Ejakulation: Die Facts

Eigentlich denken wir selten über sie nach, und doch steht sie gewissermaßen im Mittelpunkt des Liebesspiels: die Ejakulation. Sie geht einher mit dem Höhepunkt beim Sex, dem Orgasmus, zeigt uns, dass der Partner gekommen ist, und schließt den Geschlechtsverkehr „erfolgreich“ ab. Mehr gibt es über Ejakulation doch nicht zu wissen – oder?

Ejakulation beim Mann

Ejakulation: Wenn Er kommt, dann passiert so einiges!

„Ejakulation“ ist für den aufgeklärten Mensch zunächst einmal kein besonders mysteriöser Begriff: Wenn der Mann einen Orgasmus hat, spritzt die Samenflüssigkeit über die Harnröhre aus dem Penis. Das Wort selbst bedeutet ungefähr soviel wie „herausspritzen“, und so kennen wir das Ganze ja auch. Selbst die alten Inder haben in ihrem Kamasutra schon über die männliche Ejakulation geschrieben.

Ejakulation beim Mann

Ausgelöst wird die Ejakulation durch das Sexualzentrum im Zwischenhirn (unglaublich, aber das Hirn spielt dabei tatsächlich auch eine Rolle!). Durch Kontraktionen, an denen Nebenhodengang, Samenleiter, Samenblase, Vorsteherdrüse, Harnröhre und Beckenbodenmuskulatur mitwirken, werden ungefähr zwei bis sechs Milliliter Sperma herausgespritzt. Damit der Mann ejakuliert muss der Penis stimuliert werden, zum Beispiel durch einen Hand Job oder einen Blow Job oder durch Sex. Die Menge des Spermas hängt von verschiedenen Faktoren ab, nämlich zum einen vom Grad der Erregung, und zum anderen von der Zeit, die seit der letzten Ejakulation vergangen ist. Übrigens spricht man von einer Ejakulation unabhängig davon, ob im Ejakulat Samen enthalten ist oder nicht. Nach einer Vasektomie ist das zum Beispiel nicht mehr der Fall, bei der Ejakulation wird dann nur noch Seminalplasma freigesetzt. Dies ist nicht zu verwechseln mit einem trockenen Orgasmus, von dem man eigentlich nur bei Kindern spricht – in diesem Fall wird kein Ejakulat ausgestoßen.

Ejakulation bei der Frau

Die Ejakulation ist aber kein ausschließlich männliches Phänomen. Es gibt durchaus auch die so genannte weibliche Ejakulation, die im Englischen auch etwas abfällig als „Squirting“ bezeichnet wird. Ähnlich wie bei der männlichen Ejakulation wird dann bei einem weiblichen Orgasmus eine wässrige Flüssigkeit stoßweise freigesetzt, die in den paraurethalen Drüsen (die „weibliche Prostata“) produziert wird. Sie gelangt durch winzige Ausgänge in den Endabschnitten der Harnröhre nach außen. Wie viele Frauen tatsächlich eine Ejakulation beim Orgasmus haben ist unklar, die Zahlen reichen von 4,6 % bis zu 54 %. Vielen ist das Thema peinlich – wahrscheinlich gerade weil es ein so „männliches“ Thema ist, reden wir Mädels wohl nicht so gerne darüber.

Die Ejakulation beim Mann

Die Ejakulation bedeutet das Ende des Geschlechtsaktes

Ejakulation mal anders: Die Injakulation

Neben der „gewöhnlichen“ Ejakulation gibt es auch Abwandlungen – eine, die mitunter als besonders lustvoll für den Mann gilt, ist die Injakulation.

Als Injakulation bezeichnet man eine spezielle Sexualpraxis, die die Ejakulation verhindert. Davon verspricht sich der Mann einen besonders intensiven Orgasmus, die Erhaltung seiner Erektion und sogar die Möglichkeit zu multiplen Orgasmen. Zum Erreichen der Injakulation gibt es die Möglichkeit, mit dem Finger auf einen bestimmten Punkt zwischen Hodensack und After zu drücken. Dieser Punkt hat viele blumige Namen (Millionen-Dollar-Punkt, Saxonus, Jen-Mo-Punkt), das Drücken auf ihn wird auch „Sachsengriff“ genannt. Man(n) kann auch lernen, einen bestimmten Muskel, nämlich den musculus pubococcygeus, anzuspannen und die Ejakulation so zu verhindern. Im Daoismus und im Tantrismus ist dies sogar eine wichtige Grundlagenübung als Ausgangspunkt für fortgeschrittenere Tantra-Übungen. Medizinisch werden die angeblichen Wirkungen der Injakulation zwar eher angezweifelt, aber wer weiß – vielleicht fühlt es sich für Deinen Freund besonders aufregend an? Schaden kann dieses Verhindern der Ejakulation jedenfalls nicht, also ist es sicher einen Versuch wert.

Probleme bei der Ejakulation

Bei der Ejakulation des Mannes kann aber auch einiges schief gehen. Am bekanntesten ist vermutlich die Ejaculatio praecox, also der vorzeitige Samenerguss. In extremen Fällen kann dieser sogar schon beim Küssen auftreten! Während viele Jungs das Phänomen sicher aus der Pubertät kennen, gibt es auch durchaus erwachsene Männer, die damit zu kämpfen haben. Die frühzeitige Ejakulation ist daher auch als eine Form der Potenzstörung anerkannt.

Ein anderes Problem stellt die retrograde Ejakulation dar: Hierbei wird die Samenflüssigkeit rückwärts in die Harnblase ausgestoßen. Das ist zwar nicht gefährlich für den Mann, denn das Sperma wird mit dem Urin über die Harnröhre ausgeschieden. Viele Männer mit einer solchen Störung leiden jedoch darunter. Für Paare mit Kinderwunsch kann die retrograde Ejakulation zum Problem werden.

Von einer Anejakulation spricht man bei einer völligen Unfähigkeit zum Samenerguss, zum Beispiel aufgrund von Krankheiten, Kastration, psychischer Schwierigkeiten oder durch Medikamenteinfluss. Es kommt bei der Anejakulation zwar zum Orgasmus, die damit einhergehenden unwillkürlichen Muskelkontraktionen im Beckenbereich, und damit auch die Ejakulation, bleiben aber aus.

Besonders wichtig bei der Ejakulation ist oft der Aspekt des Schwangerwerdens – ob wir uns das nun sehnlichst wünschen oder es unbedingt verhindern wollen. Durch die Ejakulation gelangt der Samen des Mannes in die weibliche Vagina und macht sich auf den Weg zur Eizelle, wo er gemäß unserer ureigensten Biologie hingehört. Viele Frauen empfinden diesen Moment beim Sex als besonders schön und innig. Für den Mann geht die Ejakulation für gewöhnlich ohnehin mit dem schönsten aller Gefühle einher. Zuletzt muss natürlich an dieser Stelle erwähnt werden, dass auf diesem Weg auch viele Geschlechtskrankheiten inklusive des HI-Virus übertragen werden können. Einen guten Schutz davor bieten Kondome, die das Ejakulat auf seinem Weg stoppen.

Ejakulation – Die Facts:

1. Auch Frauen können eine Ejakulation haben!

2. Im Durchschnitt verspritzt ein Mann bei einer Ejakulation zwei bis sechs Mililiter Sperma.

3. Bei der Injakulation wird die Ejakulation beim männlichen Orgasmus zum Lustgewinn verhindert.

4. Vorsicht vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften!

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