Tribute von Panem – Catching Fire

Das umsatzstärkste Startwochenende eines im November in den USA angelaufenen Films jeher, am ersten Wochenende mehr als eine Million Zuschauer in Deutschland – die Fortsetzung der mittlerweile legendären Fantasy-Dystopie „Tribute von Panem“ zählt schon jetzt zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Mit „Catching Fire“ bringt Regisseur Francis Lawrence ein opulentes, bildgewaltiges Werk auf die Leinwand, das dem Prädikat „Jugend-Fantasy-Blockbuster“ längst entwachsen ist. Ob „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ dem Hype standhalten kann?

Der Plot von „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ ist verhältnismäßig schnell erzählt – vorausgesetzt man kennt den Inhalt des Vorgängers „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“. Mit ihrem Trick, sich selbst und ihren Freund Peeta Mellark (Josh Hutcherson) aus den 74. Hungerspielen zu retten, obwohl es traditionell immer nur einen Überlebenden gibt, hat Protagonistin Katniss Everdeen – brillant gespielt von Hollywood-Shootingstar Jennifer Lawrence – den Zorn des Kapitols, insbesondere den des Präsidenten Snow (Donald Sutherland), auf sich gezogen.

„Catching Fire“ im Kino gestartet

Jennifer Lawrence überzeugt in „Tribute von Panem – Catching Fire“

Katniss avanciert in „Tribute von Panem – Catching Fire“ zur Heldin der Unterdrückten, zum Symbol des gemeinsamen Widerstandes, da sie ihren Mitmenschen den Glauben an Freiheit und ein Entkommen aus den Fängen der totalitären Regierung des Kapitols zurückgibt – Katniss wird zum Spotttölpel, dem Symbol der aufkeimenden Revolution. Um dem gesäten Keim des Aufstandes ein für alle Mal den Garaus zu machen, werden Katniss und Peeta anlässlich der 75. Hungerspiele dazu gezwungen, erneut in der Arena gegeneinander anzutreten und um ihr Überleben zu kämpfen. Und die Spiele des „Jubeljubiläums“ sind erwartungsgemäß grausamer, brutaler und schrecklicher – ein Entkommen scheint dieses Mal nahezu unmöglich.

Tribute von Panem – Catching Fire: Der Protagonistin gehört der Film

Die erste Verfilmung der „Tribute von Panem“-Trilogie hat Jennifer Lawrence über Nacht zum gefeierten Hollywood-Star gemacht. Doch wer glaubt, hinter dem Hype um die schöne Amerikanerin stünde keine fundierte Schauspielkunst, der irrt. Der Oscar, den die 23-Jährige in diesem Jahr für „Silver Linings“ bekommen hat, bestätigt nicht nur ihr außerordentliches Talent, er zeigt auch, dass sie sowohl Charakterdarstellerin als auch Heldin des Teeniefilms sein kann – obwohl „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ keineswegs als reiner Teeniefilm bezeichnet werden kann. Ihrer Paraderolle, der Katniss Everdeen, haucht Jennifer Lawrence Leben ein, verkörpert jede Facette ihrer tiefgründigen Rollenanlage brillant. Traumatisierte Kriegsheimkehrerin, schlagfertige Amazone und aufopfernde, dramatische Heldin – mit ihrer außergewöhnlichen Präsenz treibt Jennifer Lawrence die Handlung voran, gibt neue Impulse und macht die teilweise unwirkliche Handlung greifbar und natürlich. So bedarf es etwa lediglich eines Augenaufschlags der talentierten 23-Jährigen, um in der finalen Sequenz einen Hinweis auf den dritten Teil der „Tribute von Panem“-Reihe zu geben. Während mit Josh Hutcherson in der Rolle des Peeta Mellark, Liam Hemsworth als Gale Hawthorne, Donald Sutherland als fieser Präsident Snow und Woody Harrelson als Haymitch Abernathy auf bewährte Qualität hinsichtlich der Schauspieler gesetzt wird, ergänzen interessante Neuzugänge das Ensemble. So verkörpert Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman den zynischen Zeremonienmeister und Sam Claflin sorgt als flirtwilliger Ex-Hunger-Games-Gewinner Finnick Odair für den einen oder anderen Lacher. Dennoch ist es Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen, die den gesamten Film „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ trägt.

