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Mirena Spirale: Kosten und weitere Infos

Mirena Spirale: Kosten und weitere Infos

Die Hormonspirale Mirena ist ein Verhütungsmittel, das die Vorteile von Antibabypille und Spirale kombinieren soll. Sie bietet Dir sicheren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, ohne dass Du jeden Tag an sie denken musst, wie zum Beispiel bei der Pille. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Mirena Spirale: Kosten, Unterschiede zur Kupferspirale und alles weitere zur Verhütung auf diese Art.

Die Mirena ist eine Hormonspirale, die zur Langzeitverhütung in die Gebärmutter eingesetzt wird. Im Vergleich zu anderen Spiralen beeinträchtigt sie nicht nur die Beweglichkeit der Spermien, sondern wirkt sich, ähnlich wie eine Antibabypille, auch auf die Beschaffenheit des Schleims im Gebärmutterhals und der Gebärmutterschleimhaut aus, sodass die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Diese Wirkungsweise macht die Mirena sehr sicher – der Pearl-Index für Hormonspiralen liegt bei 0,16. Im Gegensatz zur Pille werden die Hormone bei der Hormonspirale direkt in die Gebärmutter abgegeben, anstatt einen Umweg über den Magen zu nehmen. Dieser direkte Weg ermöglicht eine geringere Dosierung der Hormone und verhindert Wirkungsausfälle durch Magen-Darm-Erkrankungen.

Pille
Keine Lust, täglich an die Antibabypille denken zu müssen? Die Hormonspirale Mirena kann eine Alternative sein.

Wie wirkt die Mirena?

Wie auch die Pille, ist die Mirena ein hormonelles Verhütungsmittel. Wie sie wirkt, erklären wir Dir kurz und kompakt im folgenden Video:

Die Mirena sondert das Gelbkörperhormon Levonorgestrel ab. Dieses Hormon bewirkt, dass der Schleim im Gebärmutterhals – der normalerweise während des Eisprungs durchlässig und dünn wird – dickflüssig bleibt. So können keine Spermien in die Gebärmutter eindringen. Gelingt es doch einigen Spermazellen, diese Barriere zu passieren, so schränkt das Levonorgestrel sie in ihrer Beweglichkeit ein, und verhindert so, dass die Spermien die Eizelle erreichen und sie befruchten können. Außerdem bewirkt die Mirena, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht verdickt. Damit wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert.

Wie wird die Mirena eingesetzt?

Mirena in der Gebärmutter
Die Mirena wird in die Gebärmutter eingesetzt.

Die Mirena-Spirale wird von Deinem Frauenarzt in Deine Gebärmutter eingesetzt. Die Hormonspirale ist T-förmig, wobei die beiden kurzen Balken an der Seite elastisch sind. Die Biegsamkeit ermöglicht es dem Arzt, die Spirale leicht in Deine Gebärmutter einzuführen, wo die Balken der Mirena dann seitlich Halt geben, damit sie nicht wieder herausrutscht. Am unteren Ende der Spirale befindet sich ein Rückholband, ähnlich dem eines Tampons, mit dessen Hilfe Dein Frauenarzt die Spirale später leicht wieder entfernen kann. Dieses Band kannst Du auch selbst etwa an der Öffnung Deines Muttermundes ertasten, beim Sex stört es aber nicht.

Trotz der kleinen Querbalken kann es sein, dass die Mirena verrutscht oder sich sogar komplett löst, ohne, dass Du es bemerkst. Daher solltest Du den Sitz der Spirale etwa alle zwei Monate durch eine Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt überprüfen lassen.

Was kostet die Mirena?

Die Hormonspirale an sich kostet etwa 180 Euro. Allerdings musst Du auch die Kosten für das Einsetzen der Mirena tragen. Wie viel es Dich letztendlich genau kostet, kann unterschiedlich sein, da das Honorar von Frauenarzt zu Frauenarzt variiert. Im Allgemeinen liegt der Gesamtpreis ungefähr zwischen 280 und 350€. Verträgst Du die Spirale gut, kannst Du sie bis zu fünf Jahre tragen – dann ist die Hormonspirale eine sehr günstige Verhütungsmethode. Auf einen Monat gerechnet liegen die Kosten bei etwa 4 Euro. Bist zum vollendeten 20. Lebensjahr werden die Kosten für die Mirena von der Krankenkasse übernommen.

Hat die Mirena Nebenwirkungen?

Nach dem Einsetzen der Mirena können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere während der Anpassungsphase. Das sind die drei bis sechs Monate nach Einsetzen der Hormonspirale.

