Kleinwuchs

Ist Dein Kind kleinwüchsig, liegt seine Körpergröße und sein Längenwachstum weit unterhalb der Norm. Jedes Jahr werden 15.000 kleinwüchsige Kinder in Deutschland geboren, das sind etwa drei Prozent aller Neugeborenen. Die Ursachen für den Kleinwuchs sind dabei sehr unterschiedlich, daher gibt es keine einheitliche Behandlung.

Kleinwuchs – was heißt das?

Kleinwüchsigkeit kann aus sehr verschiedenen Gründen entstehen. Sie entwickelt sich aus einer Verzögerung des Längenwachstums, deren Gründe je nach Krankheitsbild bereits während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in der Kindheit entstehen. Dabei unterscheidet man grob zwischen pränatalen und postnatalen Ursachen. Je nach Krankheitsbild kann das Wachstum dabei entweder langsamer als gewöhnlich verlaufen oder aber zu früh beendet sein; beides hat ohne Behandlung eine Verminderung der Endgröße im Erwachsenenalter zur Folge. Dabei gelten ausgewachsene Frauen von einer Größe unter 150cm und Männer unter 156 cm als kleinwüchsig. Man unterscheidet zwischen proportioniertem Kleinwuchs und disproportioniertem Kleinwuchs. Bei ersterem ist die Relation zwischen Rumpf, Kopf und Extremitäten Deines Kindes normal, während für letzteres zu kurze Extremitäten und ein zu großer Kopf typisch sind. Wenn Du vermutest, dass Dein Kind von Kleinwuchs betroffen sein könnte, solltest Du schnell Deinen Arzt konsultieren, da je nach Ursache eine frühzeitige Behandlung nötig ist, um dem verminderten Wachstum entgegenzuwirken.

Erst der Arzt kann Kleinwuchs endgültig diagnostizieren.

Kleinwuchs kann viele verschiedene Ursachen haben, die alle unterschiedlich behandelt werden müssen.


Kleinwuchs: Diagnostik und Therapie

Wenn der Verdacht auf Kleinwuchs besteht, kann der Arzt das Wachstum Deines Kindes anhand verschiedener Werte genauer bestimmen. Ein Vergleich von Längen- und Gewichtswachstum sowie der Wachstumsgeschwindigkeit mit den sogenannten Norm-Perzentilen schafft Gewissheit über die Veranlagung Deines Kindes. Die Norm-Perzentilen sind Durchschnittswerte der Größe von Kindern in bestimmten Wachstumsphasen. Je nachdem, wie stark Dein Schatz von der mittleren Perzentile abweicht, kann Kleinwuchs diagnostiziert werden. In der Kinderheilkunde gilt ein Kind dann als kleinwüchsig, wenn nur weniger als zehn Prozent der Gleichaltrigen kleiner sind. Das heißt natürlich noch nicht, dass eine Krankheit vorliegt, ist aber eine hilfreiche Vordiagnose. Eine Bestimmung des Knochenalters via Röntgenaufnahme ermöglicht es dem Arzt außerdem, die Wachstumspotenz zu bestimmen und die Endgröße Deines Kindes zu prognostizieren. Ein Stimulationstest gibt Aufschluss über die Produktivität der Hypophyse und damit über die vorhandenen Wachstumshormone. Bei Mangel können Deinem Kind zusätzliche Hormone verabreicht werden, um ein Aufholwachstum zu erzielen. Die Hormone werden dann bis zum Wachstumsende mit etwa 18 Jahren genommen. Bei frühzeitiger Behandlung kann Dein Kind so seine ursprüngliche Endgröße erreichen. Resultiert der Kleinwuchs aus einer Unterfunktion der Schilddrüse kann durch Einnahme von Schilddrüsenhormonen ebenfalls das Wachstum gesteigert werden. Sollte am Kleinwuchs selbst nichts geändert werden können, empfehlen sich Ergo- und Physiotherapie, um Dein Kind so beweglich wie möglich zu machen.

