Pearl Index
Katja Nauckam 16.08.2018

Verhütung ist nicht gleich Verhütung. Es gibt unzählige Methoden. Wie sicher ein Verhütungsmittel ist, sagt dir der Pearl Index. Erfahre hier, wie dieser ermittelt wird und was er dir über die jeweilige Verhütungsmethode verrät.

Was sagt der Pearl-Index aus?

Der Pearl-Index ist ein vom amerikanischen Biologen Raymond Pearl entwickelter Wert, der angibt, wie viele Frauen im Laufe eines Jahres unter Verwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger geworden sind.

Ein Beispiel:

100 Frauen wendeten ein Jahr lang eine spezielle Verhütungsmethode an und in dieser Zeit wurden 2 von diesen 100 Frauen schwanger. Dann berechnet sich der Pearl-Index aus der Gesamtzahl der Schwangerschaften mal 13 Zyklen mal 100. Diese Zahl wird geteilt durch die Zahl der Monate mal die Zahl der Anwederinnen (also wieder mal 100) Daraus folgt ein Pearl-Index von 2,2.

Demnach gilt, wenn der Pearl Index bei 0 liegt, ist die Verhütungsmethode am sichersten und je näher er an die 100 kommt, desto häufiger ist die Wahrscheinlichkeit, dennoch schwanger zu werden. Die meisten Verhütungsmittel liegen zwischen 0,05 und 20. Dabei können die Angaben, die man für eine bestimmte Methode innerhalb der Fachliteratur oder auf Herstellerhinweisen findet, schwanken. Denn manche geben lediglich die Methodensicherheit an und vernachlässigen gewisse Anwendungsfehler. Ein Verhütungsmittel ist immer nur dann sicher, wenn es unter den gleichen Bedingungen eingenommen wurde oder seine Wirkung entfalten kann. Hier kann es zu großen Abweichungen kommen, die den Wert verzerren.

Du solltest daher wissen: Je kleiner ein Pearl-Index ist, desto sicherer ist die genannte Methode.

Pearl-Index Verhütungsmethoden

Pille oder Kondom? Der Pearl-Index sagt dir, welche Verhütung sicherer ist. Wenn du sie richtig anwendest.

Kannst du dem Pearl-Index vertrauen?

Laut Pearl-Index gilt die Pille als eines der sichersten Verhütungsmittel. Denn mit einem Wert von 0,2 bis 0,5 ist die Wahrscheinlichkeit, trotz Einnahme schwanger zu werden, extrem gering. Dies gilt wiederum nur unter sicheren und immer gleichen Einnahmebedingungen. Wenn du die Einnahme vergisst oder es durch Durchfall oder Übelkeit zum Erbrechen kommt und die Wirkung unterbrochen ist, kann diese Sicherheit nicht mehr gewährt werden. Ähnlich ist es beim Kondom, das mit einem relativ hohen Wert von 2 bis maximal 12 als weniger sicher bezeichnet wird. Ein Kondom kann eine sichere Verhütung bieten, wenn das Präservativ richtig getragen und angewendet wird. Doch aufgrund von Anwendungsfehlern oder einem Riss kann es dennoch dazu kommen, das Sperma austritt. Übrigens kann man auch durch Lusttropfen schwanger werden!

Das ist die sicherste Verhütungsmethode nach Pearl Index

In unserer Bildergalerie stellen wir dir die Top 11 der sichersten Verhütungsarten laut Pearl Index vor. Damit kannst du entscheiden, was zu dir passt.

Diese Arten von Verhütungsmitteln gibt es

Es gibt fünf verschiedene Arten von Verhütungsmethoden, die alle einen ganz unterschiedlichen Pearl-Index haben. Nicht jede davon ist auch für dich geeignet. Du solltest dich gut von einem Gynäkologen zu Risiken und Nebenwirkungen beraten lassen und mit ihm deinen Verhütungsschutz besprechen. Denn insbesondere hormonelle Verhütungsmittel erhält man in Deutschland auch nur auf Rezept. Dafür sind ein Gespräch und eine Untersuchung notwendig.

So unterscheiden sich die Verhütungsmittel in Anwendung und Sicherheit:

  • hormonelle Verhütungsmittel (sehr sicher):
    Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, die Dreimonatsspritze, der Verhütungsring oder das Verhütungspflaster sind bei korrekter Anwendung und Wirkung die sichersten Methoden. Die Hormone greifen in den weiblichen Zyklus ein und hemmen den Eisprung oder erschweren den Spermien das Eindringen. Wer regelmäßig Hormone einnimmt, hat jedoch auch eventuell mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Gerade die Pille hat zahlreiche Nebenwirkungen, die häufig nicht bekannt sind.
  • mechanische Verhütungsmittel (sicher bis sehr sicher):
    Wer die Hormoneinnahme umgehen will, sollte auf Verhütungsmittel zurückgreifen, die eine Barriere zwischen Spermium und Eizelle bilden. Das sind neben der bekanntesten Methode, dem Kondom, auch die Kupferspirale, das Diaphragma, die Portiokappe oder das Lea Contraceptivum.
  • chemische Verhütungsmittel (sicher):
    Hiermit sind sogenannte Spermizide (Zäpfchen, Gele oder Salben) gemeint, die kurz vor dem Sex in die Scheide eingeführt werden und die Spermien hemmen und/oder abtöten. Mit einem relativ hohen Pearl-Index von 3 bis 20 heißt das jedoch, sie sind nur bedingt sicher und sollten in Kombination mit einem mechanischen Verhütungsmittel genutzt werden.
  • operative Verhütungsmethoden (sehr sicher): Diese Verhütung stellt einen enormen Eingriff in deine Lebensplanung dar, denn es handelt sich um die Sterilisation von Mann oder Frau, bei der du später keine Kinder mehr bekommen oder zeugen kannst.
  • die natürliche Familienplanung (unsicher): Wenn eine Schwangerschaft für dich kein Weltuntergang wäre, kannst du auch ganz natürlich verhüten. Dazu gehören der Coitus interruptus, der Verhütungscomputer, die Temperatur- oder Billings-Methode und die Symptothermale Methode. Lediglich die letztgenannte Variante gilt bei richtiger Anwendung als relativ sicher.

Die 5 besten natürlichen Methoden zur Verhütung

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Der Pearl-Index kann eine Richtlinie für dich sein, welche Verhütung sicherer ist. Dennoch solltest du wissen, dass es nie eine 100-prozentige Verhütungssicherheit gibt und es ganz wichtig ist, dass du die Methode korrekt anwendest. Lass dich dazu unbedingt von einem Facharzt beraten.

Bildquelle:

iStock/andrewsafonov/katielittle25

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