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Läutet der Sommer das Corona-Ende ein? Experten sind sich uneins

Steigende Temperaturen

Läutet der Sommer das Corona-Ende ein? Experten sind sich uneins

Zu Anfang der Corona-Pandemie war es die große Hoffnung: Im Sommer wird sich die Ausbreitung des Virus schon von selbst erledigen. Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn über den genauen Einfluss der warmen Temperaturen auf das Virus sind Experten noch unsicher. Wir erklären, was bisher bekannt ist.

Das Coronavirus Sars-Cov2 wird häufig mit dem Influenzavirus und verschiedenen Erkältungsviren verglichen. Immerhin werden bis zu 15 Prozent der Erkältungen von harmloseren Coronaviren ausgelöst. All diese Viren haben eins gemeinsam: Ihre Hochzeit liegt im Winter. Wird es draußen wärmer, sind Grippe- und Erkältungssaison überstanden. Auch die Sars-Epidemie klang im Sommer 2003 rapide ab.

Doch diese Daten lassen sich nicht ohne weiteres auf Covid-19 übertragen. Immerhin sehen wir, dass es auch in Ländern auf der Südhalbkugel wie Australien, in denen zum Zeitpunkt des Ausbruchs hohe Temperaturen herrschten, zu Infektionen kam. Und auch im warmen US-Bundesstaat Florida gibt es bereits über 20.000 bestätigte Infektionen.

So reagieren Viren auf warmes Wetter

Um zu verstehen, welchen Einfluss die warmen Temperaturen auf die Ausbreitung von Covid-19 haben könnten und wieso diese nicht zwangsläufig greifen, müssen wir verstehen, wie das Wetter Viren allgemein beeinflusst.

Tröpfcheninfektion und trockene Luft

Viele Experten gehen davon aus, dass die Tröpfcheninfektion in Räumen mit trockener Heizungsluft besser funktioniert als in ungeheizten Räumen oder draußen. Denn beim Niesen und Husten scheiden wir die Viren in relativ großen Tröpfchen aus, die sich nicht weit fortbewegen können. Ist die Luft hingegen sehr trocken, verdunstet das Wasser schnell und die Viren bleiben in kleineren Tröpfchen länger in der Luft.

Stärkeres Immunsystem im Sommer

Die trockene Heizungsluft reizt außerdem unsere Schleimhäute. Viren haben es somit leichter zum Beispiel über die Nase in den menschlichen Körper einzudringen und sich zu vermehren. Auch gehen einige Forscher davon aus, dass die vermehrte Vitamin-D-Produktion im Sommer das Immunsystem stärkt. Das ist jedoch nicht eindeutig belegt. Zudem können die meisten Coronaviren das UV-Licht nicht sonderlich gut ab. Ob die Konzentration im Sommer aber reicht, um sie zu zerstören, ist fraglich.

Draußen halten wir mehr Abstand

Der wichtigste Faktor bleibt also nach wie vor der Abstand. Wenn wir uns vermehrt draußen aufhalten, halten wir oft von ganz allein einen „Sicherheitsabstand“. Davon gehen zumindest viele Experten aus. Allerdings könnte die vermeintliche Sicherheit im Sommer auch dazu führen, dass Menschen beim Einhalten der Kontaktbeschränkungen unvorsichtiger werden. „Wenn man genügend anfällige Menschen nah beieinander hat, spielt es keine Rolle, ob es draußen warm oder kalt ist“, erklärt der amerikanische Mikrobiologe David Relman von der Stanford Universität in einem Video-Statement.

Warum der Vergleich mit anderen Viren schwierig ist

Bei einem sind sich aktuell die meisten Experten einig: Auch wenn man vorsichtige Prognosen wagen kann, wenn man sich den Verlauf anderer Viruserkrankungen im Sommer anschaut, ist es für eine fundierte Einschätzung des weiteren Pandemieverlaufs zu früh. Der Virologe Christian Drosten geht im NDR-Podcast „Corona Virus Update“ vorsichtig davon aus, dass die steigenden Temperaturen wohl einen kleinen Effekt haben werden. Im Gespräch mit dem BR machte auch der Virologe Oliver Keppler vom Max von Pettenkofer-Institut in München eine hoffnungsvolle Prognose. Er betont, dass die meisten Coronaviren zwischen Herbst und Mai aktiv seien. „19 von 20 anderen respiratorischen Viren haben diese Rhythmik.“ Warum also nicht auch Corona?

Bei einem neuartig auftretenden Virus gibt es in der Bevölkerung allerdings keine Grundimmunität. Gerade das macht einen Vergleich mit anderen Viren so schwierig. In seinem Video-Statement geht auch Mikrobiologe David Relman auf dieses Problem ein. Er verweist darauf, dass Influenzaviren aktuell zwar meist saisonal auftreten, das sei aber nicht immer so gewesen. Schaut man in der Geschichte zurück, seien sie in den ersten Jahren ihres Auftretens auch im Sommer aktiv gewesen.

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Auch der Virologe Luka Cicin-Sain vom Helmholzzentrum für Infektionsforschung äußert sich gegenüber Quarks ähnlich: „Wir haben hier ein grundsätzlich anderes Szenario als bei der Influenza und können weder bestätigen noch ausschließen, dass die Infektionen durch das Coronavirus in den Sommermonaten abflauen.“ Bleibt uns also nur abwarten, immerhin wird es aktuell bereits wärmer, die Antwort auf die Frage rückt somit näher.

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