Die Tribute von Panem – Catching Fire verlagert den Schwerpunkt

Während im ersten Teil der „Tribute von Panem“-Reihe der Fokus – wie der Titel ankündigt – auf den „Tödlichen Spielen“ lag, sind es in „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ die Emotionswelten der Protagonisten und die gesellschaftliche Kritik, die einen größeren Raum einnehmen. Hierin liegen Lob- und Kritikpunkt zugleich, ist es doch eine Frage der Erwartungshaltung, die man dem Film entgegenbringt. Weniger Action, mehr Tiefgründigkeit also. Beleuchtet werden in „Catching Fire“ die Schuldgefühle, mit denen sich Katniss Everdeen nach ihrer Heimkehr von den „Hunger Spielen“ herumschlagen muss, ihre emotionale Hin- und Hergerissenheit zwischen der ihr aufgedrängten Helden- und Identifikationsrolle und ihre übermäßige Abscheu gegen das brutale Marionettentheater des Kapitols. Auch die Zerrissenheit zwischen ihrer Liebe zu Gale, Katniss Freund aus Kindertagen, auf der einen und Peeta, ihrem Leidensgenossen bei den „Hunger Spielen“, auf der anderen Seite wird intensiver thematisiert. Die Szenen in der Kampfarena sind weniger actionlastig, nicht so spektakulär und insgesamt sehr viel gewaltfreier und unblutiger als im ersten Teil. Im Mittelteil von „Catching Fire“ werden die Kritik am herrschenden Ordnungssystem und dessen Willkürlichkeit, der Ungerechtigkeit und dem Machtmissbrauch durch das System, dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes ins thematische Zentrum gerückt. Actionfans, die auf eine Fortsetzung der rasanten Kampfszenen gehofft hatten, dürften sich hiermit erst anfreunden müssen.

Die Tribute von Panem – Catching Fire: Überzeugende Bildgewalt

Nicht selten hinterlässt „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ den Zuschauer staunend im Kinosessel zurück – die Bildgewalt ist enorm. Das prunkvolle Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern und exorbitanten Partys, das Trainingscenter im High-Tech-Stil oder die imposante Dschungellandschaft der neuen Arena – die Spielorte könnten nicht beeindruckender sein. Special Effects wie aggressive Affen, lebendig wirkender Giftnebel, der unsagbar fiese Wunden auf der Haut hervorruft, und nicht zuletzt die futuristischen Transportmittel, mit denen die Kandidaten der „Hunger Spiele“ transportiert werden – die Macher haben sich bei „Catching Fire“ animationstechnisch voll ausleben können. Auch die Kostüme sind absolute Hingucker. Allen voran Effie Trinket (Elizabeth Banks), deren originelle Looks durchaus aus der Feder der renommiertesten Couturiers stammen könnten.

„Die Tribute von Panem – Catching Fire“ ist Popcornkino auf hohem Niveau. Unterhaltsam ist die Fortsetzung der Fantasy-Dystopie allemal, bleibt aber eben nicht auf jenem Level, sondern hinterfragt, beleuchtet kritisch und gefühlvoll und geht erzähltechnisch somit noch einen Schritt weiter als der Vorgänger. Wir haben jede der 147 Minuten Laufzeit genossen, mal staunend, mal weinend, mal zitternd, mal erschrocken, mal tief berührt – was nicht zuletzt der herausragenden Performance von Jennifer Lawrence geschuldet ist.

Bildquelle: Facebook/CatchingFire

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