Keine digitale Veränderung Dove
Nina Rölleram 30.07.2018

Die Kosmetikmarke Dove zeigt in Werbekampagnen schon seit vielen Jahren Frauen, die keine Modelmaße haben und verzichtet darauf, vermeintliche Makel digital zu retuschieren. Dass dies in der Branche nicht üblich ist, will Dove künftig mit dem „Keine digitale Veränderung*-Siegel“ zeigen: Die Kennzeichnung unretuschierter Frauen soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr wir es gewohnt sind, perfekte Körper in der Werbung zu sehen.

In einer Pressemitteilung hat Dove kürzlich bekannt gegeben, ab Januar 2019 weltweit alle Kampagnen mit dem „Keine digitale Veränderung*-Siegel“ zu kennzeichnen. Damit möchte das Unternehmen verstärkt darauf hinweisen, dass für Dove nur „echte Frauen“, also keine professionellen Models, vor der Kamera stehen und versprechen, dass kein Photoshop zum Einsatz kam.

Dove retuschiert

Mit authentischen Bildern von Frauen möchte Dove unrealistische Schönheitsideale bekämpfen.

Das Siegel soll vor allem jungen Mädchen helfen

Dove verzichtet ohnehin schon auf das Retuschieren von Speckröllchen, Falten, Cellulite oder Pigmentflecken. Eine große Veränderung stellt das Siegel auf den ersten Blick also nicht dar. Das Emblem solle Kundinnen aber den Unterschied zwischen realistischen und digital bearbeiteten Bildern aufzeigen. Auf diese Weise sollen Frauen und vor allem junge Mädchen verstehen lernen, dass die meisten Werbeanzeigen ein unerreichbares Schönheitsideal propagieren. Die Initiative wird von der amerikanischen Kulturwissenschaftlerin Jess Weiner unterstützt, die auf die Gefahren digital bearbeiteter Bilder hinweist:

Bei der Präsentation von digital perfektionierten Bildern wird ein Ziel vermittelt, das nicht erreichbar ist und zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit führt. Das trifft insbesondere auf junge Mädchen zu. Sie wachsen in einer Welt auf, die von Bildbearbeitung und Filtern geprägt ist, und werden täglich unrealistischen Idealen ausgesetzt.

Jess Weiner, Professorin und Kulturwissenschaftlerin

Das Siegel soll Frauen und Mädchen dabei helfen, sich nicht von unrealistischen Darstellungen verunsichern zu lassen. Dass hier Handlungsbedarf besteht, wurde bereits 2016 im „Dove Global Beauty and Confidence Report“ deutlich. 69 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie sich zunehmend von Werbung und Medien unter Druck gesetzt fühlten, einem unerreichbaren Schönheitsideal entsprechen zu müssen.

Mit dieser Aktion machte Dove darauf aufmerksam, wie sexistisch Fotos von Bildagenturen sind

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Werden andere Marken nachziehen?

Neben der Orientierungshilfe für Kundinnen möchte Dove mit dem Siegel aber auch andere Marken dazu animieren, auf digitales Retuschieren zu verzichten. In zwei Ländern liegt diese Verantwortung seit Neustem nicht mehr in den Händen von Unternehmen: In Israel und Frankreich wurde ein Gesetz erlassen, dass dazu verpflichtet, bearbeitete Fotos in der Werbung als solche zu kennzeichnen. Dove befürwortet diese staatliche Regelung: Wäre dies auf der ganzen Welt Pflicht, müsste es das „Keine digitale Veränderung*-Siegel“ nicht geben.

Vergleicht man die Werbefotos von Dove mit denen anderer Marken, wird einem auch ohne Siegel auffallen, dass Frauen hier realistischer dargestellt werden. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es heutzutage überhaupt möglich ist, bei professionellen Werbefotos ganz auf digitale Bildbearbeitung zu verzichten. Glaubst du, dass sich die Forderung von Dove durchsetzen wird? Gib mir deine Einschätzung in den Kommentaren!

Bildquelle:

Dove

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