Meist harmlos

Nasenbluten bei Kindern

Nasenbluten bei Kindern

Gerade bei Kindern und Jugendlichen passiert es sehr häufig: Im einen Moment ist noch alles in Ordnung und im nächsten läuft Blut aus der Nase, färbt ein Taschentuch nach dem anderen rot und lässt alle Eltern mit der Frage zurück, ob das Nasenbluten nun harmlos ist oder ein bestimmter, gefährlicherer Grund für den plötzlichen Blutschwall verantwortlich ist.

Ob beim Toben zu Hause, unterwegs in der Stadt oder in Kindergarten und Schule, immer mal wieder kommt es bei den Kleinen zu einem kräftigen Nasenbluten, das Eltern und Kinder gleichermaßen verunsichern kann. Manche Kinder und Jugendliche neigen mehr zu einer blutenden Nase als andere und kennen das Problem nur zu gut. Zwar musst Du Dir in den meisten Fällen keine Sorgen machen, wenn Dein Kind an Nasenbluten leidet, doch wenn es sehr häufig auftritt oder es länger als 15 Minuten dauert, die Blutung zu stoppen, sollte sich das ein Facharzt einmal genauer ansehen und nach den Ursachen forschen. Die sogenannte Epistaxis kann sowohl durch eine Reizung oder Verletzung der Blutgefäße in der Nase entstehen, als auch Symptom einer schlimmeren Erkrankung sein, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Gefäßkrankheiten und sogar Leukämie. Auch wenn bei Kindern nur selten ernsthafte Krankheiten hinter dem Nasenbluten stecken, kann es also bei häufigem Auftreten nicht schaden, Dir Gewissheit beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu verschaffen.

Welche Ursachen hat Nasenbluten?
Wann solltest Du bei Nasenbluten zum Kinderarzt?

Wie entsteht Nasenbluten?

Dass Dein Kind Nasenbluten hat, erkennst Du natürlich sofort. Meist ganz plötzlich und auch oft ohne direkt ersichtlichen Grund fließt dem Kleinen ein Blutrinnsal aus der Nase. Dieses kann mehr oder weniger heftig auftreten und auch schnell wieder vorbei sein. Weniger leicht ist es für Dich jedoch, die genaue Ursache für das Nasenbluten zu erkennen. Die Nase ist gut durchblutet und vor allem die Nasenscheidewand wird ganz nah an der Oberfläche von einem feinen Netz aus Blutgefäßen, dem sogenannte Locus Kiesselbachi, durchzogen. Dieses Gefäßnetz ist recht empfindlich und reagiert auf kleinste Verletzungen, die Dein Kind vielleicht nicht einmal bemerkt, schnell mit einer Blutung. Wenn Dein Kind einmal zu kräftig schnäuzt, in der Nase bohrt oder beim Spielen einen Ball oder einen Schlag ins Gesicht bekommt, kommt es daher rasch zu Nasenbluten. Auch ein Schnupfen oder trockene Schleimhäute durch die Heizungsluft im Winter wirken begünstigend für die Epistaxis. Oft liegt die Ursache für die blutende Nase auch im Wachstum des Kindes, sodass es vor allem während der Pubertät vermehrt zu einer solchen Blutung kommen kann. Wenn also im Zuge dieser Faktoren die Nase Deines Kindes einmal blutet, musst Du Dir keine Gedanken machen. Wahrscheinlich verebbt der Blutstrom genauso schnell, wie er gekommen ist!

Was tun bei Nasenbluten?

Lange Zeit wurde bei Nasenbluten empfohlen, den Kopf in den Nacken zu legen. Diese Methode die Blutung zu stillen gilt jedoch nicht mehr als Mittel der Wahl, da das Blut so nicht abfließen kann und in den Magen gelangt. Dadurch kann es sogar dazu kommen, dass Dein Kind sich übergeben muss. Besser ist es, Dein Kind aufrecht hinzusetzen – zum Beispiel auf Deinen Schoß – und ihm mit den Fingern oder einem Taschentuch mit leichtem Druck die Nasenflügel gegeneinander zu drücken. Dadurch werden die feinen Äderchen abgeklemmt und die Blutung sollte nach etwa fünf Minuten aufgehört haben. Zusätzlich kannst Du Deinem Kind einen kalten Waschlappen in den Nacken legen. Dies hilft zusätzlich, den Blutfluss zu stoppen. Wenn Dein Kind sich vor dem eigenen Blut erschrocken hat, solltest Du es beruhigen und ihm versichern, dass das Nasenbluten völlig normal ist. Du kannst ihm auch eine Geschichte vorlesen, um es abzulenken.

Nach dem Nasenbluten

In den meisten Fällen wird das Nasenbluten nach einer kurzen Zeit von alleine wieder abklingen. Dennoch sollte Dein Kind für eine Weile nicht herumtoben, da die Äderchen sonst erneut platzen könnten. Außerdem solltest Du Deinem Schatz sagen, dass er die nächsten Tage nicht in der Nase bohren sollte. Sollten sich nach dem Nasenbluten Krusten bilden, können diese durch eine Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung oder durch Nasensalben gelöst werden.

Wann solltest Du mit Deinem Kind zum Arzt?

Falls das Nasenbluten nach 15 Minuten nicht abgeklungen ist, oder falls Du das Gefühl hast, dass Dein Schatz besonders häufig daran leidet, solltest Du den Kinderarzt oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, was der Grund für die Epistaxis ist und zum Beispiel ein erweitertes Blutgefäß in der Nase veröden. Dieser kurze Eingriff wird Embolisation genannt und ist im Grunde ein künstlicher Verschluss des Gefäßes durch die Zufuhr von flüssigen Kunststoffen oder Kunststoffkügelchen. Sollte eine Krankheit wie eine Blutgerinnungsstörung, eine Infektionskrankheit oder eine Vitaminmangelkrankheit hinter dem Nasenbluten stecken, kann der Arzt auch dies feststellen. Doch sei beruhigt: Bei Kindern steckt meist keine schlimme Ursache hinter der Epistaxis.

Nasenbluten kommt bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Grund sind unter anderem Wachstumsschübe, Verletzungen im Nasenbereich oder trockene Schleimhäute. Krankheiten stecken bei den Kleinen nur äußerst selten hinter dem Nasenbluten, doch wenn eine Blutung länger als 15 Minuten andauert oder sehr häufig auftritt, ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen.

Bildquelle: iStock/Jani Bryson

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