Passiv-aggressives Verhalten Beziehung
Christina Tobiasam 15.02.2018

Passiv-aggressives Verhalten kann eine Beziehung sehr strapazieren. Wenn es deinem Partner schwerfällt, über seine Gefühle offen zu reden und er sich stattdessen hinter sarkastischen Bemerkungen versteckt, ist der Streit oft vorprogrammiert. Wir verraten dir sieben typische Beispiele und wie du reagieren kannst, um die Situation zu entschärfen.

7 Beispiele für passiv-aggressives Verhalten in Beziehungen

Viele denken wahrscheinlich sofort an einen zynischen Seitenhieb, aber es steckt noch mehr hinter passiv-aggressivem Verhalten. Vielmehr ist passive Aggression jeder Ausdruck von versteckter Wut, der es zum Ziel hat, jemanden zu verletzten oder zu verärgern. So kann auch ein bewusstes Schweigen oder eine nicht erfüllte Aufgabe dazu benutzt werden, dich zu provozieren, ohne den Konflikt offensichtlich anzustoßen.

Auch wenn es schwerfällt, nicht selbst zurückzuschießen und zu kontern, kann es die Situation retten, etwas besonnener zu reagieren. Schließlich bedeutet sich ständig gegenseitig zu provozieren, auch sich ständig zu streiten – und das macht die Beziehung irgendwann kaputt, egal, ob der Konflikt indirekt oder direkt geführt wird. Wir erklären Taktiken, die dir helfen können, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn dein Partner wieder nicht offen mit der Sprache herausrücken will.

#1 Nicht über Gefühle sprechen

„Ich bin nicht sauer. Es ist nichts.“ Passiv-aggressives Verhalten besteht oft aus leugnen und mauern. Dein Partner verschweigt seine wahren Gefühle, zeigt aber durch seinen Ton und seine Körpersprache, dass ihm eindeutig etwas missfällt.

Passiv-aggressive Partnerschaft

Passiv-aggressives Verhalten heißt oft, dass Probleme nicht angesprochen werden.

Wie du damit umgehen kannst:
Wenn dein Partner nicht reden will, können viele Gründe dahinter stecken. Deshalb gibt es auch kein Patentrezept zum Reagieren. Entweder gibst du ihm etwas Zeit und wartest ab, bis er von selbst erzählt, was ihn stört oder du gehst möglichst einfühlsam auf ihn zu und versucht, ihm das eigentliche Problem zu entlocken. Wichtig ist, dass du dich nicht verrückt machst. Wenn er nicht reden will, bist schließlich nicht zwangsläufig du daran schuld oder dafür verantwortlich, sein Problem zu lösen.

#2 Ignorieren

Stille. Deine Anrufe werden weggedrückt und du schreibst Nachrichten, aber erhältst stundenlang nichts zurück, obwohl du gesehen hast, dass er bei WhatsApp die ganze Zeit online war? Oder ihr seht euch, aber es gibt einen kalten Liebesentzug ohne Küsse oder Umarmungen? Auch dieses Verhalten ist typisch für einen passiv-aggressiven Mann.

Wie du damit umgehen kannst:
Auf keinen Fall solltest du deinen Partner mit Nachrichten bombardieren, bis er reagiert. Versuch, dich einfach abzulenken und dir keinen Stress zu machen, wenn du zwei blaue Häkchen bei WhatsApp siehst. Wenn ihr euch wiederseht, kannst du ihn dann darauf ansprechen, um herauszufinden, was hinter dem Verhalten steckt.

Ghosting und Benching sind ziemlich miese Maschen. In unserem Video verraten wir dir weitere Warnsignale, die bereits beim Daten deine Alarmglocken klingeln lassen sollten:

#3 Launisch reagieren

„Boah, nerv mich jetzt nicht!“ Jeder hat mal einen schlechten Tag, kommt mal mürrisch nach Hause oder reagiert übertrieben trotzig. Wenn dein Partner aber dazu neigt, seine schlechte Laune an dir auszulassen, kann das sehr belastend sein.

Wie du damit umgehen kannst:
Versuch, dich nicht von seiner schlechten Laune anstecken zu lassen, sondern lieber behutsam auf ihn zuzugehen und Verständnis zu zeigen. Mit einem „Du scheinst mir sehr gestresst zu sein“ kitzelst du manchmal mehr aus deinem Partner heraus, als mit einem provozierenden „Was ist denn nun schon wieder mit dir los?“

Schlechte Laune

Reagiert dein Partner trotzig oder hat schlechte Laune? Lass dich nicht davon anstecken!

