Stimmungsschwankungen
Katja Nauckam 13.04.2018

Wenn sich deine Stimmung plötzlich von der einen auf die andere Minute stark ändert, obwohl eigentlich alles gut ist, kann das verschiedenste Ursachen haben. Stimmungsschwankungen und eine wechselnde Gefühlslage kennt jede Frau. Sie können jedoch Symptome einer anderen Erkrankung sein. Daher solltest du dich gut beobachten. Wir helfen dir, herauszufinden, was mit dir los sein könnte.

Wenn du dich scheinbar grundlos elend fühlst

Eine medizinische Stimmungsschwankung ist nicht einfach nur eine schlechte Laune, die man im Verlauf eines Tages bekommt. Gemeint sind plötzliche ausgeprägte Traurigkeitsanfälle, in denen du dich sehr schlecht und hilflos fühlst, die von einer scheinbar großen Euphorie abgelöst werden. Man ist in einem Moment himmelhochjauchzend und danach sofort zu Tode betrübt.

Stimmungsschwankungen gehen oft einher mit:

  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Ruhelosigkeit
  • Reizbarkeit
  • Müdigkeit und Schlafstörungen

Wenn du diese Symptome seit einiger Zeit kennst und dir deinen Zustand nicht erklären kannst, solltest du mit einem Arzt sprechen. Das kann ruhig erst mal dein Hausarzt sein, der dich eventuell nach einer genauen Klärung von Vorerkrankungen zu einem Facharzt überweisen kann. Bleib zunächst ruhig und verfalle nicht in Panik. Die folgenden Ursachen zeigen dir, dass es wirklich sehr viele unterschiedliche Gründe gibt, wieso du dich plötzlich so fühlst.

Du weinst ständig ohne Grund? Das kannst du dagegen tun

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#1 Stimmungsschwankungen: Bin ich schwanger?

In der Frühschwangerschaft haben viele Frauen sehr starke emotionale Schwankungen. Den einen Tag fühlst du dich vielleicht wie auf Watte gebettet und nichts könnte schöner sein und am nächsten Tag möchtest du dich nur im Bett verkriechen und ängstigst dich vor allem, was auf dich zukommt. Das ist ganz normal und sollte nach der 12. Woche wieder besser werden. Dein Körper ist einem Hormoncocktail ausgesetzt, den er erst einmal verkraften muss.
Natürlich heißt nicht jede Stimmungsschwankung automatisch, dass du schwanger bist. Um das auszuschließen, machst du am besten einen Test und besuchst bei weiteren Anzeichen am besten direkt deinen Frauenarzt.

Das kannst du tun:

Wenn eine Schwangerschaft der Auslöser für deine Stimmungsschwankungen ist, hilft es oft, mit dem Partner darüber zu sprechen. Zeig ihm, wie du dich fühlst und friss nicht alles in dich hinein. Iss außerdem regelmäßig, damit dein Blutzuckerspiegel konstant bleibt, der ebenfalls die schlechte Stimmung verstärken kann. Gönn dir kleine Pausen und bewege dich an der frischen Luft. Sollte sich deine Stimmung mit fortschreitender Schwangerschaft nicht bessern, dann sprich mit deinem Arzt, um eine eventuelle Schwangerschaftsdepression behandeln zu lassen.

Stimmungsschwankungen Frühschwangerschaft

Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft kann deine Stimmung stark wechseln.

#2 Stimmungsschwankungen vor der Periode

Kehrt sich deine Gefühlslage vielleicht monatlich immer kurz vor deiner Periode ins Gegenteil und du bist leicht reizbar? Dann handelt es sich bestimmt um PMS (prämenstruelles Symptom). Viele von uns leiden vor ihrer Periode an psychischen und physischen Beschwerden, darunter sind Stimmungsveränderungen und Reizbarkeit sehr häufig, aber auch Übelkeit, Kopfschmerzen, Hitzewallungen oder Heißhungerattacken.

Das kannst du tun:

Leider heißt es hier einfach: Augen zu und durch. Mit einsetzender Periode wird es meist besser und die Stimmung hebt sich wieder. Helfen können autogenes Training oder Yoga, damit du dich ein wenig entspannst.

#3 Stimmungsschwankungen durch die Pille

Wenn du mittels Pille verhütest, werden deinem Körper zusätzlich Hormone zugeführt, um den Verhütungsschutz zu gewährleisten. Damit muss der Körper erst einmal fertig werden und es kann sein, dass du dadurch neben vielen anderen Nebenwirkungen auch plötzliche Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit fühlst. Auch andere hormonelle Verhütungsmittel wie Nuva-Ring, Hormonspritze oder Spirale können auf die Stimmung schlagen. Das ist leider die Kehrseite der sehr sicheren Verhütungsmethode.

