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Jan Kralitschka:

„Wir wollen niemanden bei Curvy Supermodel bloßstellen“

„Wir wollen niemanden bei Curvy Supermodel bloßstellen“

Am 26. Juli startet die dritte Staffel von „Curvy Supermodel“ bei RTL II. Wir haben mit Jan Kralitschka, Ex-Bachelor und neues Jury-Mitglied bei der Castingshow, gesprochen und ihn gefragt, was ein Curvy-Model für ihn ausmacht, auf was wir uns in der neuen Staffel freuen können und ob es auch mal Zeit für männliche Curvy-Models wird. 

desired: Du wirst Jury-Mitglied bei „Curvy Supermodel“, herzlichen Glückwunsch erstmal dazu! Was überzeugt dich an der Show so, dass du sofort dabei warst?

Jan: Also ich finde, dass Curvy-Frauen den durchschnittlichen Frauentyp besser repräsentieren als klassische Modeltypen. Ich arbeite seit 15 Jahren hauptberuflich als Model und habe auch schon Curvy-Models kennengelernt und war immer von deren Lebensfreude und Ausstrahlung fasziniert. Klassisches Beispiel: Ich war mal in einem Studio, wo nebenan für einen Curvy-Kunden geshootet wurde. Wir hatten dann alle gemeinsam Mittagspause und die Mädels aus New York kamen zu mir und meinten: „Jan, kann ich bitte dein Dessert haben, ich muss meine Figur halten“. Also dieser Humor, diese Ausstrahlung, diese Lebensfreude: Nicht umsonst verdienen die Mädels auch richtig viel Geld und sind so erfolgreich.

Was bedeutet Curvy denn für dich?

Curvy ist gleich kurvig. Ich würde das gar nicht auf Konfektionsgrößen beziehen. Es gibt auch in den Agenturen auch unterschiedliche Kategorien für kurvig. Für mich ist das eine weibliche Figur mit den Rundungen an der richtigen Stelle.

Hast du „Curvy Supermodel“ auch schon vorher verfolgt und inwieweit glaubst du, wird sich deine Meinung von der von Angelina, Jana Ina und Oliver Tienken unterscheiden?

Wir sind oft unterschiedlicher Meinung. Ich glaube, dass liegt auch daran, dass wir andere Herangehensweisen haben. Die Gemeinsamkeit zwischen uns Vieren ist, dass wir alle als Model gearbeitet haben oder arbeiten, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen. Ich als klassisches Männermodel kann vielleicht weniger zu dem Posing sagen, aber dafür viel dazu, wie man Selbstbewusstsein vor der Kamera richtig transportiert. Oder auch, wie man in die richtige Stimmung kommt für eine lässige oder eine freundliche Pose. Dadurch habe ich bei manchen Kandidatinnen vielleicht etwas anderes gesehen oder nicht gesehen als meine Jury-Mitglieder. Das macht eine interessante Sendung aber auch aus. Wir brauchen die Diskussion und unterschiedliche Meinungen.

Das Jury-Team: Jana Ina Zarrella, Jan Kralitschka, Angelina Kirsch und Oliver Tienken.

Bist du eher der Good Cop oder der Bad Cop als Jury-Mitglied?

Schwierige Frage. Die habe ich mir im Vorfeld auch gestellt. Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich meine Meinung so hart kommunizieren kann, wenn eine Kandidatin nicht weiterkommt. Mir war natürlich klar, dass wenn jemand nicht das Potenzial hat, Curvy Supermodel zu werden, es auch ein „Nein“ geben muss. Aber man muss es charmant verpacken. Die Sendung ist nicht darauf ausgelegt, dass wir so viele Tränen wie möglich produzieren. Sondern wir wollen authentisch ein Curvy Supermodel finden. Das ist mit vielen „Neins“ verbunden, aber ich hoffe trotzdem, dass ich nicht wie der Bad Cop
rüberkomme. Aber ein „Nein“ ist nun mal auch ein „Nein“.

Was muss ein erfolgreiches Curvy-Model für dich können?

Im Prinzip sind es drei Dinge: Sie muss das entsprechende Gesicht haben, der Körper muss da sein und für mich fast das Wichtigste: Sie muss die Ausstrahlung, das Selbstbewusstsein, den Charakter und die Disziplin haben. Diese Dinge sind der entscheidende Faktor, um zu sagen: „Diese Kandidatin hat wirklich das Zeug, Curvy Supermodel zu werden.“

Du arbeitest ja selbst schon seit einigen Jahren als Model. Spürt man diesen Wandel, den wir so langsam in der Gesellschaft merken, dass es eben ganz unterschiedliche Frauentypen gibt und nicht nur der eine der richtige ist, auch in der Modebranche?

