Fit im Schritt
nackter Frauenkörper im Slip, Bein und Hüfte

Viele Frauen haben falsche Vorstellungen darüber, wie ein “normaler” Intimbereich aussieht

Nach Nase und Busen kommt nun der Intimbereich. Der Schönheitswahn macht nicht mal mehr vor den privatesten Zonen des Körpers Halt – Intim-OPs sind schon fast zu einer Modeerscheinung geworden. Die Nachfrage nach Schamlippenverkleinerung, Vaginalverjüngung und sogar Anal-Bleaching ist in den letzten Jahren um mehrere 100% angestiegen. Aber warum wollen viele Frauen einen Bereich verschönern, den ja doch fast niemand zu Gesicht bekommt? Welche Art von OP ist sinnvoll und welche überflüssig?

Video: 5 Tipps für eine Intimrasur

Sexualisierte Welt

Ein Großteil der Jugendlichen bezieht ihre Erfahrungen zum Thema Sexualität heutzutage aus Pornos. Dass diese aber ganz und gar nicht die Wirklichkeit widerspiegeln, ist vielen nicht klar. Und nicht nur bei Sexualleben und -praktiken werden unrealistische Maßstäbe vermittelt – auch beim Aussehen der Genitalien wird getrickst. So sind viele Darsteller im Intimbereich operiert, und was auf Fotos nicht den gängigen Vorstellungen entspricht, wird einfach wegretuschiert. Auch die Intimrasur hat dazu beigetragen, dass viele Frauen sich Gedanken über Schönheit im Schambereich machen. Durch die Komplettentfernung der Haare werden die anatomischen Formen nämlich erst in den ästhetischen Vordergrund gerückt.

nackter Frauen und Männerkörper umarmen sich

Müssen Schönheits-OP`s sein?

Was darf es sein?

Kurioserweise gibt es aber eigentlich gar kein Ideal, wie der Intimbereich auszusehen hat. Genauso wie die Gesichter der Menschen unterschiedlich aussehen, gibt es auch Unterschiede “dort unten”. Die Spanne des Normalen ist dabei sehr groß und verschiedene Formen nicht ungewöhnlich. Trotzdem gibt es mittlerweile ein große Bandbreite an Intim-OPs – von sinnvoll bis, nennen wir es mal, exotisch.

Schamlippenkorrektur

Eine der beliebtesten Operationen ist die Verkleinerung der inneren, manchmal auch der äußeren Schamlippen. Mit einem Lasermesser wird Gewebe entfernt und die Schamlippen somit verkürzt. In der Pubertät verändern sich nicht nur Figur und Verhalten, sondern auch der Schambereich. Die kleinen Schamlippen beginnen zu wachsen, bei einigen Mädchen auch so, dass sie nicht mehr von den äußeren verdeckt werden. Manche Frauen schämen sich für dieses vermeintlich unnatürliche Aussehen. Tatsächlich ist das aber vollkommen normal. Erst wenn die Schamlippen so groß sind, dass sie Schmerzen beim Gehen oder Sitzen bereiten, oder sich oft entzünden, ist eine Verkleinerung sinnvoll. Alles andere ist ein rein ästhetischer Wunsch mit ernst zu nehmenden Risiken. Denn eigentlich ist das ja nun wirklich kein Bereich, an dem man gerne Entzündungen, Infektionen und Vernarbungen haben möchte.

Jungfernhäutchen und G-Punkt-OPs

In der Hymenoplastik wird das Jungfernhäutchen operativ wiederhergestellt. Fragt sich nur, wer das eigentlich vermisst, wenn es erst einmal weg ist. Und auch über den Sinn des G-Punkt-Aufspritzens kann man sich streiten. Diser wird mit einem Gemisch aus Hyaloronsäure und Eigenfett um das Doppelte vergrößert und soll so für ekstatische Höhenflüge sorgen. Da die Existenz des G-Punktes aber nicht einmal wissenschaftlich belegt ist, ist auch die Erfolgsquote der Operation durchwachsen.

Frauenarzt mit Kittel und Mundschutz untersucht Frau

Anal-Bleaching: Für manche ist es ein Muss, für andere unnötiger Schwachsinn

Rosetten-Bleaching

Und hier kommt die Nummer eins der unsinnigen Verschönerungen im Intimbereich: Das Anal-Bleaching. Hier wird mit einem Bleichmittel die Rosette aufgehellt – ein Trend der ebenfalls aus der Porno-Industrie stammt. Erfunden wurde das Ganze (wen wundert’s) in den USA. Wer mit dem Gedanken spielt, das nachzumachen, sollte lieber zwei mal überlegen. Nicht nur, dass der Zweck des Hintern-Bleichens mehr als fraglich ist, auch die Nebenwirkungen sind nicht ganz ohne. Starker Juckreiz kann die Folge sein, und das wünscht sich an dieser Stelle wirklich niemand!

Vaginalverengung

Scheidenverjüngung und Dammoperationen sind ein zweigeteiltes Schwert. Wem es nur darum geht, etwas “enger” zu sein, der sollte ernsthaft überlegen, ob es sich lohnt, dafür die Risiken einer Operation auf sich zu nehmen. Nach einer Geburt hingegen kann es bei vielen Frauen zu Überdehnungen und Deformationen kommen. Das verursacht unangenehme Gefühle oder Schmerzen im Alltagsleben und beim Sex. In solchen Fällen geht es also weniger um Ästhetik oder Lustoptimierung, als vielmehr um die Linderung von Beschwerden. Allen anderen würden wir an dieser Stelle vielleicht einfach mal ein bisschen Beckenbodengymnastik empfehlen. Manchmal kann es durch Folgeschäden der OPs nämlich auch zum totalen Lust-Verlust kommen – und das ist ja das Letzte, was man mit einer derartigen OP erreichen will.

Mit Schönheit wird viel Geld verdient

Wie überall in der plastischen Chirurgie gibt es auch in diesem Bereich schwarze Schafe – vor Pfuscherei und Folgebeschwerden ist man also nicht sicher. Auffälligerweise sind es außerdem mal wieder die Frauen, die sich diesem neuen Schönheitsideal unterwerfen. Dabei sieht es, jetzt mal ehrlich Mädels, beim Mann nun wirklich nicht schöner aus. Letztendlich bleibt als Fazit, dass sich für die Schönheitsindustrie ein weiterer, lukrativer Zweig aufgetan hat. Die Preise für weibliche Intimverschönerungen sind nämlich ungewöhnlich hoch, vergleicht man sie mit der ähnlich aufwändigen Beschneidung beim Mann.

Da sollte man sich also fragen, wer das Problem hat: die Frau mit vermeintlichen Schönheitsfehlern, oder die Gesellschaft, die nun auch dort Schönheit verlangt, wo sie eigentlich niemand sieht.

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