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Rezension

Wieso mich das Buch „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara völlig zerstört hat

Wieso mich das Buch „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara völlig zerstört hat
© iStock / Valiantsin Suprunovich

Ganz gleich, auf welcher Social-Media-Plattform man sich gerade bewegt, man kommt um Hanya Yanagiharas gefeierten Roman „Ein wenig Leben“ nicht herum. Gefühlt ganz BookTok liest gerade dieses Buch. Doch worum geht es in der Geschichte und ist sie wirklich so gut, wie alle sagen?

Worum geht es in dem Buch „Ein wenig Leben“?

Das Buch „Ein wenig Leben“ erzählt die Geschichte einer lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern, die sich während ihres Studiums in New York kennengelernt haben. Im Mittelpunkt der Story: Jude St. Francis, der immer wieder mit einer brillanten, aber auch zugleich rätselhaften Persönlichkeit überrascht. Er ist derjenige, der die Gruppe zusammenhält, der bedingungslos liebt, obwohl er innerlich vollkommen zerrissen ist. Im Laufe der Zeit (und des Buches) werden die Freunde immer tiefer in Judes düstere und schmerzhafte Welt hineingezogen, in der nach und nach die Ungeheuer seiner Vergangenheit ans Licht treten.

Ein wenig Leben

Ein wenig Leben

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 24.04.2024 14:56 Uhr

Wie mich „Ein wenig Leben“ völlig aus der Bahn geworfen hat

Ich habe das Buch das 1. Mal im Bücherladen gesehen und war einerseits fasziniert und auf der anderen Seite vom Cover etwas abgeschreckt. Hin und wieder mag ich es ganz gerne tieftraurige und dramatische Bücher zu lesen und doch habe ich mich am Ende gegen den Kauf des Buches entschieden. Doch der Roman verfolgte mich! Ob auf Instagram und TikTok oder im Bekanntenkreis – auf einmal sprachen alle über dieses Buch. Mittlerweile gibt es mehrere Tausend Videos dazu, wie sich Leser*innen schmerzverzerrt und weinend beim Lesen von Hanya Yanagiharas Geschichte filmen. Für mich war klar: Ich möchte dieses Erlebnis auch machen. 

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+++ Achtung, an dieser Stelle folgen Spoiler zum Buch! +++

Am Anfang des Buches dachte ich wirklich noch, es ginge nur um die Freundschaft der vier Männer und ihre Erlebnisse im Leben. Immerhin begann alles ganz heiter und harmlos und wir Leser konnten Jude, Malcolm, JB und Willem von ihren frühen 20ern bis in ihre 50er begleiten. Doch dann ... nimmt Yanagihara richtig Fahrt auf und bereitet uns auf das vor, was kommt: Judes Schicksal.

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"Es wird besser werden”, sagte sie, und er nickte, weil er sich sein Leben nicht vorstellen konnte, wenn es nicht besser werden sollte.
Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara

Von da an fühlt sich die Geschichte wie eine schiere Aneinanderreihung von Gewalttaten an, die Jude widerfahren. Von Kapitel zu Kapitel wird es immer schwerer und nervenaufreibender. Man fragt sich ständig: Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Hanya Yanagiharas Antwort: Mehr! Noch viel mehr! Zugegebenen, die Schreibweise ist die ganze Zeit über unfassbar berührend und zieht einen völlig in den Bann. Aber man fühlt auch jedes Gefühl von Jude. Von Trauer über Wut und Hilflosigkeit bis hin zu Mitleid, Betroffenheit und Fassungslosigkeit.

Trotzdem oder wahrscheinlich gerade deshalb schafft die Autorin es, die Spannung auf den fast 1000 Seiten des Romans zu halten und so sehr man es auch will, man schafft es nicht das Buch wegzulegen. Das ganze Buch ist ein kompliziertes und über aus belastendes Meisterwerk, das ich am liebsten keiner Person in meinem Umfeld empfehlen würde und am Ende doch allen ans Herz legen will.

Jessica Kühne

Schmerz, lass bitte schnell nach!

Dass es sich bei dem Buch „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagiharas um keine einfache Kost handelt, wird schnell klar. Und doch hat es mich absolut zerstört, welche Horror-Erlebnisse der Protagonist Jude erlebt. Dieser Roman hätte mit unzähligen Triggerwarnungen ausgestattet werden müssen. Warnungen vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt, Selbstverletzung, Vergewaltigung und Kindesmisshandlung – um nur einige davon zu nennen.

Wer dieses Buch liest, muss nicht nur in einer guten mentalen Verfassung sein. Er muss auch nach dem Lesen das Erlebte lange verarbeiten und verdauen. Und doch kann ich abschließend nur sagen: Wer es sich zutraut, sollte dieses Buch lesen. Denn so klischeehaft wie es klingen mag, man kann das Buch kaum in Worte fassen, solange man es nicht selbst gelesen hat. 

Jessica Kühne

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