The Bay – Nach Angst kommt Panik

Barry Levinson zeichnete als Regisseur schon für Filmklassiker wie „Rain Man“ oder „Wag the Dog“ verantwortlich. Mit „The Bay“ wagt sich der Altmeister nun gemeinsam mit den Machern von „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ans Horrorgenre: Im Reportagestil zeigt der Ökothriller eine erschreckende Vision davon, welche Folgen der rücksichtslose Umgang mit der Umwelt haben könnte – und wirkt dabei beängstigend glaubhaft.

The Bay - Nach Angst kommt Panik

The Bay

Claridge ist ein amerikanisches Hafenstädtchen, wie es im Buche steht: Hier feiert man den Unabhängigkeitstag mit Krabbenwettessen und lustigen Kinderspielen, die Nachbarn kennen einander gut und der Bürgermeister setzt sich voller Elan für das Wohlergehen der Bürger ein. Außerdem ist Claridge ein Städtchen, das neben dem Tourismus nicht zuletzt von der Geflügelindustrie lebt – und riesigen Hühnerfarmen nicht nur Grund und Boden, sondern auch das örtliche Abwassersystem zur Verfügung stellt. Ausgerechnet am 4. Juli, dem wichtigsten Feiertag der Amerikaner, zeigt sich nun, dass irgendetwas mit dem Wasser in und vor allem vor Claridge nicht stimmt – und zwar ganz und gar nicht.

„The Bay” – Horror im Found-Footage-Stil

Die erzählende Hauptrolle in „The Bay“ übernimmt eine junge Frau, die im Rahmen einer Reportage über die Ereignisse in Claridge am 4. Juli 2009, Jahre später von ihren Erlebnissen berichtet. Am Tag des Geschehens ist sie als Praktikantin eines regionalen Fernsehsenders mit der Aufgabe betraut, den Unabhängigkeitstag in Claridge zu begleiten. Was die angehende Reporterin dann aber zu sehen bekommt, hat mit Kleinstadtromantik so gar nichts zu tun: „The Bay“ zeigt, wie sich zunächst scheinbar eine Epidemie mit furchtbaren Hautgeschwüren und schmerzhaften Ausschlägen über die Bevölkerung ausbreitet, bis schließlich die ersten Toten gefunden werden – so unfassbar entstellt, dass man zunächst einen Mord annimmt, und die Ereignisse gar nicht miteinander in Zusammenhang bringt. Doch was bei „The Bay“ zunächst nur der Titel vermuten lässt, wird im Laufe des Filmes auf beklemmende Weise zur Gewissheit: Die Ursache für den Horror in Claridge liegt im Wasser…

Das Küstenstädtchen Claridge

Die Idylle trügt…

„The Bay“ – Beklemmend glaubhaft

Vor allem die als Reportage anmutende Erzählweise und der Found-Footage-Charakter des Films machen die beklemmende Wirkung von „The Bay“ aus. Auch der Spannungsbogen unterstreicht den Schockeffekt auf drastische Weise: Was zunächst als sonniges Familiengrillfest am Independence Day beginnt, endet schließlich in einer handfesten Regierungsverschwörung und einem regelrechten Gemetzel. Ob „The Bay“ dabei bisweilen übers Ziel hinausschießt, ist am Ende wohl vor allem Geschmackssache – unglaubwürdig wird der Film dabei jedoch nie. Die Auflösung der mysteriösen Epidemie ist nicht über die Maßen geheimnisvoll und vor allem bestechend überzeugend.

„The Bay“ – Kritischer Horrorschocker?

Es ist definitiv keine Verfehlung, „The Bay“ als „Ökothriller“ zu bezeichnen. Obwohl der Film (Hoffentlich? Glücklicherweise? Noch?!?) weit von der Realität entfernt ist, stellt sich dem Zuschauer unwillkürlich und nackenhaaraufrichtend die Frage: Wie weit eigentlich? Natürlich kann ein Film wie „The Bay“ nicht für bare Münze genommen werden, doch er spielt mit der Angst, dass dieses düstere Bild keine allzu absurde Zukunftsvision ist. Was „The Bay“ nämlich grundsätzlich von anderen Horrorfilmen unterscheidet ist, dass er sich nie die Frage nach dem Bösen stellt. Die Heimsuchung, die über die Bewohner von Claridge kommt, hat keinen biblischen oder strafenden Charakter, sie ist völlig wertfrei einfach da. Es gibt keinen Beweggrund und kein Motiv – letztendlich ist „The Bay“ eine verhältnismäßig neutrale Darstellung eines (wenn auch fiktiven) Sachverhalts. Der Horror kommt mit einem Schulterzucken daher – und packt den Zuschauer wie im Vorübergehen bei der Urangst davor, dass die Welt am Ende doch völlig frei von Gott und Gewissen ist.

„The Bay“ ist auf jeden Fall Pflichtkino für alle Fans des Found-Footage-Kinos und für Horrorfans mit Umweltbewusstsein – aber auch wer sich für Klassiker wie „Die Vögel“ begeistern kann, ist hier nicht falsch. Schwache Nerven sind allerdings keine gute Voraussetzung für den Genuss des Streifens…

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