Man merkt es in der Werbung. In der Fashionbranche erst so langsam. Die Umsatzzahlen von Curvy-Mode steigen, die Kataloge werden größer, die Produktionen wachsen. Amerika ist in gewisser Hinsicht manchmal ein Vorreiter, was Trends angeht. Da ist Curvy ein sehr dominantes Thema. Man spürt schon, dass es eine Veränderung gibt. Ich denke, dass man sich als normale Frau doch eher mit dem Curvy-Model-Bereich identifizieren kann, als mit dem klassischen Modelbild von Size Zero. Und das macht die ganze Sache sympathisch und authentisch und deswegen verlangt auch die Werbung immer mehr danach.

Glaubst du, dass wir auch in der Modelbranche der Männer mal ein neues Schönheitsideal brauchen? Denn wenn wir mal ehrlich sind, sind auch dort die meisten Männer ziemlich durchtrainiert.

Es gibt ein Curvy-Model-Bereich für Männer, der ist aber ganz stiefmütterlich vertreten. Ich selbst kenne zwei Curvy-Models im Männerbereich. Aber da ist nur ein ganz kleiner Markt vorhanden. Im Modelbereich verdienen die Frauen mehr. Sie haben auch eine höhere Tagesgage. Die weiblichen Models sind meist auch Vorreiter, was Trends angeht. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass irgendwann auch der Curvy-Bereich bei den Männern eine höhere Nachfrage erfahren wird. Ich finde es generell wichtig, dass man sich als Model wohlfühlt. Man soll mit sich zufrieden sein und das nach außen transportieren. Ob man einen Sixpack hat, ob man ganz schlank ist oder ob man kräftig ist, ist eigentlich egal. Es wird wahrscheinlich für jeden Bereich einen Markt geben, aber im Vergleich zum Curvybereich bei den Frauen, ist der Männerbereich so gut wie gar nicht vertreten.

Die Kritiken zu „Curvy Supermodel“ waren in den vergangenen Jahren zum Teil recht harsch. Glaubst du, dass wir in Deutschland für so eine Curvy-Show einfach noch nicht weit genug sind oder denkst du, dass Shows wie diese einfach immer anecken werden?

So eine Show kann eine tolle Chance für Kandidatinnen sein, ein ganz anderes Leben kennenzulernen und eine Karriere zu starten. Das gilt ja auch für die Castingshows
im Musikbereich. Komischerweise ist es wirklich so, dass in angloamerikanischen Ländern schon ganz viele Stars aus Musik-Castingshows entstanden sind, während das in Deutschland nicht so richtig der Fall ist. Ich weiß nicht, woran das liegt. Curvy Supermodel ist nicht so konzipiert, das wir von einer Sensation zur nächsten hecheln oder dass wir die Kandidatinnen bloßstellen wollen. Ganz im Gegenteil: Es geht uns darum, mit Emotionen zu arbeiten, aber mit schönen Emotionen. Zum Beispiel, wie wir das Selbstbewusstsein von einer Kandidatin aufbauen, wie sie eine Verwandlung macht von einem hässlichen Entlein zum hübschen Schwan. Darum geht es. Und wenn die Zuschauer das erkennen, dass es authentisch und ehrlich ist und wir die Absicht haben, wirklich ein Curvy Supermodel zu finden, dann wird die Sendung auch sehr gut angenommen werden.

Es soll ja eine neue Staffel von „Bachelor in Paradise“ geben. Könntest du dir vorstellen, wieder in deine Bachelor-Rolle zu schlüpfen und da mitzumachen?

Neue Staffel? Schon wieder? Ach, hör auf! Da werdet ihr mich aber nicht sehen, weil alle Dinge, die ich im Fernsehen gemacht habe, habe ich gemacht, weil ich eine Herausforderung gesehen habe. Model ist ja mein Hauptberuf, ich arbeite noch nebenbei als Anwalt und mache auch mal Moderationen fürs Fernsehen. Aber ich suche Herausforderungen. Das war damals beim Bachelor so und auch bei den sportlichen Sendungen von Wok-WM über Turmspringen. Und bei „Bachelor in Paradise“ fehlt mir die Herausforderung, weil ich schon mal eine Bachelor-Sendung gemacht habe. Das reizt mich nicht mehr.

Danke für das Interview !

„Curvy Supermodel“, ab 26. Juli, immer donnerstags um 20:15 bei RTL II

Bildquelle:

RTL II

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