Kleinwuchs: Primäre Formen

Als primäre Formen bezeichnet man solche, deren Ursachen bereits pränatal, also während der Schwangerschaft, aufgetreten sind. Solltest Du oder Dein Partner selbst kleinwüchsig sein, ist es gut möglich, dass Ihr Eurem Kind den Kleinwuchs vererbt habt. Familiärer Kleinwuchs ist ein bekanntes Phänomen, das sich genauso vererben kann wie beispielsweise Augen- und Haarfarbe. Sollte dies der Fall sein, wird das Wachstum Deines Kindes parallel zu dem gleichaltriger Kinder verlaufen, aber geringer ausfallen. Auch verschiedene Chromosomenanomalien und Genmutationen können die Ursache für Kleinwuchs sein, in diesen Fällen tritt er dann als eines unter vielen anderen Symptomen auf. Außerdem kann bei Deinem Baby der sogenannte intrauterine Kleinwuchs auftreten, auch SGA genannt. In dem Fall ist Dein Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt eigentlich zu klein für seinen jeweiligen Entwicklungsschritt. Dein Kind kann aus verschiedenen Gründen von SGA betroffen sein, zum Beispiel, wenn Du während der Schwangerschaft stark erkrankt bist oder Alkohol, Nikotin oder Drogen konsumiert hast. Auch vorgeburtliche Infektionskrankheiten, bestimmte Medikamente, Mehrlingsschwangerschaften oder eine Plazentaunterfunktion können Gründe für den Kleinwuchs Deines Babys sein. Zum Glück setzt bei einem Großteil der von SGA betroffenen Neugeborenen ein spontanes Aufholwachstum ein, sodass sie nach und nach den Wachstumsvorsprung Gleichaltriger aufholen.

Kleinwuchs: Sekundäre Formen

Die sekundären Formen können sich auch erst später entwickeln und müssen nicht vor oder von Geburt an bestanden haben. Beim endokrinen Kleinwuchs mangelt es Deinem Kind zum Beispiel an Wachstumshormonen. Dadurch ist es kleiner als Gleichaltrige und hat ein ungewöhnliches Verhältnis von Arm-, Bein- und Rumpflänge. Hände und Füße sind klein und auch sein Köpfchen wirkt puppenartig. Dafür hat es am Rumpf viel Fettgewebe und sehr dünne Haut. Auch kann der Penis sehr klein sein. Eine unbehandelte Unterfunktion der Schilddrüse und Stoffwechseldefekte wie zum Beispiel Diabetes Mellitus können ebenfalls Kleinwuchs mit sich bringen. Organischer Kleinwuchs kann außerdem als Folge von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder einer Niereninsuffizienz entstehen. Auch bei Mukoviszidose, Rachitis, Zöliakie, einem schweren Herzfehler oder rheumatischer Athritis kann er auftreten. Da dem Körper bei Mangel- oder Unterernährung die entscheidenden Stoffe für den Knochenaufbau fehlen, kann auch das zu Kleinwuchs führen. Gerade bei längerem Eiweiß- und Vitaminmangel kann es passieren, dass Dein Kind nicht ordentlich wächst, achte also auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Hält die Mangelernährung nicht zu lange an und wird noch in der Wachstumsphase korrigiert, kann Dein Kind aber trotzdem noch seine ursprüngliche Größe erreichen. Auch psychische Gründe können der Auslöser sein. Kinder, die in liebloser Familienatmosphäre aufwachsen und vernachlässigt werden, können in ihrem Wachstum verzögert sein. Bei mehr Zuwendung erfolgt jedoch ein schnelles Aufholwachstum. Eine konstitutionelle Entwicklungsstörung kann ebenfalls vorübergehend zu Kleinwuchs führen. Sie wird meistens vererbt, zeigt sich aber erst nach der Geburt. Dabei entwickelt sich die Knochenreife Deines Kindes langsamer als üblich. Deshalb wächst es langsamer. Eine normale Körpergröße kann aber erreicht werden, es dauert nur etwas länger.

Kleinwuchs kann sehr verschiedene Ursachen haben und muss daher auch ganz unterschiedlich behandelt werden. Während in manchen Fällen schon die Einnahme von zusätzlichen Hormonen genügt, muss Dein Kind in anderen Fällen lernen, mit der Krankheit gut zu leben. Wenn Du Dir über die Größe Deines Kindes unsicher bist, ist ein früher Arztbesuch immer zu empfehlen, denn je früher das Wachstum normalisiert werden kann, desto wahrscheinlicher ist es, dass Dein Kind seine ursprüngliche Endgröße aufholen kann.

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