  • Über zehn Prozent der Frauen haben während dieser Zeit mit Unterleibsschmerzen zu kämpfen, die bei gut zwei Prozent der Anwenderinnen auch nach der Anpassungszeit nicht verschwinden.
  • Immerhin drei Prozent beklagen während dieser drei bis sechs Monate das Auftreten von Akne, Rückenschmerzen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Ausfluss oder Stimmungsschwankungen,
  • 2,4 Prozent leiden unter Übelkeit und bei mehr als einem Prozent treten Ödeme auf.
  • In zahlreichen Internetforen berichten Anwenderinnen aber auch über Nebenwirkungen wie Depressionen, Libidoverlust, Gewichtszunahme oder vorzeitige Alterungserscheinungen.
Kupferspirale
Kupferspirale und Mirena-Spirale haben unterschiedliche Wirkungen.

Was unterscheidet die Mirena von einer Kupferspirale?

Wer denkt, Spirale sei gleich Spirale, liegt falsch. Wie schon der Name sagt, sind die eine Kupferspirale und die Mirena Hormonspirale zwei unterschiedliche Verhütungsmittel. Während die Kupferspirale eine Schwangerschaft dadurch verhindert, dass Kupferionen die Beweglichkeit der Spermien hemmen, wirkt die Mirena auf verschiedenen Ebenen. Durch die Hormonabgabe verhindert Mirena das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter, hemmt die Befruchtung und erschwert das Einnisten eines befruchteten Eies in die Gebärmutter. Das Risiko einer Schwangerschaft mit der Hormonspirale liegt bei 2:1000, damit ist sie statistisch etwas sicherer als die klassische Kupferspirale. Auch auf Deine Periode haben beide Spiralen unterschiedliche Auswirkungen. Bei der Mirena tritt zwar kurz nach dem Einsetzen eine Schmierblutung auf, die auch von Krämpfen begleitet sein kann, doch nach ein bis zwei Tagen ist diese vorbei. Danach tritt die Regelblutung meistens nur noch sehr leicht bis gar nicht mehr auf. Die Kupferspirale hingegen kann eine längere und stärkere Menstruationsblutung bewirken.

Wann solltest Du nicht mit der Mirena verhüten?

Unter gewissen gesundheitlichen Umständen solltest Du die Mirena nicht anwenden und Dich stattdessen für ein anderes Verhütungsmittel entscheiden. Hast Du zum Beispiel eine verformte Gebärmuter, kann es passieren, dass die Spirale keinen Halt findet und ihre Wirkung vermindert oder ganz beeinträchtigt wird. Dies gilt allgemein bei Veränderungen im Genitalbereich. Auch bei bösartigen Erkrankungen, wie zum Beispiel einem Tumor in der Gebärmutter oder bei Brustkrebs, ist die Mirena nicht zu empfehlen. Leidest Du an einer Überempfindlichkeit bei Hormonen, solltest Du vor dem Einsätzen der Spirale mögliche Risiken mit Deinem Frauenarzt abklären.

Kondom
Um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, sollte ein Kondom trotzdem Pflichtprogramm sein.

Eine Schwangerschaft nach der Mirena?

Wenn Du irgendwann Mutter werden möchtest, dann kannst Du das. Die Mirena hat keine Langzeitauswirkungen auf Deine Fruchtbarkeit. Eine Schwangerschaft ist auch nach der Verhütung mit der Hormonspirale möglich. Nachdem die Spirale von Deinem Frauenarzt entfernt wurde, stellt sich ihre Wirkung ein, da kein weiteres Levonorgestrel mehr an die Gebärmutter abgegeben wird. Allerdings kann es nach Verwendung der Mirena zu einer Nachwirkzeit kommen, wie einige Anwenderinnen berichten. Bis sich der Zyklus wieder normalisiert hat, kann es unterschiedlich lange dauern. Dann ist eine Schwangerschaft aber wieder genauso gut möglich, wie vor Anwendung der Mirena.

Die Mirena Spirale kann eine Alternative zu Antibabypille und Co. sein. Die Wirkungsweise ist mit der der Pille vergleichbar, doch die Mirena bietet den Vorteil, dass Du nicht jeden Tag an die Verhütung denken musst. Mit einmaligem Einsetzen bist Du für etwa fünf Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt. Allerdings ist eine regelmäßige Kontrolle beim Gynäkologen notwendig und Du solltest Dir sicher sein, dass Du auch über einen so langen Zeitraum keine Kinder willst. Zudem bringt natürlich auch die Mirena Spirale Kosten mit sich, die frau bedenken sollte.

Bildquelle: dreamstime, iStock/&#169 Katie Little, iStock/YakobchukOlena, iStock/KatarzynaBialasiewicz, iStock/flocu

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