#4 Indirekte Beleidigungen

„Das Kleid lässt dich schlanker wirken, als du bist.“ Ist das charmant oder sagt er dir indirekt, dass er dich sonst zu dick findet?

Wie du damit umgehen kannst:
Indirekte Beleidigungen können sehr gemein und verletzend sein. Trotzdem solltest du nicht zum Gegenangriff feuern und einen Streit vom Zaun brechen. Sprich stattdessen lieber offen an, wie du dich dadurch fühlst, und warum dieses Verhalten für dich nicht akzeptabel ist.

#5 Versprechen werden nicht eingehalten

„Ja ja, ich mach das schon.“ Ein passiv-aggressiver Partner neigt oft dazu, seine Versprechen nicht einzuhalten, sondern Dinge zu verschieben, bis du hoffentlich das Handtuch wirfst und es selbst erledigst.

Wie du damit umgehen kannst:
Sprich das Problem sachlich an und versuche herauszufinden, warum dein Partner sich vor der Aufgabe drückt. Du kannst auch konkrete Lösungsvorschläge machen oder ihm deine Hilfe anbieten, wenn die Aufgabe etwas komplexer ist.

#6 Sarkastische Antworten

„Oh, wir sind zum Abendessen bei deiner Mutter eingeladen. Das ist ja FANTASTISCH.“ Sarkastische Antworten sind oftmals weder hilfreich, noch witzig für den Partner. Vielmehr fühlst du dich nicht ernst genommen und respektiert, wenn dein Liebster seinem Ärger versteckt Luft macht, statt Tacheles zu reden.

Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

Sarkasmus ist nicht immer witzig.

Wie du damit umgehen kannst:
Mal eine sarkastische Bemerkung wegzustecken ist sicher kein Problem für dich. Deshalb musst du auch nicht auf jede seiner kleinen Provokationen eingehen, sondern darfst auch mal auf Durchzug schalten, wenn seine Witzchen dich nerven oder mit ein wenig Selbstironie kontern und so die Situation entschärfen. Wenn du aber das Gefühl hast, dass dein Partner dich nicht ernst nimmt, fordere dir mehr Respekt ein.

#7 Dir wird die Schuld gegeben

„Du hast keinen Humor. Nimm doch nicht immer alles so wörtlich.“ Wenn du eine sarkastische Bemerkung oder einen Witz auf deine Kosten nicht lustig findest, ist das selbstverständlich deine Schuld. So sieht es möglicherweise dein passiv-aggressiver Partner.

Wie du damit umgehen kannst:
Versuche zu reflektieren, was wirklich deine Schuld ist und was nicht. Du kannst ruhig Zugeständnisse machen, aber nimm nie die Schuld auf dich, wenn sie nicht bei dir liegt. Auf Machtspielchen brauchst du dich nicht einzulassen.

Passiv-aggressives Verhalten ist oft ein Problem von Männern, die narzisstische Züge aufweisen. Ob in deinem Partner vielleicht heimlich ein Narzisst schlummert, verrät dir unser Test:

Ist dein Freund ein Narzisst?

Und wenn das alles nicht hilft?

Dann solltest du dir die Frage stellen, ob du wirklich mit ihm zusammenbleiben willst. Wenn ja, könntet ihr darüber nachdenken, euch Hilfe zu holen und einen Paartherapeuten zurate ziehen. Wenn er sich trotz aller einfühlsamer Worte nicht öffnen will, und seine Wut immer wieder indirekt an dir auslässt: Dann mach Schluss und suche dir einen neuen Partner, der dich besser behandelt. Von sich aus wird sich dein jetziger Liebster nämlich sehr wahrscheinlich nicht ändern – und du unter seinem Verhalten nur leiden.

Passiv-aggressives Verhalten kann eine Partnerschaft auf die Zerreißprobe stellen. Hin und wieder ein sarkastischer Kommentar ist sicher noch kein Grund, Schluss zu machen, wenn du aber dauerhaft das Gefühl hast, dass dein Partner sich nicht angemessen verhält, solltest du die Probleme definitiv ansprechen. Wie gehst du mit passiv-aggressivem Verhalten um? Verrate uns deine Tipps und Erfahrungen gerne in den Kommentaren.

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/Antonio_Diaz, iStock/Getty Images Plus/vadimguzhva, Giphy.com


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