Sperma-Menge
Nina Rölleram 01.08.2018

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Partner beim Sex manchmal mehr und manchmal weniger ejakuliert. Oder du hattest Sexualpartner, zwischen denen es große Unterschiede gab. Lässt sich anhand der Sperma-Menge womöglich ablesen, wie viel Spaß ein Mann beim Sex hatte, wie fruchtbar er ist oder wie hoch seine Testosteron-Levels sind? Ich habe mir mal angesehen, welche Theorien Männer darüber im Internet aufstellen, und was Ärzte dazu zu sagen haben.

Wie viel Sperma ist normal?

Die Frage, womit die Menge des Spermas zusammenhängt, wurde – wie sollte es auch anders sein – bereits auf Reddit diskutiert. Hier scheinen sich alle einig darüber zu sein, dass Männer vor allem dann viel abspritzen, wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht masturbiert oder keinen Sex hatten. Ein User findet, dass sich ein Orgasmus, bei dem er viel ejakuliert, besser anfühle, nach dem Motto: Je mehr, desto besser. Womöglich gibt es hierfür aber auch eine andere Erklärung. Ein weiterer männlicher User kommentiert, dass man bei größeren Sperma-Mengen eben einfach lange nicht mehr abgespritzt hat und es sich deswegen automatisch besser anfühle.

Doch was bedeutet denn eigentlich viel und was wenig? Wie der Urologe Michael Ingber in der amerikanischen Women’s Health erklärt, produzieren Männer beim Orgasmus zwischen 1,5 und 6 ml Sperma (ein Drittel bis etwas über einen Teelöffel). Bei Mengen unter 1,5 ml spricht man von Hypospermie, über 6 ml von Hyperspermie. Der Arzt bekräftigt, dass eine geringere Sperma-Menge als üblich darauf hindeutet, dass der Partner vor Kurzem erst abgespritzt hat – sei es beim Sex oder Masturbieren. Bevor du deinem Freund aber eine Affäre unterstellst, nur weil er weniger als sonst ejakuliert hat, solltest du wissen, dass das Volumen auch abhängig von der Tagesform und anderen Faktoren sein kann.

Machst du dir Sorgen darüber, dass dein Partner häufig masturbiert, obwohl er mit dir zusammen ist? Dass sich Selbstbefriedigung und Beziehung nicht ausschließen, beweisen diese ehrlichen Statements von Männern:

Darum masturbieren Männer während der Beziehung

Komplexe wegen zu wenig Sperma

Bei meiner Recherche landete ich hauptsächlich in Online-Foren und Magazinen für Männer: Ganz klar, es sind hauptsächlich die Herren, die sich Sorgen darüber machen, wie viel sie beim Sex abspritzen. Bezeichnend dafür ist die Geschichte eines 27-Jährigen, der dem britischen Männermagazin Askmen erzählt:

Am Anfang meiner Beziehung mit meiner jetzigen Freundin habe ich immer versucht, eine Woche oder länger nicht abzuspritzen, weil ich mich um meine Sperma-Menge sorgte. Das hatte natürlich seine Nachteile – ich bin innerhalb von Minuten gekommen. Als wir schließlich darüber sprachen und ich ihr gestand, was ich tat, sagte sie, dass es ihr überhaupt nichts ausmache, sie wollte einfach nur länger Sex haben.

Kevin, 27, auf Askmen

Doch woher kommt die Annahme, dass die Sperma-Menge etwas mit der Sex-Qualität zu tun hat? Der amerikanische Urologe Dr. Jamin Brahmbhatt erzählt Askmen von seinen Erfahrungen mit Patienten:

Die meisten Männer, die mir von ihren Sorgen erzählen, vergleichen sich mit dem, was sie in Pornos sehen. Pornos lassen Männer glauben, dass bei jedem Orgasmus eine ganze Bootsladung Saft abgespritzt werden muss.

Dr. Brahmbatt, Urologe auf Askmen

In Wahrheit werde in diesen Filmen aber mittels Kameraeinstellungen und nachträglicher Bearbeitung getrickst. Wer hätte gedacht, dass sich Männer nicht nur über ihre Penisgröße Gedanken machen, sondern auch über ihre Sperma-Menge? Da soll noch mal einer sagen, nur wir Frauen hätten körperliche Komplexe!

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Je mehr Sperma, desto fruchtbarer?

Ist eine große Sperma-Menge aber aus biologischer Sicht von Vorteil? Auch hier widerspricht Dr. Brahmbatt: Auch wenn viel Ejakulat mit hoher Fruchtbarkeit assoziiert werde, habe dies keinen Einfluss auf eine eventuelle Befruchtung. Selbst in geringen Mengen Ejakulat können sich zahlreiche gesunde Spermien befinden. Umgekehrt kann es sogar sein, dass Männer, die überdurchschnittlich viel abspritzen, nur wenige fruchtbare Spermien haben. Solltest du und dein Partner also einen Kinderwunsch hegen, solltet ihr euch keinen Kopf über die Menge seines Spermas machen.

Wenn ihr mitten in der Familienplanung steckt, solltest du deinem Partner raten, verstärkt auf gesunde Ernährung und eine ausreichende Folsäurezufuhr zu achten. Das vergrößert zwar nicht unbedingt die Menge seines Spermas, kann aber seine Fruchtbarkeit erhöhen. Für alle anderen, die nicht planen schwanger zu werden, gilt: Wie viel er abspritzt, entscheidet nicht darüber, wie gut euer Sex ist. Viel wichtiger ist, dass ihr sexuell kompatibel seid! Hast du bei deinem Partner bemerkt, wann er mehr oder weniger ejakuliert? Verrate uns deine Beobachtungen in den Kommentaren!

Bildquelle:

iStock/tumoxasan

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