Das kannst du tun:

Sprich direkt mit deinem Frauenarzt über deine Beschwerden. Er kann dir ein neues Präparat mit anderer hormoneller Zusammensetzung verschreiben. Es ist wichtig, dass du dich mit deiner Verhütung wohlfühlst und sie dich auch seelisch nicht beeinträchtigt.

Leider hat die Pille viele weitere Nebenwirkungen, über die man sich bewusst sein sollte. Wir zeigen dir die häufigsten.

9 Nebenwirkungen der Pille, die du kennen musst

#4 Stimmungsschwankungen durch Medikamente

Nimmst du vielleicht seit kurzem ein neues Medikament und fühlst dich regelmäßig elend? Deine Stimmungsschwankungen können auch eine Nebenwirkung davon sein. So manche Präparate haben auch psychische Veränderungen zur Folge.

Das kannst du tun:

Je nachdem aus welchem Grund du die Medikamente nimmst, ist es wichtig, sie nicht einfach abzusetzen. Sprich zuerst immer mit deinem behandelnden Arzt. Er wird dir helfen und kann sagen, ob es eine Alternative gibt oder du diese psychische Veränderung zeitweise aushalten musst. In jedem Fall solltest du über deine Beschwerden reden und nicht damit warten.

Stimmungsschwankungen Medikamente

Medikamente können auch psychische Nebenwirkungen haben.

#5 Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren

Die Wechseljahre einer Frau sind ebenfalls oft für die Veränderung der emotionalen Lage verantwortlich. Es kann sein, dass du regelrecht zickige Phasen hast, in denen es dir niemand recht machen kann. Dein Körper stellt ab Ende 40 seinen Hormonhaushalt um. Auch das läuft leider nicht ohne Beschwerden ab. Vereinzelt kann es sogar schon Frauen Anfang 20 treffen.

Das kannst du tun:

Auch für diesen Bereich ist dein Gynäkologe zuständig. Wenn er dich nicht sowieso bei einem Routinebesuch immer nach deinem Befinden fragt, erzähle ihm offen, wie du dich fühlst. Mit Medikamenten kann man Wechseljahresbeschwerden teilweise gut beheben. Auch deinem Partner gegenüber solltest du ehrlich sein, damit er versteht, dass nicht er der Grund für deine Niedergeschlagenheit ist und besser damit umgehen kann.

Stimmungsschwankungen Ursachen

Es ist möglich, dass eine bestimmte Erkrankung die Ursache ist.

#6 Stimmungsschwankungen als Symptom anderer Krankheiten

In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass eine ganz konkrete Erkrankung vorliegt und sich die Veränderung der Stimmungslage sowie Niedergeschlagenheit als Symptome äußern. Eine Schilddrüsenüberfunktion wäre zum Beispiel eine Erkrankung, die auch mit starken Stimmungsschwankungen einhergehen kann.

Das kannst du tun:

Wichtig ist, dass du zunächst Ruhe bewahrst und keine Panik bekommst. Sollte sich deine Stimmung über viele Wochen nicht bessern und es kommen andere psychische oder physische Beschwerden hinzu, dann suche einen Allgemeinmediziner auf und beschreibe ihm zunächst deine Situation. Er kann dir ggf. auch den richtigen Facharzt empfehlen.

#7 Depressive Verstimmung

Aus anfänglichen Stimmungsschwankungen oder einer Niedergeschlagenheit kann sich unter Umständen auch eine richtige Depression entwickeln. Sollte es dir über Wochen psychisch so schlecht gehen, dass du keine Hoffnung mehr hast und dich auch nicht in der Lage fühlst, zur Arbeit zu gehen, solltest du das ernst nehmen.

Das kannst du tun:

Vertraue dich zunächst unbedingt deinem Partner und/oder einer guten Freundin an. Sie wird dein Problem nicht lösen können, kann dir jedoch Mut zusprechen und versteht dann besser, wie du dich fühlst. Fachlich kann dir nur ein Therapeut helfen. Er ist in der Lage, eine Diagnose zu stellen und kann dir eine Therapie vorschlagen. Du bekommst von deiner Krankenkasse eine Liste mit Therapeuten in deiner Umgebung, die du kontaktieren kannst. Sobald die Diagnose gestellt wurde, wird deine Krankenkasse die Sitzungen auch finanzieren.

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Solltest du oder eine dir nahe stehende Person unter depressiven Stimmungsschwankungen leiden und du weißt nicht mehr weiter, kannst du dich für einen ersten Rat anonym, kostenlos und rund um die Uhr an die Telefonseelsorge unter 0800/1110111 und 0800/1110222 wenden. Ebenso ist eine Beratung via Email möglich unter https://ts-im-internet.de. Weitere hilfreiche Informationen findest du auf http://www.telefonseelsorge.de.

Bildquelle:

iStock/Marjan_Apostolovic/nd3000/PaulBiryukov/Sjale


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