film beginnt als Hommage an Regisseur Victor Fleming, der den „Zauberer von Oz“ 1939 erstmals verfilmte, in Schwarz-Weiß und im 4:3-Format. Die triste Realität Kansas` bleibt durch die Darstellung klar von der Zauberwelt abgegrenzt. Denn erst als Oz in seinem zukünftigen Fantasiereich landet, öffnet sich der Blickwinkel und ein leuchtendes Cinemascope löst die starren Aufnahmen ab. Die Zauberwelt von Oz ist und bleibt Kulisse, dem Zuschauer wird die filmische Illusion in „Die fabelhafte Welt von Oz“ die ganze Zeit vor Augen geführt: Er befindet sich in einer surrealen Welt.

Die fantastische Welt von Oz: Endlich macht 3-D einmal Sinn!

„Die fantastische Welt von Oz“ ist ein Farb- und Bilderspektakel, das das Publikum in eine vollkommen andere, durchweg künstliche Welt entführt. Herrliche Landschaften, märchenhafte Fabelwesen und drollige Freaks werden unter Ausschöpfung sämtlicher Mittel, die einem die moderne Computeranimation bietet, bestens ausgearbeitet. Doch das beste daran ist, dass „Die fabelhafte Welt von Oz“ niemals behauptet, realistisch zu sein, so wie viele andere animierte 3-D-Filme. Sam Raimi nutzt die Technik, um das Zauberland von der Realität abzugrenzen, nicht um diese zu imitieren – hier macht 3-D endlich einmal Spaß und vor allem Sinn!

Die fantastische Welt von Oz: Scheitert der Film am Klischee?

Die Klischeehaftigkeit, durch die „Die fantastische Welt von Oz“ getragen wird, ist Besonderheit und Kritikpunkt zugleich. Raimi setzt bewusst auf Elemente, die naiv und platt daherkommen und zuckersüß sind. Darauf muss man sich einstellen und einlassen können. Daher wird der Film nicht für jeden etwas sein. Wer das Kind in sich bereits verloren hat, wird mit dem Film nicht viel anfangen können, da er keine komplexe Geschichte erzählt, sondern, ebenso wie der Zauberer Oz, mit Illusionen und Magie spielt und das Surreale zelebriert. „Die fabelhafte Welt von Oz“ lebt von dieser ganz speziellen Magie, für die sicher nicht jeder empfänglich ist.

Die fantastische Welt von Oz: Ohne Dorothy möglich?

Sam Raimi selbst bezeichnet „Die fantastische Welt von Oz“ als „Verbeugung vor dem großartigen Filmklassiker, den alle so lieben“, weiß aber auch, dass er „gleichzeitig eine ganz eigene fantastische Geschichte und einen ganz besonderen Humor hat.” Er grenzt sich mit seinem Prequel bewusst vom Original ab. Auch wenn die Geschichte vom „Zauberer von Oz“ erzählt wird, sind Vorkenntnisse nicht notwendig. So kommen die gelben Pflastersteine auf dem Weg zur grünen Smaragdstadt oder die geflügelten Affen zwar vor, müssen aber nicht erkannt und eingeordnet werden. Fans des „Zauberers von Oz“ werden die kleine Dorothy, in der Romanvorlage von 1900 der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, jedoch schmerzlich vermissen. Doch „Die fabelhafte Welt von Oz“ ist zeitlich eben klar vor Dorothys Erscheinen angesiedelt.

Auf „Die fantastische Welt von Oz“ muss man sich einlassen, so viel steht fest. Auch ist bei der Anlage des Stoffes klar, dass der Film nicht jedermanns Sache sein kann. Wer eine tiefgründige, komplexe Geschichte erwartet, wird von „Oz“ enttäuscht sein. Die Kraft des Filmes liegt vielmehr in der Bildgewalt und der Reizung des Blicks. Mit „Die fantastische Welt von Oz“ hat Sam Raimi einen effektreichen, turbulenten Spaß für Fantasy-Freunde geschaffen, der einen der grauen Realität im wahrsten Sinne des Wortes für 130 Minuten entreißt. Generell gilt: „Je jünger der Betrachter, desto größer die Magie.“ Ob der Zuschauer dabei tatsächlich noch in einem nicht sehr fortgeschrittenen Alter oder nur im Herzen Kind geblieben ist, ist dabei nebensächlich.


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