Ausfluss vor Periode
Katja Nauckam 22.02.2018

Jede Frau hat Ausfluss. Doch weshalb hat er kurz vor der Periode eine andere Farbe und Konsistenz als vor dem Eisprung? Hier erfährst du, wie viel Ausfluss normal ist und wann er auch auf eine Erkrankung hindeuten kann.

Warum hat man Ausfluss?

Scheidenausfluss (lateinisch auf „fluor genitalis“) ist ein vollkommen natürliches Sekret. Dieser Weißfluss wird regelmäßig abgesondert, um die Scheidenflora vor Krankheitserregern zu schützen. Er besteht aus einer Flüssigkeit deines Gebärmutterhalses und Zellen der Scheidenschleimhaut. Da er viele Milchsäurebakterien enthält, sorgt er für ein angenehm saures Milieu, das Infektionen größtenteils abwehren kann.

Wenn deine Scheidenflora allerdings gestört ist, kann es sein, dass sich der Ausfluss verändert und einen Nährboden für Pilze bietet. Daher sind viele Frauen auch hin und wieder von Vaginalpilz betroffen. Du solltest also froh sein, dass du diesen Ausfluss hast, da er dich gesund hält, und brauchst dich dafür überhaupt nicht zu schämen. In keinem Fall ist er ein Anzeichen für mangelnde Intimhygiene, denn er stellt ein wichtiges natürliches Sekret dar.

So kann sich der Ausfluss verändern

Wie viel Ausfluss normal ist, kann man ganz schwer pauschal sagen. Denn ebenso wie die Zykluslänge oder die Länge der Periode von Frau zu Frau variieren kann, so unterschiedlich ist auch der Weißfluss. Bei manchen ist es mehr, bei anderen weniger. In jedem Fall verändert sich das Sekret während deines Zyklus.

  • Ausfluss vor der Periode: Kurz vor deiner Periode nimmt der Ausfluss zu und kann sich rosa-bräunlich färben.
  • Ausfluss vor dem Eisprung: Einige Tage vor dem Eisprung wird die Flüssigkeit zunächst meist zäher. Das Hormon Östrogen sorgt für diese Veränderung.
  • Ausfluss in der Mitte des Zyklus: Direkt nach dem Eisprung ist das Sekret meist dünnflüssig und eher durchsichtig.

Manche Frauen bestimmen über die Konsistenz des Ausflusses auch mittels der sogenannten Zervixschleim- oder auch Billings-Methode ihre fruchtbaren Tage und nutzen sie als natürliche Verhütungsmethode. Zum Eisprung hin, wird der Gebärmutterschleim besonders klar und dünn. Jetzt haben die fruchtbaren Tage begonnen und man könnte schwanger werden. Diese Methode solltest du jedoch nur anwenden, wenn du sehr erfahren bist und deinen Zyklus genau kennst.

Weißlicher Ausfluss vor Periode

Wenn der Ausfluss weißlich-krümelig ist und es juckt, könntest du einen Scheidenpilz haben.

Das sagt der Ausfluss über deine Gesundheit aus

Es gibt viele Ursachen, durch die sich die Farbe und Art des Scheidensekrets verändern kann. Das muss nicht gleich etwas Schlimmes sein, du solltest Veränderungen dennoch beobachten und ernst nehmen.

  • Schleimig-schaumiger oder gelblich-eitriger Ausfluss: Er geht oft mit einem üblen Geruch einher und kann dann auf eine bakterielle Scheidenentzündung deuten. Wenn dies während einer Schwangerschaft auftritt, solltest du unbedingt mit deinem Gynäkologen besprechen.
  • Dünnflüssiger, grau-weißlicher Ausfluss: Bei einer bakteriellen Vaginose ist die Scheidenflora gestört und Bakterien sammeln sich vermehrt an. Auch dies ist ein Fall für den Facharzt.
  • Weißlich-krümeliger Ausfluss mit Juckreiz: Wenn das Scheidensekret sehr krümelig wirkt und ein starker Juckreiz dich plagt, dann hast du dir einen Pilz eingefangen. Diesen kannst du jedoch schnell mit Vaginaltabletten und einer antimykotischen Salbe* behandeln, die du rezeptfrei in der Apotheke bekommst.

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Rosa Ausfluss vor der Periode: Ist das bedenklich?

Der Ausfluss direkt vor der Periode, also zu Beginn deines Zyklus, ist oft zähflüssiger und kann auch leicht rosa gefärbt sein. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern normal. Sieh ihn also eher als Zeichen, dass deine Periode bald einsetzt. Bedenken solltest du nur haben, wenn er die soeben angesprochenen Veränderungen aufweist und du zusätzlich unter Rötungen oder Juckreiz im Vaginalbereich leidest.

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Ursachen für ein verändertes Scheidenmilieu

Hinter einer sich verändernden Scheidenflora stecken oft mehrere Ursachen, die den Befall mit Infektionen begünstigen können. Darunter zählen z.B.:

  • Hormonelle Veränderungen in der Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren
  • Verhütung durch die Pille
  • Falsche Intimhygiene
  • Schwaches Immunsystem
  • Psychische Belastungen
  • Erkrankungen der Gebärmutter
  • Reizungen durch die Spirale oder einen vergessenen Tampon

Solltest du größere Bedenken bezüglich deines Ausflusses haben, weil du große Veränderungen und weitere Symptome wie starken Geruch oder Juckreiz feststellst, solltest du unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen. Dieser wird einen Abstrich machen und kann eine Diagnose erstellen, um dir zu helfen.

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Ausfluss vor der Periode ist ganz normal und gehört zu einem gesunden Scheidenmilieu. Beobachte dich genau und sei wachsam bei Veränderungen. Versuche aber nicht dem durch übertriebene Intimhygiene entgegenzuwirken, sondern kläre dies am besten mit deinem behandelnden Arzt.

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/SIphotography, Barabasa
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