Beckenbodentraining
Birte Imme am 17.12.2014

Auch Sex ist Sport – das merkt man spätestens dann, wenn man den aktiven Part in bestimmten Sexstellungen übernommen hat. Wie bei jeder anderen Sportart sollten die beteiligten Muskeln gut trainiert sein, damit der Spaß auch lange andauert. Beckenbodentraining ist eine gute Methode, um die Scheidenmuskulatur zu stärken, und hat einen positiven Nebeneffekt: Es steigert das vaginale Lustempfinden und erhöht auf diese Weise die Orgasmusfähigkeit um das Dreifache! Was es sonst über das Beckenbodentraining zu wissen gibt, erfährst Du hier.

Beckenbodentraining kannst Du immer und überall machen

Beckenbodentraining kann Dir bombastische Orgasmen bescheren

Hättest Du gedacht, dass man den Orgasmus lernen kann? Eine hundertprozentige Garantie gibt es zwar nicht, doch bereits mit ein paar Minuten Beckenbodentraining täglich steigerst Du Deine Fähigkeit, während dem Sex einen vaginalen Orgasmus zu bekommen, um das Dreifache! In der Serie „Sex and the City“ klärte Sexbombe Samatha Jones ihre Freundinnen bereits über die Kegel-Übungen – wie Beckenbodentraining auch genannt wird – auf: „Wenn alles dauerhaft straff sein soll, solltest du ihn [den Kegel-Muskel] jeden Tag zehn Minuten anspannen und wieder locker lassen. Eine Übung nach Doktor Kegel. Ich mache meine zum Beispiel jetzt.“

Beckenbodentraining: Welche Wirkung hat es?

Das Beckenbodentraining wurde in den 1950er Jahren von dem amerikanischen Urologen Dr. Arnold Kegel erfunden. Eigentlich waren die Übungen für Patientinnen gedacht, die nach der Geburt eines Kindes unter einer schwachen Blase litten und ihre beanspruchten Beckenbodenmuskeln wieder stärken wollten. Nach einiger Zeit des Beckenbodentrainings berichteten die Frauen jedoch von einem intensiveren Empfinden, das ihr Liebesleben sehr aufwertete. Dieser unverhoffte Nebeneffekt machte die Kegel-Übungen sehr beliebt und sorgte dafür, dass das Beckenbodentraining in den USA für einen Großteil der sexuell aktiven Frauen ganz selbstverständlich dazu gehört. Deutschland hat in dieser Hinsicht dem österreichischen Sexualtherapeuten Karl Stifter zufolge noch Nachholbedarf. Beinahe jede zweite Frau wisse nicht, wie man den Beckenboden effektiv trainiert, und kann infolgedessen keinen vaginalen Höhepunkt erreichen.

Beckenbodentraining: So funktioniert der PC-Muskel

Der Beckenboden, auch PC-Muskel genannt, ist der Verschluss des Beckenausgangs. Er ist ein kompliziertes Geflecht aus starken Muskeln und Bindegewebe, das den Mastdarm, den After, sowie die Scheide und die Harnröhre umfasst und dafür sorgt, dass jene Organe, die sich im Bauch befinden, insbesondere Harnblase (bei Mann und Frau) und Gebärmutter der Frau an Ort und Stelle bleiben. Da der Beckenbodenmuskel die Scheide ringförmig umschließt, kann dessen Kräftigung das vaginale Lustempfinden beim Geschlechtsverkehr steigern – daher wird auch oft vom Liebesmuskel gesprochen. Beckenbodentraining hilft außerdem dabei, dass der PC-Muskel auch mit steigendem Alter straff bleibt und seine Funktion erfüllen kann. Eine verbesserte Durchblutung und eine erhöhte Befeuchtung der Vagina beim Sex kann das Beckenbodentraining ebenso bewirken.

Beckenbodentraining: Übungen für Einsteiger

Beckenbodentraining bedarf etwas Übung, doch es lohnt sich, wenn Du es regelmäßig – am besten täglich – machst. Das Gute: Du kannst es überall machen, ohne dass es jemand merkt: beim Zähneputzen, in der U-Bahn, an der roten Ampel, während Du am Schreibtisch sitzt oder nach Feierabend in einer Bar. Beckenbodentraining lässt sich problemlos in Deinen Alltag integrieren. Wichtig ist, dass Du die Übungen zunächst sehr langsam machst. Denn dann spürst Du es besser. Im ersten Schritt musst Du den Beckenbodenmuskel lokalisieren. Spanne beim nächsten Toilettengang einmal Deine Muskeln im Unterleib an, um den Harnstrahl zu unterbrechen. Wenn Du die Beckenbodenmuskeln gefunden hast, kannst Du auch schon mit dem Training loslegen! Spanne den Muskel für etwa fünf Sekunden an, als wenn Du dringend aufs Klo müsstest und entspanne ihn danach etwa zehn Sekunden – Achtung: Bauch- und Gesäßmuskeln sollen bei der Übung ganz entspannt bleiben. Experten empfehlen anfangs sechs bis acht Wiederholungen, später 20 bis 30 – gern auch mehrmals täglich. Anspannen – kurz halten – entspannen: Beckenbodentraining ist simpel, aber sehr effektiv. Es kräftigt die Muskulatur, durchblutet den Unterleib und lässt Dich den Sex (und den Penis Deines Partners) deutlicher spüren. Nach rund vier Wochen Beckenbodentraining sollten sich erste Erfolge einstellen.

Beckenbodentraining: Übungen für Fortgeschrittene

Wenn Du schon etwas geübter im Beckenbodentraining bist, kannst Du bereits kompliziertere Übungen durchführen. Wir haben ein paar davon für Dich zusammengestellt:

Auf und zu: Lege Dich auf den Rücken, stelle die Beine auf und lege die Arme neben Dir ab. Hilfreich ist es auch, wenn Du einen Spiegel vor Dich stellst. Nun gilt es, Deine Atmung mit der Beckenbodenmuskulatur zu koordinieren. Öffne beim Einatmen Deine Vagina und schließe sie beim Ausatmen wieder. Wiederhole diese Technik etwa zehn Mal und mache das gleiche auch mit After und Harnröhre.

Fingerfertig: Beckenbodentraining kann auch lustvoll sein. Führe Deine Finger in die Vagina ein und spanne wie oben beschrieben Deinen Beckenboden an. Halte die Anspannung für mehrere Sekunden und lass dann wieder locker. Auf diese Weise kannst Du die Übungen viel besser spüren und obendrein vielleicht sogar zum Orgasmus kommen.

Simulierter Orgasmus: Spanne Deine Beckenbodenmuskeln im Sekundentakt an und entspanne sie genauso lange. Dies machst Du mehrere Male hintereinander. Das Tempo entspricht in etwa dem Intervall, mit dem der Beckenboden sich beim Orgasmus zusammenzieht und wieder lockert.

Sexy Time: Auch beim Sex kannst Du Beckenbodentraining betreiben und dabei nicht nur Dir, sondern auch Deinem Partner viel Freude bereiten. Ziehe „währenddessen“ die Vagina gezielt zusammen: So lässt sich der G-Punkt besser stimulieren. Auch Männer genießen es ungemein, wenn ihre Partnerin beim Sex den Beckenboden bewusst anspannt, denn damit umschließen Sie seinen Penis besonders fest.

Und danach: Entspannung nicht vergessen! Wie nach jedem Muskeltraining freut sich auch der Beckenboden über ein bisschen Entspannung nach den Übungen. Setze Dich zum Abschluss zum Beispiel auf eine Gummi-Wärmflasche oder lege Dich auf den Bauch und schiebe ein Kissen unter das Becken. Dadurch wird die Muskulatur leicht gedehnt.

Mehr Muskeln, mehr Lust – das verspricht das Beckenbodentraining. Mit ein paar Minuten täglich kannst Du durch gezieltes Anspannen Deiner Beckenbodenmuskulatur schon große Effekte erzielen. Du sorgst nicht nur für eine Verjüngung Deines PC-Muskels, sondern gibst Deinem Liebesleben obendrein einen enormen Aufschwung. Vielleicht erlebst Du dank dem Beckenbodentraining schon bald vaginale Orgasmen in Hülle und Fülle…

Bildquelle: iStock/Wisky


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?

  • schmetterlingi am 29.12.2014 um 10:20 Uhr

    Habe auch mit Beckenbodentraining begonnen! Bin gespannt auf die "Nebenwirkungen"...

    Antworten
  • kastagnette am 23.12.2014 um 15:38 Uhr

    Ich mache auch regelmäßig Beckenbodentraining - und zwar auf der Arbeit! Bisher habe ich von intensiveren Orgasmen aber noch nichts mitbekommen 😉

    Antworten